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Neuanfang in Libyen

- Muammar al-Gaddafi (Foto: commons.wikimedia.org/James (Jim) Gordon, CC BY 2.0 )
Muammar al-Gaddafi ist tot. Der ehemalige Machthaber Libyens ist am Donnerstag durch einen Arzt im Krankenhaus von Misrata für tot erklärt worden. In den letzten fünf Monaten unterstützte die NATO Aufständische bei ihrem Kampf gegen Gaddafi und seine Truppen. Aus dem NATO-Hauptquartier in Brüssel hieß es zwar es wäre nicht ihr Ziel Gaddafi auszuschalten, doch insgeheim hatte man wohl spekuliert das in Libyen erst nach dem Tod des Ex-Diktators Ruhe einkehrt. So lässt NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen verlauten:"Die NATO und unsere Partner haben das historische Mandat des UN-Sicherheitsrates zum Schutz der libyschen Bevölkerung erfolgreich umgesetzt”.
Widersprüchliche Angaben zum Tod
Zu den Umständen seines Todes gibt es jedoch unterschiedliche Berichte. Fest steht, Gaddafi floh in einem Konvoi aus der Stadt Sirte. Ein Nato Einsatz stoppte den Konvoi nach wenigen Kilometern durch ein Bombardement. Nach Angaben des Chefs der libyschen Übergangsregierung, Mahmud Dschibril, habe sich Gaddafi anschließend in einem großen Wasserrohr versteckt und wurde während eines Schusswechsels zwischen Gaddafi-Anhängern und Aufständischen tödlich verletzt. Ein Mitarbeiter des Übergangsrates behauptet dagegen, Kämpfer hätten den Ex-Diktator sehr brutal verprügelt und anschließend getötet. "Das hier ist Krieg", sagte er.
42 Jahre an der Macht
1969 kam Gaddafi, als 27-Jähriger, an die Macht indem er bei einem unblutigen Putsch den damaligen König Idris absetzte. In der langen Zeit seines Terror-Regimes ließ er mehrere Anschläge verüben, wie etwa 1988, als 270 Menschen durch einen Anschlag auf eine PanAm-Maschine über dem schottischen Lockerbie starben. Dazu kamen Mordanschläge und Putschversuche in mehreren afrikanischen Staaten. Finanziell unterstützte Gaddafi zudem verschieden Terrororganisationen wie die irische IRA.
Plötzlicher Sinneswandel
Im neuen Millenium gab es plötzlich eine Kehrtwende in Sachen Gaddafi. So half er im Jahr 2000 bei der Befreiung europäischer Geiseln auf den Philippienen, zahlte eine Entschädigung für den PanAm-Anschlag und verkündete den Verzicht auf Massenvernichtungswaffen. Der Sinneswandel erfolgte wahrscheinlich aus Angst, nach dem 11. September auf der Liste der U.S.A. gleich hinter Saddam Hussein zu stehen. Anschließend durfte Gaddafi auch wieder internationale Gäste, wie den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder oder Russlands Wladimir Putin, in seinem Beduinenzelt empfangen. Im Jahr 2009 fiel er dann scheinbar wieder in alte Verhaltensmuster zurück und nannte den UNO-Sicherheitsrat bei einer Generalversammlung einen “Terrorrat”. Ein Jahr später rief er zudem öffentlich den Dschihat gegen die Schweiz aus.
Ende des Terror-Regimes

- Gaddafi bei einem Treffen mit Wladimir Putin (Foto: commons.wikimedia.org/Presidential Press and Information Office, CC BY 3.0)
Gaddafis Herrschaft geriet dann nach knapp 42 Jahren ins wanken als sich, inspiriert durch die Entwicklungen in Tunesien und Ägypten, auch die libysche Opposition auflehnte. Der ehemalige Machthaber versuchte ein halbes Jahr lang mit allen Mitteln Widerstand zu leisten, doch dann nahmen die aufständischen Rebellen die Hauptstadt Tripolis ein. Ohne den umstrittenen Einsatz der NATO wäre es den Aufständischen wahrscheinlich nicht gelungen Gaddafis Truppen zu besiegen. Der französische Außenminister Alain Juppé sagte, der NATO-Einsatz werde gestoppt, sobald der Übergangsrat die vollständige Befreiung Libyens bekannt gebe.
Die Zukunft des Landes
Nun kann der nordafrikanische Staat einen Neuanfang wagen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte Gaddafis Tod einen entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte Libyens. Der Vorsitzende des Übergangsrates, Mustafa Abdul Dschalil, gab bekannt binnen 30 Tagen eine neue Übergangsregierung zu bilden. Einige Monate später solle dann ein Nationalkongress einberufen werden, um Weichen für den Aufbau eines demokratischen Staates zu stellen. Nach dem Tod Gaddafis feierten die Menschen in zahlreichen Städten das Ende der Terror-Herrschaft.
[TBO]









