Donnerstag, 29. Dezember 2011

Von: RED

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Keywords:
Iversity | Kommunikation | Hochschule | Studenten | digitaler Campus | weltweit
Neue Plattform erleichtert das Studentenleben

Iversity – Der weltweite, digitale Campus

Hannes Klöpper
Die Kommunikation an Universitäten soll Dank dem neuen Netzwerk "Iversity" noch einfacher und besser werden. (Foto: tv.berlin)

Es ist ärgerlich, wenn der Professor wieder einmal die wichtige Mail nicht bekommen hat, der Student die letzte Lehrveranstaltung am schwarzen Brett übersehen hat oder das Treffen mit Studentenkollegen der Lerngruppe an der Koordination scheitert. Die neue Plattform “Iversity” erleichtert Studenten und auch Professoren die Kommunikation im Hochschulbereich. Mehr darüber erfahren wir vom Geschäftsführer von “Iversity” Hannes Klöpper.

European Circle: Wodurch ist “Iversity” eine bessere Kommunikationsgrundlage zwischen Lehrenden und Studierenden als beispielsweise E-Mail?
 
Klöpper: Ja, also heutzutage ist es tatsächlich meistens noch die E-Mail, die zur Kommunikation dient, und wir haben uns gedacht, das muss eigentlich besser gehen. Wenn man diese soziale Dynamik sieht, die sich auf Facebook zum Beispiel entfaltet, wo die Leute sich ganz viel austauschen, miteinander reden, Ideen diskutieren oder “Netzfundstücke” posten, bzw. mit anderen teilen; da haben wir uns gedacht, warum findet nichts in dieser Art an Hochschulen statt? An Hochschulen gibt es relativ statische Systeme wie Blackboard oder Moodle, da werden PDF-Dokumente gepostet. Die Leute kommen da hin, laden sich die runter und danach geht es irgendwie per E-Mail hin und her. Das ist eigentlich verwunderlich, angesichts dessen, dass es eigentlich in der Wissenschaft oder im Hochschulbereich um den Austausch geht, dass das, was wir im privaten Bereich sehen, was da gut funktioniert, da nicht genutzt wird.
 
European Circle: Man kann sich kostenlos bei iversity.org anmelden, was passiert dann, was ist da alles möglich?
 
Klöpper: Also man muss sich das so ein bisschen wie eine Mischung aus sozialem Netzwerk und einer Arbeitsplattform vorstellen. Man hat die Möglichkeit sich anzumelden, ein Profil zu erstellen und dann geht es bei Iversity eigentlich um die Zusammenarbeit in Gruppen und die Zusammenarbeit um Dokumente herum, in Gruppen. Das, was ja auch der wesentliche Inhalt einer Lehrveranstaltung ist, man hat bestimmte Dinge, die man lesen soll, trifft sich in der Gruppe, um das zu diskutieren oder sich damit auseinander zu setzen oder im Rahmen eines Forschungsprojektes. Das ist eigentlich immer die selbe Konstellation.

Iversity
Iversity kann ganz individuell von Studenten und Lehrenden genutzt werden. (Foto: Klaus Brühlheim/pixelio.de)

European Circle: Wie ist es seit ihr im September online gegangen seid? Wie war da die Rückmeldung?
 
Klöpper: 
Seit dem hat sich die Nutzerzahl mehr als verdoppelt. Wir kriegen sehr positive Rückmeldungen von den neuen Nutzern, die sich angemeldet haben, die alle sagen, das ist ja so viel einfacher, da eine Lehrveranstaltung zu erstellen, Sachen zu posten oder miteinander zu diskutieren. Wir haben auch einige Features, die es so nirgendwo anders gibt, dass man zum Beispiel PDF-Dokumente im Browser aufmachen, Sachen unterstreichen und Anmerkungen schreiben kann und das dann live im Internet, wo andere unmittelbar auf diese Anmerkungen antworten können.
 
European Circle: Wie viele Hochschulen sind mittlerweile bei euch im Portfolio?

Klöpper:
 Wir richten uns ja nicht an die Hochschulen selbst, sondern direkt an die Studenten und Professoren, das heißt, wenn ein einzelner Professor sagt, er möchte das für seine Lehrveranstaltung nutzen, kann er hingehen, sich anmelden, loslegen. Wenn ein Student sagt, er möchte das für seine Lerngruppe nutzen, kann er hingehen und sich anmelden, das ist überhaupt kein Problem. Wir haben Leute von etwa 100 Hochschulen, oder so, das ist aber schon etwas länger her, dass ich das geprüft habe. Wahrscheinlich ist es mittlerweile deutlich mehr, aber wie gesagt, das ist sehr dezentral.
 
European Circle: Iversity kann man ja weltweit nutzen, wird es denn auch weltweit genutzt?
 
Klöpper:
 Ja, also die Top-3-Länder sind Deutschland, Indien und die USA. Aber ich habe das letztens mal nachgeguckt, da waren es um die 70 Länder, also Nutzer aus ca. 70 Ländern, die sich registriert haben. Wie intensiv das jetzt wo genutzt wird, das müsste ich nochmal genau auswerten.
 
European Circle: Ihr wurdet u.a. vom Land Brandenburg und von privaten Investoren gefördert, wie schwierig war es denn, diese Förderung zu bekommen?
 
Klöpper: Es gibt da in Berlin-Brandenburg schon ganz gute Fördermöglichkeiten. Auch in diesem Gründerumfeld kenne ich den ein oder anderen, der da staatliche Unterstützung oder staatlich subventionierte Kredite bekommen hat. Aber man muss sich da schon ziemlich reinhängen, also Jonas Liebmann, mein Mitgründer und der ursprüngliche Gründer von Iversity, der hat zunächst ein Exist-Stipendium bekommen, worauf sich jeder deutsche Student, der einen Abschluss an einer Hochschule erwirbt, bewerben kann; hat dann aber zwei Jahre lang im Prinzip versucht Geld zu bekommen, zunächst vergeblich, dann haben wir uns im Januar zusammengetan und haben alles überarbeitet und im Sommer diesen Jahres hat es dann geklappt.

European Circle: Was ist euer Ziel für die Zukunft?
 
Klöpper: Die Vision ist ein globales akademisches Netzwerk und die Verknüpfung dieser Inhalte. Es geht nicht nur darum, dass ich jetzt eine Gruppe gründen kann und dann mit 15, 100 oder 200 Leuten eine Lehrveranstaltung durchführe, sondern dass man die Sachen auch miteinander verknüpft, so dass ein globales Vorlesungsverzeichnis, wenn man so will, möglich ist; zu suchen, was wird denn anderswo gelehrt, wie wird es gelehrt und dann da auch reinzuschauen. Man kann bei uns auch offene Lehrveranstaltungen durchführen, wir starten diese Woche offene Kurse, wo man so zu sagen Allgemeinbildung, ein Studium generale, neben dem Studium durchführen kann. Da sind alle herzlich eingeladen da beizutreten.
 
[RED]

 

(Teaserbild: berlin-pics  / pixelio.de)