Hamburger Poeten verleihen der Sprache Flügel

- Die UNESCO hat den 21. März seit 2000 zum Welttag der Poesie ernannt. (Foto:commons.wikimedia.org/Mouagip, gemeinfrei)
Reimer Eilers ist in Helgoland geboren, der kleinen malerischen Insel, 130 Kilometer von Hamburg entfernt. Seine Eltern hatten ein Haus in der Möwenstraße 333. "In Helgoland werden nicht die Straßen, sondern die Anzahl der Häuser gezählt“, erzählt der Dichter kurz vor der Lesung. Reimer Eilers dichtet in Schriftsprache, aber auch in Helgoländisch, die kaum noch jemand spricht. Seine Bilder sind das Meer, die Schiffe, zerrissene ans Ufer geschwemmte Taue, Schiffsmaste, der Horizont, die Möwen, das Leben der Seeleute.
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Reimer Eilers im Interview
European Circle: Mit welcher Motivation nimmt der Hamburger Schriftstellerverband am Welttag der Poesie teil?
Reimer Eilers: Zum Welttag der Poesie gab es in Berlin eine quasi offizielle Veranstaltung der Deutschen UNESCO-Kommission mit Poeten aus Litauen, Bahrein, Simbabwe und Deutschland. Der Schriftstellerverband in Hamburg veranstaltet seine Poesie-Lesung in eigener Verantwortung und ohne weitere Absprachen. Im letzten Jahr haben wir beispielsweise im Troparium von Planten un Blomen "Lyrik aus den Tropen“ gelesen.
European Circle: Was ist der Hintergrund des Welttages und warum hat die UNESCO ihn ausgerufen?
Reimer Eilers: Der Welttag der Poesie wird seit 2000 jedes Jahr gefeiert. Die UNESCO erinnert damit an eine der ältesten literarischen Kunstformen, an die Vielfalt des Kulturguts Sprache und die Bedeutung mündlicher Überlieferungen. Verlage sollen ermutigt werden, poetische Werke besonders unbekannter Dichter zu verlegen. Poesie soll als Teil des kulturellen Alltags gefördert werden.
European Circle: Was wollen Sie für die Schriftsteller in Deutschland erreichen?
Reimer Eilers: Der VS ist ein Verband von Berufsautoren, was konkret bedeutet, dass wir Mitglieder haben, die einen Großteil ihres Lebens der Lyrik bzw. Poesie widmen. Insofern fühlen wir uns besonders angesprochen, diesen Tag öffentlich mit einer poetischen Veranstaltung zu begehen. Als Berufsverband setzt sich der VS einerseits ganz nüchtern für die sozialpolitischen Interessen der Autoren ein, etwa über die Künstlersozialversicherung und die Ausarbeitung eines fairen Verlagsvertrags und berufliche Weiterbildung. Andererseits möchten wir in dieser Großstadt deutlich machen, dass hier viele zeitgenössische Autoren leben und schreiben. Im Juni werden wir auf der Freilichtbühne im Stadtpark, wo sonst die bekannten Bands auftreten, zwei Tage lang ein Literaturfest feiern, den "Neuen Literatrubel“.
European Circle: Wen wollen Sie ansprechen?
Reimer Eilers: Ansprechen möchten wir langfristig alle kulturell interessierten Bürger. Schön ist es immer, wenn es uns gelingt, Hörerinnen und Hörern in der heutigen Zeit zu vermitteln, dass Sprache in einem Medium mehr ist als das Servieren kleiner Info-Happen.
European Circle: Herr Eilers, wir danken Ihnen für das Gespräch.









