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Ist bio wirklich bio?

- Bio-Produkte aus ökologischer Landwirtschaft finden einen immer größeren Absatzmarkt. Dem grünen Siegel droht allerdings ein Vertrauensverlust. (Foto: Petra Bork / pixelio.de)
Seit Jahren schon sind Bio-Produkte aus ökologischer Landwirtschaft im Kommen. Anhand des geschützten Bio-Siegels der Europäischen Union kann sich der Verbraucher sicher sein, dass das Produkt auch wirklich aus geprüftem Anbau stammt. Ein jüngst veröffentlichter Bericht könnte aber zu einem Vertrauensverlust dem grünen Siegel gegenüber führen.
Kontrollstellen mit Schwächen
Der Europäische Rechnungshof (EuRH) führte eine Prüfung diverser Kontrollorgane der EU-Mitgliedsstaaten durch. Geprüft wurde nicht nur, ob die Länder bei nationalen Erzeugern und Importeuren ihre Kontrollpflicht beachten, sondern auch, inwiefern zertifizierte Erzeugnisse aus dem EU-Ausland kontrolliert werden. Der Europäischen Rechnungshofs weist in seinem Sonderbericht auf einige Schwächen der Kontrollstellen hin.
Bio-Siegel droht Verlust der Aussagekraft

- Der Europäische Rechnungshof bemängelt insbesondere, dass in einigen Mitgliedsstaaten die Kontrollfunktion der zuständigen Ämter kaum wahrgenommen wird. (Foto: commons.wikimedia.org/ Euseson, CC BY-SA 3.0)
So wird besonders bemängelt, dass in einigen Mitgliedsstaaten die Kontrollfunktion der zuständigen Ämter kaum wahrgenommen wird. Das führt dazu, dass EU-Anforderungen gar nicht erst umgesetzt werden – das Bio-Siegel, das eigentlich für kontrollierten Anbau stehen soll, verliert somit an Wert. Ein weiteres Problem ist die schwierige Rückverfolgbarkeit diverser Erzeugnisse auf nationaler Ebene. Durch die nicht vorhandene Kontrolle seitens der Ämter kann nicht gewährleistet werden, dass diese stattgefunden hat. Bei Importen erweist sich die Rückverfolgung aufgrund von Schwachstellen in den Einfurbestimmungen als noch schwieriger.
Überwachung der Kontrollsysteme
Der EuRH fürchtet deshalb einen Vertrauensverlust der Bürger in die mit dem Bio-Siegel gekennzeichneten Produkte, sollten die Mängel nicht behoben werden, und sprach aus diesem Grund verschiedene Empfehlungen aus. So sollen Länder die Kontrollpflicht der zuständigen Ämter stärker wahrnehmen, ein besser funktionierender Informationsaustausch innerhalb und zwischen den Mitgliedsstaaten und mit der EU-Kommission gewährleisten sowie stärkere Kontrollen auf Erzeuger, Importeure und Verarbeiter ausüben, um eine sichere Rückverfolgbarkeit sicherzustellen. Der EU-Kommission hingegen wird empfohlen, ihre Überwachung der Kontrollsysteme der Länder durch verstärkte Prüfbesuche sowie Protokollierung zu verbessern. Bei der Einfuhr von Bio-Produkten aus Drittländern soll die EU-Kommission hingegen eine angemessene Überwachung übernehmen.









