Donnerstag, 16. Februar 2012

Von: Svenja Räker

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Keywords:
Galileo-Navigationssystem | Satellitennavigation | GPS | Europa | Doresa | Wolfgang Tiefensee | Dr. Reinhold Ewald
Navigationssystem Galileo sucht Namen

Ein Satellit für Doresa

Malwettbewerb Galileo
Unter den rund 900 Einsendungen aus Deutschland überzeugte das “Kunstwerk” der elfjährigen Doresa die dreiköpfige Jury. (Foto: MEDIA CONSULTA)

“Ein Satellit, der Deinen Namen trägt” lautete der Wettbewerb, an dem insgesamt 15.000 Kinder zwischen neun und elf Jahren in ganz Europa teilnahmen. Unter den rund 900 Einsendungen aus Deutschland überzeugte das “Kunstwerk” der elfjährigen Doresa die dreiköpfige Jury. Nach ihr wird nun ein weiterer der insgesamt 27 Satelliten des Europäischen Navigationssystems Galileo benannt. Der Preis wurde der Berliner Schülerin am Dienstag, den 14. Februar in ihrer Theodor-Storm-Grundschule in Neukölln übergeben. Gemeinsam mit Wolfgang Tiefensee und Dr. Reinhold Ewald übergab Matthias Petschke, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, den Preis an Doresa Demaj. Mit einer Urkunde sowie einem Pokal in Form des Satelliten, der ihren Namen tragen wird, wurde sie ausgezeichnet. “Alle Kunstwerke waren ganz toll” betonte Wolfgang Tiefensee. Neben dem ehemaligen Verkehrsminister haben Dr. Reinhold Ewald, Astronaut der European Space Agency (ESA) und logo!-Moderatorin Jule Gölsdorf in der Jury mitgewirkt.

Eine tolle Maltechnik überzeugte

Wolfgang Tiefensee, Jurymitglied und ehemaliger Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, lobt die Arbeit Doresas: Sie habe hundertprozentig das Thema getroffen und etwas Zukunftsweisendes gemalt. “Die Farbgebung spiegelt das wider, was man sich vorstellt, und ohne zu wissen hat Doresa das anhand ihrer Fantasie wiedergegeben.” Außerdem lobte der Minister die tolle Maltechnik und die perspektivische Darstellung im Bild. Und er ließ es sich nicht nehmen, das Siegerbild von der jungen Gewinnerin signieren zu lassen. Bei dem Wettbewerb zum Thema “Weltall und Raumfahrt” waren alle Materialien und Techniken des Zeichnen und Malens erlaubt. Dass das Malen neben Schwimmen das liebste Hobby der Berliner Schülerin ist, hat sie eindrucksvoll mit ihrem Bild bewiesen. Der Doresa-Satellit wird nun den zwei bereits ins All gestarteten Satelliten folgen. Die ersten beiden Satelliten tragen den Namen der Gewinner aus Bulgarien und Belgien. Die insgesamt 27 Satelliten stehen stellvertretend für jedes Mitgliedsland der EU.

Für Technik braucht es zunächst Wissenschaft

Malwettbewerb Galileo
Neben dem Hauptpreis wird Doresa für ihr Bild ebenfalls von ihrer Schuldirektorin ausgezeichnet und bekam ein Buch über das Weltall überreicht. (Foto: MEDIA CONSULTA)

Mit dem neuen europäischen Navigationssystem sollen genauere Positionen in Raum und Zeit das Navigieren erleichtern. Das Galileo-System soll präziser als das amerikanische GPS-System sein. Voraussetzung dafür, so erklärte der Astronaut Reinhold Ewald, sei die Wissenschaft, anhand derer geforscht und schließlich die notwendige Technik entwickelt werden könne, um dann einen Satelliten ins Weltall schicken zu können. So erklärte er den Schülern anschaulich, worum es bei diesem Navigationssystem geht und beantwortete geduldig alle Fragen der anwesenden Schüler der Kunst-AG. Die Ansicht der Erde aus dem All interessierte die Kinder ebenso wie die Arbeit im All. Und sie hörten staunend zu, als der Astronaut die Erde als sehr abwechslungsreich und überwiegend blau beschrieb, weil schließlich ein Großteil der Erde von Meer eingenommen sei. Und auch die Geschwindigkeit, mit der ein Raumschiff im All unterwegs ist, beeindruckte die Schüler. Mit einer Geschwindigkeit von 7,5 Kilometer pro Sekunde umrundet es in nur 90 Minuten die ganze Welt, und man erhält bei jedem Mal neue Eindrücke, so Ewald. Die Art, wie Reinhold Ewald von seinen eigenen Erfahrungen im All erzählt, zeigt, mit welcher Begeisterung er seinem Beruf nachgeht, und er regt die Schüler dazu an, ihren Interessen ebenfalls nachzugehen: “Es macht immer Spaß, wenn man sein Hobby zum Beruf macht”. So habe er bereits im Alter von elf Jahren in der Abteilung für Kinder- und Jugendbücher in der Bibliothek seines Heimatortes alle Bücher über Astrophysik und andere verwandte Gebiete gelesen, so dass er sogar auf die Abteilung der Erwachsenen ausweichen durfte. Doresa erklärte, sie habe einfach angefangen zu malen und habe das Bild immer weiter verfeinert. Für ihr tolles Bild wurde sie neben dem Hauptpreis ebenfalls von ihrer Schuldirektorin ausgezeichnet und bekam ein Buch über das Weltall überreicht. Wo der ihr überreichte Preis seinen Platz bekommen wird, wusste die Siegerin auch schon ganz genau: “im Regal des Wohnzimmerschranks”. Eine etwas schüchterne, aber glückliche Gewinnerin wurde schließlich zusammen mit der Jury und Ihren stolzen Eltern auf einem Erinnerungsfoto abgelichtet.