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“East-meets-West”

- Die Metropole Hong Kong (Foto: commons.wikimedia.org/Hstoffels, gemeinfrei)
Vergangenen Dienstag lag der Duft Chinas in der Luft des Brandenburger Ministeriums in Berlin. Ein chinesisches Restaurant sorgte mit einem kulinarischen Buffett, bestehend aus Reisspezialitäten und Meeresfrüchten, für das Wohlergehen der Gäste. Dazu gab es - in typisch chinesischer Manier - Tee und süße Softgetränke.
Der Grund für dieses Aufgebot war der Besuch einer Gruppe junger Regisseure aus Hong Kong. Am letzten Tag ihrer fünftätigen Reise wurde ein Treffen zwischen den chinesischen Regisseuren und der CRC (Captal Regions of Cinema) arrangiert, um einen Dialog zwischen östlicher und westlicher Filmkultur zu fördern. Die CRC ist eine internationale Organisation, die das kreative Potential der europäischen Metropolen Paris, Rom, Madrid und Berlin zusammenbringen soll.
Nach dem förmlichen Teil der Veranstaltung, bei der die anwesenden Regisseure vorgestellt und für ihre Arbeit geehrt wurden, zeigten die Veranstalter einen Zusammenschnitt wichtiger Filme aus Hong Konger Produktionen.
Die fernöstliche Filmwelt offenbart eine überraschende Vielfältigkeit. Bei der Frage nach chinesischen Filmen herrscht immer noch ein altes Klischee: Kampfsport und Godzilla. Teilweise wird dieses auch wirklich bedient: Hong Kong ist vor allem bekannt für die Produktion von Martial-Arts-Filmen.
Es gibt aber auch eine Reihe von Regisseuren, die sich mit gesellschaftskritischen Themen befassen und gerade internationale Filmfestivals, wie die Berlinale, sorgen dafür, dass auch diese Filme in Europa und darüber hinaus bekannt werden. 2010 gewann der Film “Echoes over the Rainbow” den gläsernen Bären für den besten Spielfilm in der Kategorie “Generation”. Dieser erzählt die Geschichte einer Familie, die im gegenwärtigen Hong Kong für ein besseres Leben und gegen soziale Ungerechtigkeit kämpft. Damit wurde in Hong Kong ein neues Bewusstsein für chinesischen Film in der westlichen Welt geschaffen.
Nachdem alle mit den kulinarischen Köstlichkeiten versorgt worden waren, sollte es die Möglichkeit zu einem direkten Gespräch mit den Regisseuren geben. Ganz der chinesischen Mentalität entsprechend, gestaltete sich dies sehr förmlich. Fragen wurden nur nach vorheriger Anmeldung beantwortet und man wurde von den einzelnen Regisseuren zu den persönlichen Gesprächen abgeholt.
Man hatte ein bisschen den Eindruck, dass die Filmcrew aus Fernost erschöpft war. Immerhin hatten sie schon einen fünftägigen Veranstaltungsmarathon hinter sich. Dieser führte sie unter anderem auch nach Babelsberg, dem deutschen Filmmekka, bekannt durch Filmproduktionen wie Inglorious Basterds.
Gesponsert wurde die Reise von der HKSARG (“Hong Kong Special Administrative Region”). Deren Ziel ist es, Hong Kong als Filmregion zu promoten und für die Filme ein breiteres Publikum zu erschließen. In Deutschland wird die HKSARG von der HKETO (“Hong Kong Economic and Trade Office”) vertreten. Diese brachten die CRC und den Besuch aus China zu dem gemeinsamen Mittagessen zusammen.
Der Direktor der HKETO, Stephen Wong, machte in seiner Ansprache deutlich, dass er eine intensivere Zusammenarbeit mit den europäischen Filmmetropolen anstrebt: “Lasst uns durch die Freundschaft zwischen Berlin, Paris, Rom, Madrid und Hong Kong neue Maßstäbe setzen.” Nach dem interessanten und informativen Austausch in Berlin, kann man diese Wunsch nur unterstützen und in Zukunft auf produktive Zusammenarbeit hoffen.
[AL]









