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Erneut Kürzungen der Alterssicherung
Bis 2002 war der Bauer auf eine staatliche Rente angewiesen, deren Ergiebigkeit aber immer mehr sank. Seitdem sollen zusätzliche Programme den Landwirten unter die Arme greifen. Anfang Dezember 2009 beschloss der Bundestag, dass auch diese nicht mehr in voller Höhe gewährleistet werden.

- (Foto: Dieter Schütz / pixelio.de)
Die Krise kriegt alle. Sie ist in weiterer Folge auch hauptverantwortlich für das schwankende Rentenniveau. Trotz höherer Zahlungen des Bundes sinkt das Einkommen seit Jahren. Schuld sind die Preissteigerungen, die der Konsument nicht nur bei Lebensmitteln hinnehmen muss. Laut dem Institut für Wirtschaft und Gesellschaft (IWG) in Bonn sank die Kaufkraft der Rentner seit 2004 um 8,5 %. Das ist viel im Vergleich zur bestenfalls stagnierenden Kaufkraft der Erwerbsbevölkerung!
Die Landwirte und die Krise
Nach der anhaltenden Flaute der letzten Jahre wirkt sich die Wirtschaftskrise Ende 2009 erneut auf deutsche Landwirte aus, die nach Einkommenseinbußen nun auch mit einer geringeren Altersvorsorge leben müssen. Die Hauptursache ähnelt jener der Jahre zuvor: die entsprechende Finanzierung der Rente kann von der Regierung langfristig nicht mehr gewährleistet werden. Die Alterssicherung der Landwirte obliegt in Deutschland der Sozialversicherung (neben Renten-, der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung).
Gute und schlechte Nachricht

- (Foto: momosu / pixelio.de)
Neue Modellrechnungen verheißen gleichzeitig Gutes und Schlechtes. Demnach werden die Beitragseinnahmen langfristig sinken, gleichzeitig sei aber mit „einem Rückgang des Rentenbestandes zu rechnen“. Die Landwirte müssen sich also auf weitere Einbußen einstellen. Gleichzeitig wird die Gesamtheit der laufenden Rentenzahlungen aber zurückgehen, womit theoretisch mehr Mittel für den Einzelnen verbleiben. Fraglich bleibt, ob diese auch in dem Sinne genutzt werden.
Gegenstrategien des Bundes
Jene Beiträge, die die Landwirte für ihre Alterssicherung leisten, sind an den Beitragssatz der allgemeinen Rentenversicherungen gekoppelt. Dies wirkt sich laut Bund auch positiv auf die versicherten Unternehmer und Ehegatten aus, da diese ebenso von den Reformwirkungen der vergangenen Jahre profitieren. Dieser Strukturwandel reißt zwar Löcher in die Versicherung; weil aber der Bund für die Deckung des Defizits aufkommt, wird verhindert, dass die Beitragszahler selbst darunter leiden.
Problemerkennung als erster Schritt

- (Foto: Heike / pixelio.de)
Immerhin gesteht man sich bereits illusionslos ein, das Rentenniveau in den kommenden Jahren nicht halten zu können. Das ist ein wichtiger erster Schritt, einem Problem entgegenzusteuern, das nach harmlos aussehenden Anfängen das Zeug hat, sich schon bald zu einer relevanten, gefährlichen Größe auszuwachsen: Immer weniger junge Menschen kommen mit ihren Beiträgen für die Rente von immer mehr alterndernden Mitbürgern auf – ein (noch) entferntes Schreckensszenario, dessen Vorboten aber schon an die Türe klopfen.
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