Freitag, 28. Januar 2011

Von: KS

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Senior Experten Service | Fachleute im Ruhestand | Senioren | Deutscher Innovationspreis
Deutsche Senioren geben Hilfestellung in 80 Ländern

Experten im “Unruhestand” heiß begehrt

Senior Experte Dr. Horst Eichler
"Senior Expertinnen und Experten” vermitteln ihre Kenntnisse aus mehr als 50 Branchen rund um den Globus, etwa in China (Foto: SES)

Senioren im “Unruhestand”. Organisiert sind sie im “Senior Experten Service SES”; das ist eine Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit und eine gemeinnützige GmbH mit Sitz in Bonn. Gegründet wurde der international tätige Service im Jahr 1983; seine Arbeit steht unter dem Motto “Zukunft braucht Erfahrung”. SES also, vielen unbekannt, bietet interessierten Menschen im Ruhestand die Möglichkeit, ihre Kenntnisse und ihr Wissen an andere im Ausland – und auch in Deutschland selbst – weiterzugeben. Als ehrenamtlich tätige Senior Experten fördern sie die Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften. Sie leisten Hilfe zur Selbsthilfe. Es ist ein System, von dem alle Beteiligten profitieren.

Von Osteuropa bis Lateinamerika

Die in dieser Organisation vereinigten mehr als 8.800 Senior Experten helfen in kleinen und mittleren Industrie- und Handwerksbetrieben, in Organisationen oder auch in Kommunen. Sie stehen mit ihrem Fachwissen aus mehr als fünf Dutzend Branchen mit Rat und Tat zur Verfügung. Das heißt, ihre Unterstützung gilt vorrangig kleinen und mittleren Unternehmen, Einrichtungen der Berufsbildung, dem Gesundheitswesen und karitativen Organisationen. Aber sie unterstützen auch Institutionen wie beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ).  Insgesamt: (Klein-)Industrie und Handwerk bestimmen den fachlichen Hintergrund der SES-Experten, der abgerufen wird von Osteuropa bis Lateinamerika und Zentralasien, in 80 Ländern insgesamt. Dabei ist das gemeinsame Programm von SES und der Robert Bosch Stiftung für bessere Berufsausbildung in den Ländern Südosteuropas auf besondere Resonanz gestoßen.

Marketing, Vertrieb und Personalwesen

71 Prozent der “Unruheständer” kommen aus der Privatwirtschaft, zwölf Prozent aus Lehrberufen. Etwa 15 Prozent sind Frauen. Bilanzierung, Marketing und Vertrieb, Organisation und Personalwesen sind am meisten gefragt. 1.500 Einsätze waren es im Jahr 2010, seit der Gründung im Jahr 1983 waren es mehr als 23.000 Einsätze. Mit anderen Worten: Deutsche Fachleute im Ruhestand sind stark gefragt, und derzeit können nicht alle von außen herangetragenen Wünsche und Hilfe-Ersuchen befriedigt werden. “Mangelware” beispielsweise ist Fachwissen im Bereich Lebensmittelverarbeitung – und das geht von der Produktion von Backwaren bis zur Nudelherstellung. Auch scheinbar Abseitiges wird nachgefragt. So beispielsweise ein Experte für die Zucht von Speisepilzen. Aber auch in den klassischen SES-Bereichen wird Ruhestands-Nachwuchs weiter gesucht. So im Fahrzeugbau, Textil und Druck, Chemie und Holzverarbeitung.

Gute Sprachkenntnisse sind gefragt

Wer da mitmachen will nach dem Abschluss des aktiven Berufslebens, sollte – neben dem Fachwissen – Neugier, gute Gesundheit, Flexibilität und die uneingeschränkte Bereitschaft mitbringen, Fachwissen weiterzugeben. Gute Sprachkenntnisse erhöhen die Einsatzchance. Vor allem Englisch, Französisch und Spanisch sind gefragt. Ein SES-Einsatz dauert in der Regel vier bis sechs Wochen. Natürlich entstehen den Experten bei ihrer Tätigkeit keine Kosten. Das Durchschnittsalter der Experten liegt bei etwa 68 Jahren. Das Bundesbildungsministerium und das Auswärtige Amt unterstützen diese Initiative nach Kräften, ebenso viele Mitglieder des Bundestags und des Europäischen Parlaments. Besonders aber auch die Spitzenverbände der Deutschen Wirtschaft und deren unternehmensnahe Stiftungen. Getreu dem SES-Credo: “Zukunft braucht Erfahrung”.

Seit dem Jahr 2009 ist der Senior Experten Service Träger des Deutschen Innovations- und des mexikanischen Staatspreises.

[KS]