28.08.2009


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Keywords:
G8 | Klimagipfel | Klimakonferenz | Umweltschutz | Treibhausgas | Emissionen | CO2
Klima-Ergebnis des G-8-Gipfels

Dunkle Wolken am Horizont

Erstmals hat die USA den Maßnahmen zum Klimaschutz zugestimmt. Trotz dieses Erfolges am Klimagipfel der G8 in Italien konnte keine Einigung mit China erzielt werden. Dabei wäre die Teilnahme des Landes dringend nötig – sein Anteil an den weltweiten Treibhausgasemissionen beträgt mittlerweile 40 Prozent.

China und Indien sind die größten aufstrebenden Wirtschaftsmächte mit einer entsprechend zügig wachsenden Industrie. Diese Länder produzieren im Vergleich zu westlichen Nationen vor allem konkurrenzlos billig und nehmen dabei wenig Rücksicht auf die Umwelt. Durch den hohen Bedarf an geringqualifizierten Arbeitskräften wird zwar die Armut in diesen Ländern bestmöglich gemindert. Damit diese Staaten aber ebenfalls umweltschonend und zugleich wettbewerbsfähig wirtschaften können, bedarf es des Geldes der Länder, die vom Boom dieser "Tigerstaaten" am meisten profitieren: Nämlich der reichen, westlichen Industrienationen. Denen kommt ein solches Ansinnen jedoch höchst ungelegen – kämpft doch die Welt mit einer nie dagewesenen Wirtschaftskrise.

Die Ergebnisse bezüglich Klima

Unter Obama haben die USA nun dem Klima-Vorhaben zugestimmt (Foto: ec.europa.eu, Credit © European Union, 2009)

Bis 2050 sollen die Emissionen der Gase, die als Verursacher der weltweiten Klimaerwärmung gelten, in den G-8-Staaten um 80 % verringert werden – das entspricht einer Halbierung des CO2-Ausstoßes gegenüber 1990. Soviel ist mindestens nötig, damit die Erderwärmung bis 2050 die vorgenommene Grenze von zwei Grad nicht übersteigen wird. Die USA hat erstmals diesem Vorhaben zugestimmt, was bereits als Erfolg gelten darf – auch wenn diese Zustimmung vorerst unverbindlich ist. Aber sie stellt eine wichtige Absichtserklärung der USA für die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 dar.

G8 allein zu wenig

Die Einigung unter den G8 ist erfreulich, allerdings hat sich in den letzten Jahren der CO2-Ausstoß der Schwellenländer gefährlich erhöht: China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika bilden zusammen die G5, allesamt aufstrebende Wirtschaftsnationen, deren Industrien in den nächsten Jahren wachsen und damit erheblich mehr Emissionen ausstoßen werden.

Gemeinsame Einigung nötig

Auch Schwellenländer wie China sollten dem neuen Klimaprotokoll zustimmen (Foto: poldy / pixelio.de)

Um die Treibhausgase effektiv reduzieren zu können, müssen weltweit sämtliche Industrien mitziehen und z.B. Filter in die Schornsteine einbauen. Andernfalls wirkt ein fehlender Klimaschutz in einem Land wie eine Einladung für die Industriekonzerne, gerade dort ihre "Dreckschleudern" aufzustellen, wo durch den Verzicht auf teure Filteranlagen billiger produziert werden kann als in Ländern, die den Klimaschutz ernst nehmen. Unter anderem verlegen deshalb heute schon soviele Hersteller ihre Produktion nach China. Ein Klimaprotokoll, das nur die Emissionen der G8 berücksichtigt, verlagert das Problem also nur, anstatt es bei der Wurzel zu packen.

Zu erwartende Probleme

Das Kyoto-Protokoll endet 2012 – bis dahin sollte spätestens ein Plan für die nächsten Jahre feststehen. Die Interessen der einzelnen Wirtschaftsnationen unterscheiden sich jedoch stark voneinander, was eine Einigung erschweren wird. Westliche Nationen wollen ihre gewohnte Vormachtstellung in der Industrie nicht verlieren, die Schwellenländer arbeiten hingegen darauf hin, den Wohlstand der westlichen Nationen zu erreichen. Auch die Armutsbekämpfung ist ein Grund, möglichst billig – auch auf Kosten der Umwelt – zu produzieren.

Deutschlands Beitrag

A. Merkel darf sich nach der Zustimmung der USA zufrieden zeigen (Foto: ec.europa.eu, Credit © European Union, 2009)

Da Barrack Obama mittlerweile der Notwendigkeit zustimmt, den CO2-Ausstoß zu reduzieren, darf Angela Merkel in Hinsicht auf die Klimadebatte (eines ihrer Hauptthemen) zufrieden sein. Deutschland erweist sich außerdem in der Umsetzung des Protokolls als besonders eifrig: bereits 2008 wurde das Ziel erreicht, die Emissionen im Vergleich zu 1990 um 21 % zu vermindern. Trotzdem muss stärker an die längerfristige Zukunft gedacht werden.

Forschung ist der Schlüssel

Die Lösung ist das Erforschen und Nutzbarmachen von alternativen Energiequellen. Nur damit könnte sich die Industrie von den belastenden Treibhausgasen emanzipieren. Doch um in absehbarer Zeit mit Alternativen rechnen zu können, fehlt die entsprechende Forschung. Die Ausgaben dafür sind in den letzten Jahren erheblich gesunken. Heute gibt der Bund nur etwa 500 Millionen Euro pro Jahr für Forschung aus – das ist halb so viel wie noch in den Achtzigern. Dieses Niveau muss mindestens wieder erreicht werden, will man die fernen Klimaschutzziele im Jahr 2050 tatsächlich umsetzen. Einsparungen dafür könnte man – man glaubt es kaum – beim herkömmlichen Umweltschutz machen.

Bisherige Maßnahmen mangelhaft

Laut einem Gutachten des Institutes der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag des Deutschen Industrie- und Handelskammertages DIHK könnte die Klimapolitik viel wirksamer gestaltet werden. Kritikpunkte dieser Lobbyvertretungen sind die Emissionszertifikate der EU, die eine zu geringe Emissionsreduktion vorsehen und der Ausstieg aus der CO2-freien Kernenergie. Außerdem gebe es zu viele verschiedene Maßnahmen, die dasselbe Ziel verfolgen. Kurzum: bisherige Umweltschutzmaßnahmen seien ineffizient und unnötig teuer.

Schwellenländer und die USA

Weltweiter Klimaschutz erfordert weltweite Beteiligung. Drei Viertel des jährlichen CO2-Anstiegs von 400 Millionen Tonnen entfallen auf China und Indien, zusammen mit den USA werden sie im nächsten Jahrzehnt vorraussichtlich 40 % des weltweiten Anteils ausmachen. Hier muss der Hebel angesetzt werden, wenn die Emissionsreduktion erfolgreich sein soll. Bis zur UN-Klimakonferenz in Kopenhagen bleibt noch ein knappes halbes Jahr, um realistische Strategien dafür zu entwickeln.