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Europa informiert über Energieeffizienz

- Energieeffizienz ist das große Thema der diesjährigen EU-Woche für nachhaltige Energie. (Fotoquelle: Luise/pixelio.de)
Die Energiewende ist in Deutschland ein leidiges Thema. Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima Anfang 2011 entschied die Bundesregierung zunächst den Atomausstieg. Doch ein Jahr später ist im Bereich der Energiewende noch nicht viel erreicht worden. Die Fördergelder für erneuerbare Energien sollen gekürzt werden und die zuständigen Bundesministerien von Wirtschaft und Umwelt bleiben in vielen Fragen uneinig. Ernster wird das Energie-Thema dagegen in Brüssel genommen. So hat die EU-Kommission diese Woche zur Europäischen Woche für Nachhaltige Energie 2012 (EUSEW) erklärt.
Siebte Ausgabe der EU-Woche
Die EU-Woche für nachhaltige Energie findet bereits zum siebten Mal statt und setzt ihren Fokus in diesem Jahr auf die Themen Energieeffizienz und erneuerbare Energie. Das Projekt befasst sich vom 18. bis 22. Juni mit neuen Investitionen in Energieeffizienzsteigerungen und einer umfassendere Nutzung erneuerbarer Energien. Während einer speziellen Konferenz will man Unternehmen, Entscheidungsträgern und der gesamten Öffentlichkeit demonstrieren, dass nachhaltige Energien realisierbar, kosteneffektiv und sowohl positiv für die Umwelt als auch die Wirtschaft seien können. Organisiert wird die Konferenz von der Exekutivagentur für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation im Auftrag der Generaldirektion Energie der EU-Kommission. Der für Energiepolitik zuständige EU-Kommissar Günther Oettinger hob am Dienstag auch die wirtschaftliche Komponente der nachhaltigen Energie hervor. “Europa investiert zwar schon viel in eine intelligentere Energiennutzung, aber es wird Zeit, die europäischen Bürger mehr über ihren Nutzen zu informieren und sicherzustellen, dass die erneuerbaren Energien wettbewerbsfähige Mitspieler im europäischen Energiemarkt werden.
"Sustainable Energy Europe Awards"
Im Rahmen der Themen-Woche wurde auch ein Preis für nachhaltige Energie vergeben. Mehr als 250 Bewerbungen gingen bei der EU-Kommission ein, wobei letztendlich 25 Projekte aus 14 Ländern in die engere Auswahl kamen und um den Sieg in den Kategorien Kommunikation, Verbraucher, Lernen, Leben und Arbeiten kämpften. Die Sieger des "Sustainable Energy Europe Awards" wurden am Dienstagabend im Théâtre de Vaudeville in Brüssel vorgestellt. Nach Ansicht der Jury seinen die Gewinner des wichtigsten europäischen Umweltpreises "exzellente Beispiele" für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit.
"Stromspar-Check" siegt
In der Kategorie "Verbraucher" konnte sich ein deutsches Projekt durchsetzen. “Stromspar-Check” ist eine Initiative des Deutschen Caritasverband und des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) und erhält zusätzlich Förderungen durch das Bundesumweltministerium. Das Projekt soll besonders einkommensschwachen Haushalten einen Weg aus der Energiearmut bieten. Dazu wurden ehemalige Langszeitarbeitslose zu “Stromsparhelfern” umgeschult und in mittlerweile über 100 Städten und Gemeinden eingesetzt. Sie sollen Beziehern von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld praktische Tipps geben, um etwa den Strom- und Warmwasserverbrauch zu reduzieren. Nachdem man bislang in rund 70.000 Haushalten Energie- und Wassersparartikel eingebaut hat, können pro Haushalt jährlich im Durchschnitt bis zu 133 Euro eingespart werden. Die Städte und Kommunen sparen zudem an Kosten für die Unterkünfte von ALG-II-Beziehern. Bundesumweltminister Peter Altmaier freut sich über den Award. "Die Aktion "Stromspar-Check" beweist eindrucksvoll, dass mit Beratung und kostengünstigen Maßnahmen ein enormes Effizienzpotential in Privathaushalten erschlossen werden kann. Dass damit Langzeitarbeitslosen eine Perspektive geboten wird, ist eine bemerkenswerte und vorbildliche Symbiose von Klimaschutz und Sozialpolitik", so Altmaier.
150 Veranstaltungen in Brüssel

- Von der "Europa-2020" Strategie sollen alle profitieren. (Fotoquelle: ec.europa.eu, Credit © European Union, 2010)
Neben der Konferenz in Brüssel, gibt es im Rahmen der Europäischen Woche für Nachhaltige Energie rund 150 Veranstaltungen in Belgiens Hauptstadt, die sich im gesamten Jahr 2012 mit dem Thema nachhaltige Energie beschäftigen. Zudem sind in mehr als 40 Ländern weltweit, rund 950 Veranstaltungen zu den "Energietagen" geplant. Bei verschiedenen Workshops und Konferenzen sollen vor allem kleineren Unternehmen und Privathaushalten beraten werden, in wie weit sie zur Energieeffizienz beitragen können. Insgesamt hat sich die Europäische Union in ihrer "Europa 2020"-Strategie hohe Ziele gesetzt. So will man bis zum Jahr 2020, 20 Prozent ihrer Energie aus erneuerbaren Quellen gewinnen. Nach Einschätzungen der EU-Kommission könnten vor allem Verbraucher von den Ergebnissen der "Europa 2020"-Strategie profitieren. Man rechnet mit finanziellen Einsparungen von bis zu 1000 Euro pro Haushalt und der Schaffung von bis zu zwei Millionen neuer Jobs.
"Rio+20"-Gipfel
Zeitgleich mit der Europäischen Woche für Nachhaltige Energie findet in Rio de Janeiro die Konferenz der Vereinten Nationen "Rio+20" statt, auf der die internationale Gemeinschaft ein neues politisches Engagement für die nachhaltige Entwicklung diskutiert. Auch dort wird die EU-Kommission bei verschiedenen Veranstaltungen vertreten sein.









