Montag, 10. Juli 2012

Von: Redaktion

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Arabia

Ein Magazin, das Sehnsüchte weckt

Arabia, das Magazin für Reisen, Wirtschaft und Kultur auf der arabischen Halbinsel. Dieser Titel weckt sicher bei dem Einen oder Anderen Sehnsüchte. Der Geschäftsführer des Magazins, Michael Graul, stellt im Interview sein Magazin vor.
Arabia
Der Schwerpunkt des Magazins "Arabia" liegt im Touristikbereich, insbesondere in der Hotellerie. (Foto: arabia-magazin.de)

European Circle: Herr Graul, woher kommt Ihre Affinität für diese Region?

Michael Graul: Um die Wahrheit zu sagen hatte ich eigentlich keine Affinität zu dem Thema. Ich habe einen kleinen Verlag. Das Thema wurde mir über eine Kollegin angeboten. Das Heft hieß früher Dubai-Magazin.

European Circle: Das war dann früher der Schwerpunkt?

Michael Graul: Genau. Es ging nur um Dubai. Wie die aller meisten wissen hatte Dubai dann im Zuge der weltweiten Finanzkrise große finanzielle Schwierigkeiten. Das wirkte sich auch auf das Heft aus. Der damalige Verleger überlegte damals auch schon das Heft thematisch auf die komplette Halbinsel zu erweitern, also die sieben Emirate plus die Nachbarländer. Insgesamt sind das 14 Staaten, die zur Halbinsel gezählt werden. Der damalige Verleger hat im Zuge dessen das Interesse am Titel verloren. Dann habe ich das mit einem Partner übernommen. Wir haben es umbenannt und thematisch um die anderen Länder erweitert.

European Circle: An welche Art von Leser richtet sich das Blatt? Ist es tatsächlich nur als Wirtschaftsblatt zu betrachten oder ist es auch für allgemeine Leser interessant?

Michael Graul: Der Schwerpunkt ist, das merke ich auch immer wieder wenn sich Leser bei uns melden, der Touristikbereich, insbesondere die Hotellerie. Die Ecken da unten ist prädestiniert dafür große spektakuläre Hotels zu bauen. Das ist für die meisten sehr spannend. Darüber hinaus sind auch die kulturellen Zusammenhänge und die Wirtschaft sehr interessant.

European Circle: Sie sind ja auch relativ leicht für die Leser zu erreichen. Bekommen Sie da viel Post oder Anrufe?

Michael Graul: Wir bekommen schon sehr viel Feedback. Das ist ja auch eine relativ spezielle Veranstaltung die wir da machen. Es ist ein sehr spitze Zielgruppe. Wir haben einen treuen Stamm von Abonnenten die sich in der Regel immer melden wenn das Heft erscheint. Die sagen dann auch wenn etwas nicht so toll oder falsch war. Aber wir bekommen auch oft das Feedback, dass es gut gemacht ist.

European Circle: Da findet schon ein reger Austausch statt. Sie versuchen sich dadurch ja auch zu verbessern?

Michael Graul: Absolut. Wir haben in der aktuellen Ausgabe ein Leserumfrage integriert, in der die Leser sagen können was ihnen gefällt und was nicht. Wir haben viel Prügel für die Papierqualität bekommen, weil viele Leute der Meinung waren, dass alles auf altem Recyclingpapier gedruckt wurde. Das neue Magazin ist bereits auf anderem Papier gedruckt.

European Circle: Ein sehr hochwertiges Material.

Michael Graul: In der Tat. Das Papier vorher war auch so. Es war aber nicht als solches zu erkennen. Das war ziemlich teuer. Jetzt haben wir anderes Papier. Das ist in der Tat auch ein Punkt. In Dubai muss alles glänzend und auf Hochglanz sein. Das ganze Land ist ein einziger Hochglanzstaat, deswegen muss das Papier auch so sein.

European Circle: Sind die Artikel des Magazin eher Erfahrungsbericht oder journalistische Beiträge?

Michael Graul: Das ist eine reines journalistisches Magazin. Wir haben einen großen Stamm von freien Autoren, die alles vor Ort recherchieren. Die Hotels über die wir berichten sind alles Häuser, die unsere Leute auch bereist haben. Die Wirtschaftsthemen werden dort unten recherchiert. Wir habe eine Autorin die ist im Vorstand der Deutsch-Jemenitischen Gesellschaft. Sie spricht die Sprachen auch fließend und kennt sich dort unten gut aus. Die Mischung aus einem fünf Sterne Hotel auf der einen und eine Geschichte über eine Designerin die nichts anderes macht als Gewänder für die Frauen zu entwerfen auf der anderen Seite macht die Spannung des Heftes aus. Auch für mich als Chefredakteur.

Dubai
In dem Magazin wird die Reise-Lust geweckt. (Foto:commons.wikimedia.org/ Avatar, CC BY 2.0)

European Circle: Sie haben ja auch einen großen Austausch mit den Menschen vor Ort. Wie würden Sie das Verhältnis beschreiben? Ist man uns gegenüber sehr aufgeschlossen und findet ein Austausch statt oder ist man eher reserviert?

Michael Graul: Man muss unterscheiden. Abu Dhabi und Dubai sind ziemlich aufgeschlossen und auch der westlichen Welt geöffnet. Saudi Arabien ist eine ganz andere Geschichte. Der Jemen oder der Oman sind touristisch im Kommen, aber längst nicht so offen wie die Vereinigten Arabischen Emirate. Jordanien öffnet sich gerade massiv, das war auch auf der ITB in Berlin zu beobachten. Die haben aber alle noch mit gewissen Vorurteilen zu kämpfen. Ich hatte das Vergnügen mich mit dem Tourismusminister von Jordanien zu unterhalten. Der sagte,“unser Land ist sicher“. Links von Jordanien ist Israel, oben ist Syrien und rechts ist Saudi Arabien. Das denkt man schon, sicher stell ich mir anders vor. Das ist halt nicht Mallorca. Das sind die Probleme mit denen die Länder zu kämpfen haben.

European Circle: Insofern freut man sich auch, dass man hier ein Sprachrohr gefunden hat, um das alles zu kommunizieren. Gehört das auch zu Ihrem Themenbereich? Betreiben Sie in einem gewissen Rahmen auch Aufklärung?

Michael Graul: Wir haben in der ersten Ausgabe ein große Jordaniengeschichte gemacht. Wir haben darauf hingewiesen, das Milliarden von US Dollar in die touristische Infrastruktur gesteckt werden. Wir haben auch darauf hingewiesen, dass das Land sicher ist. In Jordanien ist seit vielen Jahrzehnten wirklich nichts passiert. Trotzdem gibt es noch diese Vorurteile. Wenn man von Jordanien hört, denkt man sich: Weiß nicht so genau, dann doch lieber Mallorca. Das sind die Probleme mit denen die Leute dort unten zu kämpfen haben.

European Circle: Haben Sie als Chefredakteur dieses Magazins eine Region die Sie als nächstes besonders gerne bereisen möchten?

Michael Graul: Ich möchte unbedingt nach Katar. Das ist ein ganz spannendes Land. Es hat etwa die Größe eines Drittels von Mecklenburg-Vorpommern, hat aber das zweitgrößte Erdgasvorkommen der Welt. Ein immens reiches Land. 2022 wird dort die Fußball-Weltmeisterschaft stattfinden. Ich habe über Katar unglaubliche Dinge gehört. Da würde ich gerne mal hin. Vielleicht bekomme ich da in diesem Jahr noch realisiert. Das ist eines der Ziele. Ansonsten ist dort unten alles spannend. Das muss man einfach sagen.

European Circle: Herr Graul, vielen Dank für das Gespräch!

(Teaserbild:commons.wikimedia.org/Imre Solt,gemeinfrei)