Donnerstag, 4. Juni 2009

Von: Jochen Hencke

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Europäisches Parlament | Wahlen
Digitale Zeiten

Die Europawahl im Netz

Barack Obama hat es im US-Präsidentschaftswahlkampf vorgemacht, die EU zieht nun hinterher: wichtige zukünftige Wahlen werden heutzutage (auch) im Internet entschieden. Und aus dem Grund hat sich die EU Einiges einfallen lassen, die Europawahl auch im Internet entsprechend zu präsentieren. Leider ist die Informationsfülle im Internet fast grenzenlos und gezieltes Informieren somit aufwändig – es geht aber auch anders.
Am Sonntag findet die Wahl zum Europäischen Parlament statt (Foto: ec.europa.eu, Credit © European Union, 2009)

Es ist nämlich recht einfach, sich über die Wahl ausreichend zu informieren und seine Stimme sinnvoll abgeben zu können. Obwohl uns die EU mitunter immer noch als riesiger, komplizierter Apparat erscheint, trifft dies bei näherer Betrachtung gar nicht zu. Die zur Wahl benötigten Informationen können in wenigen Minuten abgerufen werden und selbst wer in die EU und ihre Abläufe wirklich eintauchen will, wird vor keine unlösbare Aufgabe gestellt. Die folgenden Absätze erläutern, wie und wo man sich innerhalb von wenigen Minuten über die Wahl informieren kann.

Erste Anlaufstelle

Auf der eigens eingerichteten Webseite zur Wahl finden sich zahlreiche interessante Anwendungen, die den Usern den Urnengang erleichtern sollen.

Zuerst wird den Wählern erklärt, warum überhaupt gewählt wird, wer die Kandidaten sind und weshalb es wichtig ist, dass sich möglichst viele Menschen an der Wahl beteiligen. Schließlich beeinflusst man durch die Wahl der bevorzugten Partei letzten Endes zukünftige Entscheidungen, die wiederum das eigene Leben betreffen. Besonders Interessierte finden auch weiterführende Links wie beispielsweise zu den rechtlichen Grundlagen. Das gewonnene Wissen kann man dann im Quiz zur Europawahl unter Beweis stellen, bei dem die Besten eines von 40 Nokia 5800 Xpress Music Handys gewinnen können.

Welche Partei zu wem passt

Wer sich für die Wahl nicht sämtliche (umfangreichen) Parteiprogramme durchlesen möchte, benutzt den Wahl-O-Mat. Dort werden einem verschiedene Thesen zu aktuellen Problemen und Aufgaben der EU vorgestellt, denen man zustimmen kann oder auch nicht. Nach den 38 Thesen kann man sein EU-Meinungsprofil mit jenen der antretenden Parteien vergleichen und herausfinden, welche Parteilinie am ehesten den eigenen Vorstellungen entspricht. So lässt sich in fünf Minuten die am ehesten geeignete Partei finden – noch einfacher geht es nicht.

Europa und die Jugend

Die EU bemüht sich, ihre Politik besonders Jugendlichen verständlich und nachvollziehbar zu machen. Im mittwöchlich erscheinenden youthletter werden junge Menschen vorgestellt, die sich anhand eigener Projekte für den europäischen Gedanken einsetzen. Durch die Angabe einer e-mail-Adresse kann dieser problemlos abonniert werden.

Der Menüpunkt Deine Meinung erklärt auf leicht verständliche Art und Weise, inwiefern Deutschland heute so ist, wie es ist – und was die EU damit zu tun hat. Man erfährt zum Beispiel, warum Deutschland seinen Ruf als Exportweltmeister durch die EU-Mitgliedschaft weiter ausbauen konnte, was die EU mit immer günstiger werdendem Telefonieren und Fliegen zu tun hat und inwiefern Umweltschutz und uneingeschränkte Reisemöglichkeiten gefördert werden. Jeder Punkt kann durch einen einfachen Klick als persönlich wichtig oder unwichtig kommentiert werden. Die EU ist schließlich für ihre Bürger da und will diese möglichst in die Politikgestaltung mit einbeziehen.

Weitere Quellen

Die EU möchte auch internetaffine Bürger in ihrem eigenen Umfeld erreichen. Deshalb gibt es in beinahe allen relevanten sozialen Netzwerken Gruppen zur EU-Wahl, die bequem über die jeweiligen Suchfunktionen gefunden werden können. Dort findet man allerhand Diskussionen, Links und Hintergrundinfos zur Wahl.

Auch der beliebte Microblogging-Dienst twitter enthält zahlreiche, von Usern und Offiziellen betreute Accounts zur Europawahl. Dort erhält man kurz und prägnant die neuesten Informationen und Links rund um die Wahl.

Ein sehr beliebtes Informationsmittel sind Videoportale. Egal ob youtube, vimeo, myvideo, clipfish oder sevenload, auf allen Portalen finden sich Erklärungs- und Unterhaltungsvideos zur Wahl.

Die EU präsentiert damit ein freilich noch verbesserungswürdiges, aber dennoch zeitgemäßes Angebot digitaler Wahlinformation. Die User jedenfalls nutzen das Angebot und werden hoffentlich durch rege Rückmeldung dazu beitragen, das Internet als schnelles Informationsmedium auch für politische Wahlen zu forcieren.