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Schüler machen Politik

- Die SIMEP 2011 findet am 30. und 31. Oktober sowie am 20. und 21. Oktober statt. (Bild: simep.eu)
European Circle: Wie oft fand die SIMEP bisher statt?
Kempin: Die SIMEP findet dieses Jahr zum 13. mal statt. Da wir letztes Jahr damit sehr viel Erfolg hatten, findet sie dieses Jahr zweimal statt.
European Circle: Die Veranstaltung geht über zwei Tage, was passiert an diesen beiden Tagen? Wie machen Schüler Politik?
Kempin: Die beiden Tage sind zunächst örtlich aufgeteilt, der erste Tag findet im Bundestag statt und der zweite im Berliner Abgeordnetenhaus. Am ersten Tag wird es so sein, dass die Schüler sich erstmal kennen lernen. Es sind alle Mitgliedsstaaten der EU vertreten, das heißt sie werden sich auch in ihren Ländergruppen kennen lernen. Wir haben zusätzlich die verschiedenen Fraktionen des Europäischen Parlaments bei uns vertreten. Sie werden sich bei uns einfinden, sich gegenseitig ein bisschen “beschnuppern” und dann auch schon ihre jeweiligen Positionen, die sie vertreten sollen, erarbeiten. Das ist hauptsächlich für den ersten Tag vorgesehen, zwischendurch gibt es noch eine Rede und eine Diskussion mit einem Politiker. Am zweiten Tag starten wir dann schon sehr früh, wo es dann darum geht diese erarbeiteten Positionen aus den Fraktionssitzungen, aus den Ländergruppen, dann in sechs verschiedenen Ausschüssen zu beraten, darüber zu diskutieren und darüber so eine Art Entschließungsentwurf anzufertigen. Diese können sie dann später in ihren Fraktionen auch nochmal besprechen, sofern es nötig ist und auch noch Änderungen einbringen. Anschließend können sie mit anderen Fraktionen Koalitionen eingehen, verhandeln, diskutieren oder anderweitige Bündnisse schließen. Also es ist sehr, sehr spannend. Final wird im Plenum das Ganze hitzig diskutiert und auch präsentiert.
Themen, Möglichkeiten und Zugangsvoraussetzungen
- Daniel Kempin im Interview über die SIMEP. (Foto: tv.berlin)
European Circle: Also alles sehr originalgetreu, wie Europapolitik auch betrieben wird, nur dass es alles Schüler von der 11. bis 13. Klasse sind. Was für Themen werden denn unter anderem besprochen?
Mertes: Die Eurokrise, Migration, was ein ganz wichtiges Thema ist, und Verbraucherschutz.
European Circle: Wie viele Schüler können sich bewerben?
Mertes: Pro SIMEP können ca. 200 Schüler teilnehmen. Wir hoffen natürlich immer, dass sich sehr viele Leute anmelden, sodass wir die Fraktionen voll kriegen.
European Circle: Man kann sich als Abgeordneter oder als Journalist bewerben. Was macht man denn als Journalist?
Mertes: Also als Journalist kann man die SIMEP-Zeitung mitgestalten. Diese können dann im Bundestag und Abgeordnetenhaus herumlaufen, Abgeordnete interviewen und auch die Abgeordneten aus dem Europäischen Parlament, die zu uns kommen, befragen. Und dazu schreiben sie dann die Texte in professioneller Begleitung und bekommen auch schon im Vorfeld wertvolle Tipps und Tricks zum Schreiben.
European Circle: Braucht man im Vorfeld irgendwelche Kenntnisse oder kann man einfach auf die Seite klicken und sich bewerben?
Kempin: Man braucht keine Vorkenntnisse. Man kann direkt auf www.simep.eu klicken und sich sowohl als Abgeordneter als auch als Journalist bewerben. Die Teilnehmer bekommen von uns im Vorfeld natürlich Informationen über die inhaltlichen Schwerpunkte und am ersten Tag im Bundestag dann eine inhaltliche Einführung. Da wird niemand allein gelassen oder kommt ins Stottern, also das klappt auch wunderbar ohne Vorkenntnisse.
Was vermittelt werden soll
- Projektkoordinatorin Jana Melina Mertes über die SIMEP. (Foto: tv.berlin)
European Circle: Die Mitarbeiter von SIMEP machen das alle ehrenamtlich; 80-100 Leute arbeiten bei der SIMEP, Sie beide sind dieses Jahr in der Organisation neu mit dabei, was motiviert Sie dazu, Schüler zu animieren Politik zu machen?
Mertes: Also ich finde es total wichtig, die Europäische Union näher kennen zu lernen und dadurch auch das Europäische Parlament, weil so etwas in der Schule oft ein bisschen langweilig ist. Wenn man das aber richtig erlebt und mitmacht, dann lernt man richtig viel dazu.
Kempin: Bei mir ist es relativ ähnlich. Mich motiviert der Gedanke, dass Europa unsere Zukunft ist und man gerne mitreden und mitgestalten möchte, so wie wir das bei der Jungen Europäischen Bewegung als Hintergrundidee haben. Und so eine Simulation ist eigentlich der beste Weg, um zu erfahren, was “die” da machen und zu sehen, dass es eigentlich gar nicht so schwierig ist und denkt: “Das kann ich auch!” Außerdem möchte ich natürlich die Teilnehmer dahingehend motivieren, sich auch später noch mehr zu engagieren und mehr mit Europa zu machen.
European Circle: Die Daten sind 30. und 31. Oktober, sowie 20. und 21. November, also vier Tage insgesamt, für die man sich bewerben kann. Was ist das genaue Ziel dieser Veranstaltung?
Mertes: Das Hauptziel ist eigentlich, dass die Jugendlichen Spaß daran finden sich zu beteiligen und Europa besser kennen zu lernen, um vielleicht auch danach noch etwas damit zu machen.
Kempin: Wir sehen es an den Rückmeldungen von Schülern, die sagen: “Das, was ich bei euch gelernt habe, das habe ich in zwei Jahren Politikunterricht nicht gelernt!” Insofern ist auch der Bildungsaspekt gegeben, neben dem Spaßfaktor, sodass sie auch wirklich etwas mitnehmen.
[RED]
(Teaser-Bild: simep.eu)









