Dienstag, 19. Januar 2010

Von: JH

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Handy-Parken immer öfter möglich

Parken ohne Kleingeldsuche

Wer kennt sie nicht, die ewige Suche nach dem Kleingeld, wenn das Auto in einer der vielen Parkraumbewirtschaftungszonen geparkt wird? In immer mehr Städten ist jetzt das Bezahlen per Handy möglich.

(Foto: siepmannH / pixelio.de)

Wer kennt sie nicht, die ewige Suche nach dem Kleingeld, wenn das Auto in einer der vielen Parkraumbewirtschaftungszonen geparkt wird? Scheine akzeptieren die Automaten nicht, Rückgeld gibt es auch nicht, von EC-Karten-Akzeptanz ganz zu schweigen. Wenn der zahlungswillige Parker Glück hat, kann er sein Geld bei einem Passanten oder einem Geschäft in der Nähe tauschen. Wenn nicht, bleibt nur das Mut zum Risiko: Hoffentlich kommt jetzt keine Politesse vorbei!

In immer mehr deutschen und auch einigen europäischen Städten kann sich der Autofahrer die Kleingeldsuche inzwischen sparen: Hier ist das Bezahlen per Handy möglich. Das verspricht nicht nur eine minutengenaue, sondern auch eine praktische Abrechnung per Handyrechnung.

Keine Frage der Einwohnerzahl

Laut dem "Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V." (BITKOM) ist das "Handy-Parken" inzwischen in 54 deutschen Kommunen möglich. In den nächsten Monaten sollen weitere Städte folgen (unter anderem Wiesbaden, Bad Homburg und Potsdam). Unter den bisherigen 54 sind nicht nur die großen Städte wie Berlin, Köln oder Hamburg, auch viele kleine Städte und Gemeinden bieten den Service inzwischen an. "Handy-Parken ist keine Frage der Einwohnerzahl", sagt BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. Viele kleine Kommunen seien fortschrittlicher als große Gemeinden, wie zum Beispiel München. Hier ist das Bezahlen per Handy nämlich noch nicht möglich.

Österreich stark vertreten

Auch in Österreich gibt es mehr und mehr Städte, die das Handy-Parken anbieten. Und zwar nicht nur in den drei größeren Städten Wien, Graz oder Linz, sondern auch in kleinen Gemeinden wie Kitzbühel oder gar Gleisdorf. Die Schweiz ist derzeit mit einer Gemeinde im Kanton Zürich vertreten, in Kroatien ist es möglich, in zehn Städten per Handy zu bezahlen.

Akzeptanz leider nur gering

Die Akzeptanz unter den deutschen Autofahrern ist allerdings noch etwas gering. Rund 10 Prozent erreicht der Anteil an "Mobil-Bezahlern" bis jetzt lediglich. Aber Verkehrsexperten rechnen mit einem stetigen Wachstum. Vor allem die minutengenaue Abrechnung macht den Dienst interessant. Das lästige Nachzahlen oder auf die Uhr schauen entfällt, genauso wie eine Überbezahlung der Automaten.

Handy-Parken sehr einfach

Dabei ist das Bezahlen per Handy sehr einfach. Der Nutzer registriert sich im Internet bei einem Anbieter (in manchen Städten, wie z.B. Fürth oder Oberhof, entfällt diese sogar) und ruft beim Abstellen des Autos den Betreiber an und übermittelt die Parkzone. Beendet wird das Parken ganz einfach mit einem weiteren Anruf.

Anbieter vergleichen!

(Foto: Ruth Rudolph / pixelio.de)

Doch ganz ohne Haken ist der Service nicht. Die Anbieter wollen an den Handy-Parkern natürlich auch etwas verdienen und erheben meist eine monatliche Grundgebühr und auch oft Transaktionskosten (oft im unteren zweistelligen Cent-Bereich), die bei jedem Parkvorgang entstehen. Ein weiterer Nachteil ist die Vielfalt der Anbieter. Es gibt keinen einheitlichen, sondern ein paar verschiedene. So kann es schnell passieren, dass man zwar bei einem Anbieter registriert ist, der aber in Stadt, in der gerade ein Parkticket gewünscht wird, gar nicht operiert. Es lohnt sich oft ein Vergleich der verschiedenen Anbieter, weil die Kosten hier variieren. Vor allem, wenn in mehreren Städten geparkt werden soll, sollte darauf geachtet werden, ein Unternehmen zu wählen, das in den gewünschten Gemeinden vertreten ist.

Knöllchen trotzdem möglich

Zwar entfällt das Nachzahlen am Automaten, allerdings sollte nicht die Höchst-Parkdauer überschritten werden. In dem Fall meldet sich das System nämlich selbstständig ab, und es wird ein Bußgeld fällig, sollte der Wagen dann kontrolliert werden. Wenn das Parken in der Zone kostenlos wird (zum Beispiel nach Geschäftsschluss) meldet sich das System ebenfalls ab. Ein Vorteil, da nicht zu viel gezahlt werden kann. Allerdings sollte das beachtet werden, wenn der Wagen länger dort stehen bleiben soll. Denn sollte zur nächsten Geschäftszeit eine Politesse vorbeikommen, gibt es auch in diesem Fall ein Knöllchen.

In einem Wort: Vorteile überwiegen

Handy-Parken ist einfach und bequem: Immer mehr Gemeinden bieten den Service an und die Vorteile überwiegen. Keine Kleingeldsuche mehr, kein Hin- und Hergelaufe zum Automaten, kein Überbezahlen und kein Nachzahlen. Und vor allem: Keine Zettelwirtschaft mehr im Auto!

[JH]