Mittwoch, 18. Januar 2012

Von: KS

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Keywords:
Entwicklungspolitik | Dritte Welt | Hunger | Konsum | globale Lebensstile | Bonner Dialog
3. Bonner Konferenz für Entwicklungspolitik

Kampf dem Hunger in der Welt

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Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO hungern weltweit rund 925 Millionen Menschen. (Foto: commons.wikimedia.org/Cptnemo, gemeinfrei)

Wenn man der Statistik trauen darf, dann gibt es auf der Welt noch ausreichend Nahrung, um die derzeit sieben Milliarden Menschen zu ernähren. Wenn man allerdings davon ausgeht, dass es in knapp 40 Jahren rund neun Milliarden Menschen sein werden, dann sieht die Perspektive schon anders aus. Aber mit der Statistik ist es insgesamt auch heute schon so eine Sache: Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO hungern rund 925 Millionen Menschen. Die meisten leben in Südostasien und in Afrika südlich der Sahara. Denn die Nahrung auf dem Globus ist ungleich verteilt.

Mit 600 Experten und Entscheidungsträgern

Dies ist der Hintergrund für die 3. Bonner Konferenz für Entwicklungspolitik am 30. und 31. Januar 2012, die unter dem Motto "Globale Lebensstile – Neue Wege für die Entwicklungspolitik" steht. Das Thema kommt etwas akademisch daher, aber in der zweitägigen Konferenz mit mehr als 600 Experten und Entscheidungsträgern aus aller Welt geht es um die Frage, wie sich die globalen Konsum- und Lebensstile verändern müssen, um eine nachhaltige Zukunft zu sichern – und welche Rolle die Entwicklungspolitik dabei spielen kann und muss. Die Rolle der Konsumenten soll dabei genauso untersucht werden wie die der Unternehmen – vor allem der "global Player". Parallel dazu geht es um die Frage, wie politische Rahmenbedingungen und Bildungsansätze für eine zukunftsfähige Entwicklungspolitik auszusehen haben.

Die größte Armut südlich der Sahara

Armut
In vielen Staaten der Südhalbkugel lebt die Mehrheit der Menschen in großer Armut. (Foto: commons.wikimedia.org/Neil Palmer (CIAT), CC BY-SA 2.0)

In der Theorie wissen die Verantwortlichen um die Problematik und die darin steckende Sprengkraft. Man weiß auch, dass schon seit den 1970er Jahren die Unterschiede zwischen den Entwicklungsländern wachsen. Die Globalisierung hat diesen Trend verstärkt. In vielen Staaten der Südhalbkugel, vor allem in den am wenigsten entwickelten Ländern südlich der Sahara, lebt die Mehrheit der Menschen in großer Armut. In Burundi, der Demokratischen Republik Kongo, in Eritrea und im Tschad ist die Situation besonders schlimm. Die Gründe sind bekannt: Es sind interne Konflikte, Dürre oder Überschwemmungen, unterentwickelte Infrastruktur sowie stark schwankende Lebensmittelpreise.

Unterschiedliche Strukturen in den Entwicklungsländern

Weltweit müssen rund 1,2 Milliarden Menschen mit weniger als einem US-Dollar am Tag auskommen, weitere 2,8 Milliarden haben nicht mehr als zwei US-Dollar zur Verfügung. Dabei ist immer deutlicher geworden, dass die unterschiedlichen Bedürfnisse der Entwicklungsländer eine effektive (gemeinsame) Interessenvertretung auf internationaler Ebene verhindern. Das heißt, so sagen es alle Experten, dass eine moderne Entwicklungspolitik den differenzierten Realitäten in den unterschiedlich strukturierten Entwicklungsländern Rechnung tragen und ihre Hilfsangebote daran anpassen muss.

Friedensnobelpreisträger aus Indien ist dabei

600 Experten aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft werden in Bonn miteinander diskutieren. 18 internationale entwicklungspolitische Institutionen sind dabei. Prominentester Teilnehmer ist der Friedensnobelpreisträger Mohan Munasinghe aus Indien, der Begründer der Millenium Consumption Goals. Er wird seinen Ansatz für eine nachhaltige Entwicklungspolitik genauso zur Diskussion stellen wie die bolivianische Kultusministerin Elizabeth Salguero Camillo, die das in Lateinamerika populäre politische Konzept des "Buen Vivir" präsentieren will. Die "Bonner Konferenz für Entwicklungspolitik" ist im Jahr 2007 von der nordrhein-westfälischen Landesregierung ins Leben gerufen worden. Sie findet regelmäßig in Bonn statt und hat sich als Ort des internationalen entwicklungspolitischen Dialogs etabliert.

[KS]