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940 Millionen Touristen im Jahr 2010

- Die Gesamttouristenzahl belief sich im Jahr 2010 auf 940 Millionen. (Foto: twinlili / pixelio.de)
Die Tourismusbranche scheint sich den Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise zu entziehen; das zumindest lässt ein neuer Bericht der OECD ("OECD Tourism Trends and Policies 2012“) mutmaßen.
OECD-Länder beliebtes Reiseziel
Die Gesamttouristenzahl belief sich im Jahr 2010 auf 940 Millionen und damit war ein Zuwachs von 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Aus dem Bericht geht außerdem hervor, dass im Jahr 2010 66 Prozent aller Reisen ein OECD-Land zum Ziel hatten, davon entfielen 50,2 Prozent auf die EU-Länder. Am meisten nahm die Zahl der Reisen in Asien und den Ländern im Pazifischen Ozean zu. Zwar entfällt auf diese Länder nach wie vor nur ein relativ kleiner Prozentsatz der internationalen Touristenzahlen, doch über die potenzielle Auswirkung des Tourismus auf deren Volkswirtschaften besteht kein Zweifel.
Tourismus als Beschäftigungsmotor
Darüber zeigt der Bericht, dass der Tourismus einen großen Anteil am Dienstleistungsgewerbe der OECD- und EU-Mitgliedstaaten ausmacht – auf ihn entfallen bis zu einem Drittel der Dienstleistungsausfuhren und bis zu 10 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. “Mehr als fünf Prozent der Beschäftigung in den OECD-Mitgliedstaaten hängen unmittelbar mit dem Tourismus zusammen. Aber in vielen Ländern sind Arbeitsplätze in der Tourismusindustrie nach wie vor unbesetzt, weil entsprechend ausgebildete Arbeitnehmer fehlen“, so Yves Leterme, der Stellvertretende Generalsekretär der OECD. Leterme zufolge müssten die nationalen Regierungen daher mehr Verantwortung bei der Gestaltung der Bildungs- und Ausbildungsagenda übernehmen. “Eine nationale Tourismusstrategie einschließlich einer Strategie zur Entwicklung des Arbeitskräftepotenzials ist erforderlich, um Defizite an Arbeitskräften und Qualifikationen in vollem Umfang auszugleichen“, so Leterme weiter.
Modernisierungsbedarf
Der Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für Industrie und Unternehmertum, Antonio Tajani, begrüßt den OECD-Bericht. “Die OECD-Zahlen bestätigen, dass wir modernisieren und mehr in Qualität, neue Technologien und Know-how investieren müssen, wenn Europa weltweit das Reiseziel Nummer eins bleiben soll“, so Tajani. Dabei müsse die Tourismusindustrie vor allem eine älter werdende Klientel, sich ändernde Lebensstile und Verbraucherbedürfnisse bedienen. Darüber hinaus müsse man Wege finden, um mehr internationale Besucher anzulocken und gleichzeitig mehr Europäer überzeugen, ihren Urlaub in der EU zu verbringen.
Deutschland beliebtes Reiseziel
Dem OECD-Bericht zufolge ist Deutschland ein beliebtes Reiseziel und wird immer beliebter. Im Jahr 2010 reisten 27 Millionen Menschen mehr nach Deutschland als noch im Vorjahr. Laut OECD hängen in Deutschland rund drei Millionen Arbeitsplätze direkt und indirekt mit der Tourismusbranche zusammen, die in 2010 eine Bruttoleistung von fast 100 Milliarden Euro erwirtschaftete.









