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Die Jugend tagt

- Die Jugendlichen stellen ihre erarbeiteten Resolutionen vor (Foto: Tatjana Bojarski)
Das Staatstheater Mecklenburg-Vorpommerns in Schwerin war entgegen seiner eigentlichen Bestimmung vom 27. April bis zum 01. Mai Schauplatz des Europäischen Jugendparlaments. Bei herrlichem Wetter berieten 110 Jugendliche für 5 Tage am Schweriner See über Themen, die in der aktuellen Europapolitik von Brisanz sind: Asylpolitik, Presse- und Meinungsfreiheit sowie Mutterschutz gehörten zu den Themen der diesjährigen Sitzung.
Vorauswahlen
Seit 1990 bietet das Europäische Jugendparlament eine Plattform zum politischen und kulturellen Austausch für Jugendliche zwischen 16 und 22 Jahren. Um zum Parlament eingeladen zu werden, veranstalten bundesweit 80 Schulen mit gymnasialer Oberstufe einen Wettbewerb, an dem rund 800 Schüler teilnehmen. Von einer Jury aus Politikern und Ehemaligen des Jugendparlaments werden die besten 12 Schulen ausgesucht. Diese schicken dann eine achtköpfige Delegation zu der Nationalen Auswahlsitzung, die in diesem Fall in Schwerin stattfand.
Das Ringen um Lösungen beginnt

- Die Resolutionen werden von den verschiedenen Delgationen diskutiert (Foto: Tatjana Bojarski)
Die Delegationen spalten sich auf, sobald die Auswahlsitzung beginnt. Die Schüler gehen dann in unterschiedliche Komitees, die aus acht bis zwölf Personen bestehen, um sich mit verschiedenen Themen der aktuellen europäischen Politik zu beschäftigen. Dies fördert vor allem auch den kulturellen Austausch und die Jugendlichen können neue Freundschaften schließen. In Diskussionen versuchen sie zu einer gemeinsamen Resolution zu gelangen, die dann vor dem gesamten Jugendparlament in Englisch vorgestellt und diskutiert werden soll. Marie und Ariane, die sich in ihrem Komitee mit der Gleichstellung der Frau auf dem europäischen Arbeitsmarkt beschäftigten, machten deutlich, dass es sich gar nicht als so einfach gestaltet innerhalb des Komitees zu einem gemeinsamen Beschluss zu kommen, da so viele unterschiedliche Ansichten aufeinanderprallen: “Man muss anderen Leuten zuhören, auch wenn sie ganz andere Ansichten haben”, lautet ihr Fazit.
Neben der ganzen Arbeit, kommt aber auch das Vergnügen nicht zu kurz. Man geht gemeinsam Essen und es gibt eine Willkommens- und Abschiedsparty, sowie jeden Abend ein anderes Programm.
Visionen und Ideen - auch an Realschulen

- Die Hauptorganisatoren Julius Kleindienst und Bettina Scholze (Foto: Tatjana Bojarski)
Momentan können an dem Europäischen Jugendparlament nur Gymnasien oder Ganztagsschulen mit einer gymnasialen Oberstufe teilnehmen. Dies hängt damit zusammen, dass das Parlament in englischer Sprache stattfindet und ein sicherer Austausch, in einer neu erlernten Sprache, erst in der Oberstufe garantiert werden kann. Allerdings erklärt Julius Kleindienst, einer der Hauptorganisatoren des Schweriner Parlaments, welche Möglichkeiten es für Realschulen gibt: “Wir versuchen jetzt mit Veranstaltungen an Schulen zu gehen. Das machen wir dann auf deutsch und es ist auch nicht ganz so groß wie hier. Wir sind zwei Tage an den Schulen. Am ersten Tag wird die Resolution ausgearbeitet und am zweiten Tag darüber debattiert. Das macht den Schülern viel Spaß und darüber hinaus, ermöglicht es für sie einen Einblick in den Ablauf einer Parlamentssitzung.”
Das erklärte Ziel des Parlaments macht Bettina Scholze, die andere Hauptorganisatorin deutlich: “Den Jugendlichen soll ein Raum für ihre Visionen und Ideen gegeben werden, damit sie zum Ausdruck bringen können, welche Ideen sie von einem zukünftigen Europa haben, welche Vorstellungen sie damit verbinden und ihnen auch zu zeigen, dass es ein Podium gibt, um sich zu artikulieren.”
[AL]
(Teaserbild: Schweriner Schloss, Foto: commons.wikimedia.com/Kollossos-CC BY-SA 3.0)









