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Politiker-Pannen
“Handel, Bildung und …äähhm, ups!” Über US-Politiker Rick Perry lacht derzeit ganz Amerika. Bei dem großen TV-Duell zwischen den Präsidentschaftkandidaten der Republikaner kann er eine Frage des Moderators nicht beantworten. Als er großspurig die drei Ministerien aufzählen will, die er als Präsident abschaffen würde, fallen ihm nur zwei ein. Nach wiederholter Nachfrage des Moderators muss er dann letztendlich zugeben, dass er das dritte Ministerium vergessen habe. Nach diesem folgenschweren Fauxpas erklären amerikanische Politikexperten die Karriere des Gouverneurs von Texas für beendet. Rick Perry ist jedoch nicht der einzige Politiker der schonmal in ein Fettnäpfchen getreten ist.
Amerika gibt den Ton an - den falschen

- Oft enthüllte George W. Bush seine wahren Absichten durch seine verbalen Entgleisungen und Fehltritte. (Quelle: ec.europa.eu, Credit © European Union, 2011)
Auch Perrys Vorgänger im Amt des Governeur von Texas, George W. Bush, bescherte den Medien während seiner aktiven politischen Karriere einen Skandal nach dem anderen. Legendär sind seine verbalen Entgleisungen, oft entlarvte er so seine tatsächlichen Absichten. In einem Interview mit dem Fernsehsender CBS tätigte er beispielsweise die Aussage: “Eine der schwierigsten Aufgaben meines Jobs ist es, den Irak mit dem Krieg gegen den Terrorismus zu verknüpfen.” Seine Parteikollegin und ehemalige Governeurin des Bundesstaates Alaska tat es ihm in nichts nach, sie machte meist keinen Heel aus ihrer politischen Unwissenheit. Doch in einem TV-Interview wurde sie gefragt, was sie denn von der Bush-Doktrin halte. Ihre Antwort lautete “In welcher Hinsicht, Charlie?”, was vermuten lässt sie kenne die Bedeutung des Wortes Doktrin nicht.
Pannen in Europa
Doch nicht nur amerikanische Politiker sorgten in der Vergangenheit für Lachen und Kopfschütteln. Auch ihre europäischen Kollegen fielen schon durch verbale Entgleisungen auf. Wahrscheinlich zeigen sich die Fähigkeiten eines guten Staatsmannes erst durch Seriosität in bestimmten Situationen. Gerade die aktuelle Euro-Krise lässt anscheinend die Nerven der Politiker blank liegen. So auch vor wenigen Wochen im Deutschen Bundestag. Der CDU-Abgeordnete und Chef des Bundeskanzleramts beschimpfte seinen Partei-Kollegen Wolfgang Bosbach mit den Worten: “Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen!”
Bunga, Bunga mit Berlusconi

- “Ich kann Netanjahu nicht ausstehen, er ist ein Lügner!”, soll Nicolas Sarkozy währen ddes G20-Gipfels in Cannes gesagt haben. (Quelle: ec.europa.eu, Credit © European Union, 2011)
Der umstrittenste europäische Politiker der letzten Jahre ist wahrscheinlich der scheidende italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Neben zahlreichen Sexskandalen und angeblichen Mafia-Kontakte, glänzte der 75-Jährige vor allem mit seinen meist unpassenden Aussagen. Nach Schlagzeilen über ausschweifende Feste mit einem minderjährigen Mädchen, sagte Berlusconi bei einem öffentlichen Auftritt er schaue hin und wieder schöne Frauen an und fände dies besser als “schwul zu sein”. Nach seinem ersten Treffen mit US-Präsident Barack Obama beschrieb er seinen amerikanischen Kollegen als “jung, schön und sonnengebräunt”. Auch während innenpolitischer Krisen waren Silvio Berlusconis Aussagen nicht immer angebracht. Bei einem Besuch der Erdbebenregion rund um L'Aquila verglich er die Unterbringung von obdachlos gewordenen Bewohnern mit einem Camping-Ausflug.
Nervosität durch die Krise
Vor allem die jüngste Euro-Krise lässt Politiker anscheinend die Nerven verlieren. Während des letzten G20-Gipfels in Cannes sorgten Barack Obama und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy für eine Panne. Eine Unterhaltung der beiden über den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu wurde von den anwesenden Medienvertretern mitgehört. So soll Sarkozy gesagt haben: “Ich kann Netanjahu nicht ausstehen, er ist ein Lügner!”. Glücklicherweise leben wir in einem Zeitalter, indem persönliche Beleidigungen unter Staatsmännern nicht mehr zu Kriegen führen. Trotzdem scheint vor allem die Euro-Krise die Politiker zu verunsichern. Die zeitlichen Verzögerungen der Ministerpräsidenten-Findung in Griechenland wurden in den Medien damit begründet, dass den stressigen Job momentan niemand machen möchte. Diese Nervosität durch die Euro-Krise scheint sich aber mittlerweile auch auf andere Bereiche auszuweiten. In dieser Woche gibt die Rating-Agentur Standard & Poor’s irrtümlicher Weise bekannt man stufe die Kreditwürdigkeit Frankreichs herab. Bereits zwei Stunden später entschuldigt man die Falschnachricht jedoch als technischen Fehler.
[TBO]
(Teaserbild Berlusconi Quelle: ec.europa.eu, Credit © European Union, 2011)









