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Politische Konturen auf der Berlinale

- Die 61. Filmfestspiele in Berlin (Foto: commons.wikimedia.org / Maharepa, CC BY 2.0)
Ein Hauch John Wayne wehte am Donnerstag durch den Berlinale Palast am Potsdamer Platz und läutete die 61. Internationalen Filmfestspiele in Berlin ein. Die Neuinterpretation “Tru Grit” des Western-Klassikers “Der Marshall” bildete – obwohl in den USA bereits angelaufen - mit charmanten Wildwestern-Flair den Auftakt der Berlinale. Seitdem flanieren erfahrene und neu-etablierte Filmakteure über die Roten Teppiche. Auch dieses Jahr erhält sich die Berlinale ihren Ruf als politisches Festival und zahlreiche Filme reflektieren und verarbeiten gesellschaftliche und politische Umbrüche.
Psychologie, Drama und Erklärungen
Vom 10. bis zum 20. Februar, werden insgesamt 400 internationale Filme in zehn Kategorien vorgeführt, die viel Psychologie, Drama und Erklärungen auf die Leinwand bringen: Die multi-kulturelle Mischung beinhaltet kaputte Familienstrukturen, kontroverse Verhaltensmuster und patriotisch moralisch widersprüchliche Gefühle.
Außer Konkurrenz laufen dieses Jahr die MEDIA-geförderten Filme “Pina” von Wim Wenders und der österreichische Film “Mein bester Feind” mit Moritz Bleibtreu.
Im Rahmen der Veranstaltung wurden auch die ersten 34 Projekte, die vom MEDIA-Mundus-Programm der EU gefördert werden, vorgestellt. Das MEDIA-Mundus-Programm ist ein internationales Kooperationsprogramm der EU, das die Förderung von kulturellen und kommerziellen Beziehungen zwischen der europäischen Filmindustrie sowie Filmemachern aus Drittländern zum Ziel hat. 15 Millionen Euro EU-Fördermittel stehen von 2011 bis 2013 insgesamt zur Verfügung.
Ein Stuhl bleibt leer
Sieben Juroren sollten entscheiden, welche Filme mit dem Golden und Silbernen Bären ausgezeichnet werden. Doch dieses Jahr bleibt ein Platz in der Jury leer. Der iranische Regisseur Jafar Panahi war aufgrund seiner regimekritischen Filme im Frühjahr letzten Jahres festgenommen und zu sechs Jahren Haft und 20 Jahren Berufsverbot verurteilt worden. Panahi legte Berufung ein und bewegt sich momentan in Teheran auf freiem Fuß. Eine Ausreise oder Kontakt zu ausländischen Medien wurden ihm trotz Drängen der internationalen Jury verwehrt.
Seine harte Strafe trat eine Welle der Empörung los. Aus Solidarität wird sein Platz dieses Jahr nicht besetzt. Neben seinem populärsten Film “Offside” stehen auch weitere seiner Werke auf dem Programm. Jury-Präsidentin Isabella Rosselini verlas einen Brief von Panahi, in dem er verkündete weiterhin seiner sozialkritischen Linie treu zu bleiben und wenn ihm das jetzt auch verboten sei, so mache er in seinen Träumen weiter. “In ihnen schreie ich nach einer Welt, in der wir uns gegenseitig tolerieren.”
Von den Highlights der Berlinale werden wir an späterer Stelle berichten.
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