Freitag, 23. März 2012

Von: Stephan Günzel

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Europäische Akademie Berlin | Schuman-Stiftung | Konrad-Adenauer-Stiftung | Europa im Koffer | Stratenschulte | Dialog | Osterweiterung | Belarus | Ukraine | Projekt
Europa im Koffer

Auftakt zu einem neuen Dialog

Die Erweiterung der EU schreitet auch im Zeichen der Krise voran. Damit ist klar: Der Glaube an eine funktionierende Gemeinschaft ist ungebrochen. Gut so. Doch im Zuge der Osterweiterung kam es in den vergangenen Monaten vereinzelt zu Rückschlägen. Der Vorzeigekandidat Ukraine ist seit der Amtsübernahme des Präsidenten Janukowitsch zu einem kleineren Störfall geworden, wodurch deutlich wird, wie wichtig ein intensiv und offen geführter Dialog zwischen den Beitrittskandidaten und der EU ist. Genau dies ist der Urgedanke des europäischen Dialogprojekts “Europa im Koffer”. Bereits seit 2010 wird das Projekt mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung, Schuman-Stiftung aus Polen, Konrad-Adenauer-Stiftung in der Ukraine, Institut für Euroatlantische Zusammenarbeit in der Ukraine organisiert und von der Europäischen Akademie Berlin begleitet sowie methodisch unterstützt. Nun steht eine Fortsetzung des erfolgreichen Projektes an, dessen Prozess der European Circle über das Jahr hinweg begleiten wird.

Dialogbereitschaft

Europa im Koffer
Mit den europäischen Grundwerten, wie Demokratie Toleranz und Freiheit im Gepäck, wollen die Teilnehmer den zukünftigen Generationen Perspektiven in Europa aufzeigen. (Richard/pixelio.de)

Der Schwerpunkt dieses Projekts ist die Diskussion und der proaktive Dialog mit jungen Menschen in der Ukraine, Belarus sowie Moldau und Armenien. Ziel ist es mit den Teilnehmer über die europäischen Grundwerte, wie Demokratie Toleranz und Freiheit zu diskutieren und für die zukünftigen Generationen Perspektiven in Europa aufzuzeigen. In den genannten Ländern ist das Wissen über die EU häufig sehr begrenzt und entsprechend sind Ressentiments und Ängste ausgeprägt. Durch das Projekt “Europa im Koffer” soll also nicht nur Aufklärungsarbeit geleistet werden, sondern insgesamt zu einem verbesserten Kulturverständnis beigetragen werden. Weiterhin sollen die Jugendlichen Fördermöglichkeiten der EU kennenlernen und ermutigt werden, eine aktive Zivilgesellschaft in den jeweiligen Ländern zu bilden bzw. unterstützen. Sicherlich sehr ambitionierte Ziele, doch Perspektiven zu schaffen, Demokratien zu festigen und Prozesse erfolgreich abzuschließen sind immer abhängig von den ursprünglichen Ambitionen. Je größer sie sind, desto weiter kann gegangen werden. Besonders attraktiv für alle Teilnehmer ist der offene Diskussionsraum, der im Gegensatz zu reiner Öffentlichkeitsarbeit nicht rein interessengeleitet ist, sondern in Teilen ergebnisoffen angegangen wird. Dennoch ist die Öffentlichkeitsarbeit ein wesentlicher Bestandteil des Projekts. Diese Arbeit fällt von Land zu Land unterschiedlich aus. In manchen Ländern werden offizielle Pressekonferenzen stattfinden, in Belarus hingegen wird während des Projekts auf eine aktive Öffentlichkeitsarbeit verzichtet. Dies aus Rücksichtnahme gegenüber den Teilnehmern, die mit unangenehmen Reaktionen seitens der Behörden rechnen müssten.

Vortreffen

Zum inoffiziellen Start gab es am ersten Märzwochenende in den Räumlichkeiten der Europäischen Akademie Berlin ein Auftakttreffen der sogenannten Senior-Teams, die das Projekt “Europa im Koffer” in den Ländern begleiten und lenken werden. Während des Treffens wurden nicht nur organisatorische Absprachen getroffen, sondern vor allem auf die kommenden Aufgaben eingestimmt. Wer wird Ansprechpartner vor Ort sein? Welche Erfahrungen aus den vorangegangenen Jahren sind wertvoll für das anstehende Projekt und wie wird untereinander kommuniziert? Im Vordergrund müsse der lebhafte Austausch von Standpunkten und Erfahrungen stehen. Eine reine Informationsveranstaltung gilt es zu vermeiden. Es ginge ja vor allem darum, durch Diskussionen das Interesse an der europäischen Integration zu vergrößern und die Grundlagen und Grundwerte der Europäischen Integration im jeweiligen Kulturverständnis zu fördern. 

Die Junior-Teams

Über Ausschreibungen in Deutschland, Polen und den jeweiligen Ländern wurden die Teilnehmer der Junior-Teams gefunden. Die Teilnehmer sind maximal 30 Jahre alt und haben in den meisten Fällen bereits Vorkenntnisse in der Geschichte und dem Grundgedanken sowie der Thematik “Osterweiterung der EU”. Für Diskussions- und Dialogprojekte dieser Art ist darüber hinaus natürlich die Lust am Reisen und Kennenlernen neuer Menschen besonders wichtig.

Die Stationen des Projekts

Insgesamt werden sieben Junior- und drei Senior-Teams an dem Projekt teilnehmen. Die Treffen finden in Kiew, Bukarest und Tiflis statt. Der offizielle Startschuss fiel vergangene Woche mit dem Vorbereitungstreffen der ukrainischen Junior-Team-Mitglieder in Kiew. Die Junior-Experten wurden in 4 Gruppen á 6 Personen aufgeteilt. Jede Gruppe besteht nun jeweils aus zwei Mitgliedern Deutschlands, zwei Mitgliedern aus Polen und zwei aus der Ukraine. Die Touren werden im April und im Mai in vier verschiedenen Regionen in der Ukraine stattfinden. Im September wird ein Evaluationstreffen in Warschau veranstaltet.

Öffentlichkeitsarbeit

Das Projekt “Europa im Koffer” wird von Beginn an von der Europäischen Akademie methodisch begleitet und koordiniert. Durch die Erfahrungen aus den vorangegangenen Jahren können der Akademieleiter, Prof. Eckart Stratenschulte und die Projektleiterin, Dr. Weronika Priesmeyer-Tkocz mit Rat und Tat zur Seite stehen und wichtige Impulse geben. Während des Projekts wird eine Internetseite entstehen, die die gesammelten Ergebnisse dokumentieren wird. Der European Circle wird exklusiv über “Europa im Koffer” berichten und dieses einzigartige Projekt medial begleiten. Darüber hinaus wird in den kommenden Wochen ein Blog auf unseren Seiten eingerichtet werden, in dem die Teilnehmer der Teams von ihren Erfahrungen berichten.

(Teaserbild: Gerd Altmann/pixelio.de)