Von: Felix Texter

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Keywords:
UNFCCC | Kopenhagen | UN | Weltklimagipfel | Klimawandel
Für eine saubere und lebenswerte Zukunft

Die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen

(Foto: Cornerstone / pixelio.de)

In der zweiten und dritten Dezemberwoche ist die dänische Hauptstadt Kopenhagen Schauplatz des 15. Klimagipfels der Vereinten Nationen. Am Veranstaltungsort - dem Kongresszentrum „Bella Center“ - werden über 12 Konferenztage bis zu 18.000 Teilnehmer/innen aus 192 Ländern erwartet, die zur einen Hälfte aus Regierungsdelegierten der Vertragsstaaten, zur anderen Hälfte aus Vertretern diverser NGOs (Non-Governmental Organizations) sowie Mitgliedern der Presse bestehen werden. 
Die alljährliche Veranstaltung soll, im Gegensatz zu den voran gegangenen Gipfeln auf Bali 2007 und in Posen (Polen) 2008, in diesem Jahr wieder einige für die Weltöffentlichkeit messbare Ergebnisse bringen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde auf der Klimakonferenz vor zwei Jahren die Marschrichtung für Kopenhagen 2009 festgelegt: Es soll eine für alle Vertragsnationen rechtlich bindende Nachfolgevereinbarung für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll entwickelt werden.

Werdegang der internationalen Klimaverhandlungen

Die UN hat die Notwendigkeit des internationalen Klimaschutzes bereits vor geraumer Zeit erkannt. Im Jahr 1992 wurde die „Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen“ (United Nations Framework Convention on Climate Change/UNFCCC) in New York ins Leben gerufen. Die mittlerweile aus 192 Vertragsstaaten bestehende Konvention versteht sich als ein internationales Umweltabkommen, das es sich zum Ziel gesetzt hat, die globale Klimaerwärmung durch fortschreitende Treibhausgasemissionen einzudämmen und deren Folgen zu mildern bzw. weitestgehend zu kompensieren. Die Vertragsstaaten der Konvention treffen sich seither zu einem jährlichen Weltklimagipfel, um gemeinsame Maßnahmen zum globalen Klimaschutz zu besprechen.
Der erste Meilenstein in den UNFCCC-Konferenzen war das 1997 beschlossene und 2005 in Kraft getretene Kyoto-Protokoll - benannt nach der damaligen japanischen Tagungsstätte - das erstmals rechtlich bindende Grenzwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen (maßgeblich Kohlendioxid, CO2) in den Industrieländern festlegte. Im Detail sieht das Protokoll bis zum Jahr 2012 eine Reduktion der jährlichen Treibhausgasemission um durchschnittlich 5,2 Prozent gegenüber 1990 vor. Nach aktuellem Stand der Prognosen werden die Vertragsstaaten diese Richtlinie einhalten können. Auf der Agenda der Kopenhagener Klimakonferenz steht also nun die Schaffung eines neuen bindenden Regelwerkes zur Emissionsreduktion nach 2012 an erster Stelle.

Die Ziele der EU in Kopenhagen

(Foto: ec.europa.eu, Credit © European Union, 2009)

Als Repräsentant einer gewichtigen Ländergruppe innerhalb der UNFCCC steckt die Europäische Union große Hoffnungen in die Beschlüsse von Kopenhagen. Im Gegensatz zu den USA formuliert sie bereits im Vorfeld zum Klimagipfel konkrete Zielvorgaben nach ihren Vorstellungen. So hat die EU-27 die so genannte 202020-Initiative auf die Tagesordnung der Konferenz gebracht. Diese sieht vor bis zum Jahr 2020:

- die erneuerbaren Energien um 20 Prozent im Vergleich zu heute auszubauen
- die CO2-Emissionen aller EU-Länder um 20 Prozent zu senken im Vergleich zu 1990 (bis 2050 sogar um 50 Prozent)
- und die Energieeffizienz im Verbrauch um 20 Prozent im Vergleich zu 1990 zu steigern.

All das ist dem übergeordneten Ziel gewidmet, die magische 2-Grad-Grenze bei der Erderwärmung - im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter - niemals zu überschreiten. Denn nur dann lassen sich laut Wissenschaft die Folgen des Klimawandels noch bewältigen. Zum Vergleich: Eine Abkühlung des globalen Klimas um "nur" 4 Grad hat vor 10.000 Jahren die letzte Eiszeit hervorgerufen, in deren Zuge der europäische Kontinent flächendeckend, im heutigen Deutschland beispielsweise bis zu einer Linie Dortmund-Hannover-Leipzig mit einer 200 Meter dicken Eisschicht überzogen war. Das Ziel der EU ist es also, die 202020-Initiative für alle Klimakonventionsvertragsstaaten für bindend zu erklären. Ob ihr dies gelingen wird? Die Mitglieder der Union selbst haben sich diesen Vorgaben natürlich bereits bedingungslos verschrieben.

Realistisch zu erwarten ist etwas anderes

Die Ziele der EU sind hoch gesteckt, denn die Gemeinschaft selbst fühlt sich stark und im Stande, die Herausforderung zu bewältigen. Doch dieser Optimismus herrscht bei weitem nicht bei allen Konventionsmitgliedern. Der Großteil der Vertragspartner setzt seine Emissionsreduktionsziele nach 2012 geringer an. Die Gemeinschaft der Entwicklungsländer (G-77), zu denen sich auch China und Indien zählen - im Übrigen nach den USA die größten CO2-Produzenten der Welt - plädieren für eine in der Intensität konstante Vorführung des Kyoto-Protokolls: Dieses zwingt nur die westlichen Industrienationen zu konkreten Kohlendioxid-Reduzierungen, nicht aber die Entwicklungsländer. Auf der anderen Seite sperren sich die USA, wie schon in Kyoto, vor einer Einwilligung in bindende CO2-Reduktionsrichtlinien, da die Klimafrage momentan in den Vereinigten Staaten keine große Popularität gegenüber der Finanz- und Wirtschaftskrise besitzt.
Alles in allem wird die 15. UN-Klimakonferenz in Kopenhagen in jedem Fall ein spannendes Tauziehen um die kurzfristig aufschiebbaren und langfristig notwendigen Klimaschutzmaßnahmen in der Weltgemeinschaft. Die Öffentlichkeit blickt gespannt nach Kopenhagen - wir werden es auch tun. The European Circle wird über die Beschlüsse ausführlich berichten.

[FT]

(Teaserbild: commons.wikimedia.org/Béria Lima,CC BY-SA 3.0)