Freitag, 29. Juni 2012

Von: Redaktion

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Solar-Tasche

Modisch, praktisch, nachhaltig

Stefan Ponsold und Andreas Troger
Stefan Ponsold, links, und Andreas Troger(, rechts, von SunnyBAG. (Foto:tv.berlin)

Man ist unterwegs und plötzlich ist das Akku des Handys leer. Das ist beinahe eine kleine Katastrophe, wenn man bedenkt, was das Smartphone alles bereit hält. Termine, Kontakte und wichtige Nachrichten sind plötzlich nicht mehr abrufbar. In der Generation der SMS-Schreiber und Dauertelefonierer ist das ziemlich ungünstig. Doch diese Probleme könnten fortan der Vergangenheit angehören, dank der SunnyBAG. Wie man mit der Tasche das Smartphone unterwegs aufladen kann, verraten Stefan Ponsold und Andreas Troger von Sunnybag im Interview.

European Circle: Dank der Tasche kann man also sein iPhone oder Smartphone unterwegs aufladen. Wie genau funktioniert das?

Stefan Ponsold: Wir haben auf der Außenseite flexible Solarpanele. Diese erzeugen elektrischen Strom durch Sonnenenergie und laden den eingebauten Akku in der Tasche. Der Akku speichert dann die Sonnenenergie. Mit Hilfe eines USB-Ausgangs, den kennt man vom Notebook und vom Computer, kann man sein Smartphone, seinen MP3-Player, seine Digitalkamera bis hin zum iPad mit Sonnenenergie unterwegs aufladen.

The European Circle: Wie lange hält der Akku?

Stefan Ponsold: Der Akku hat ein Speichervolumen von 18,5 Wattstunden. Man kann damit ein iPhone dreimal komplett aufladen. Also drei volle iPhone´s, bis dieser Puffer aufgebraucht ist.

The European Circle: Man kann aber nicht nur das iPhone anschließen. Wofür sind die übrigen Stecker, im Inneren der Tasche?

Stefan Ponsold: Natürlich gibt es verschiedene Handystecker. Wir liefern alle mit. Man kann die ganze Bandbreite von Smartphones aufladen.

Andreas Troger: Die Taschen werden aus recycelten LKW-Planen hergestellt . Die Solarpanele sind sowohl bei der Businessvariante und der Normalvariante gleich. Die Businesstasche ist allerdings aus Leder gefertigt und vom Material her etwas hochwertiger. Was noch wichtig ist, die Taschen funktionieren auch Indoor. Man braucht jetzt nicht unbedingt die direkte Sonneneinstrahlung. Auch wenn es bewölkt ist, oder man sich drinnen bewegt, lädt das Gerät schon.

The European Circle: Stimmt es, dass die Tasche auch in Afrika eingesetzt wird?

Stefan Ponsold: Nachdem die SunnyBAG in Österreich und Europa ganz gut funktioniert hat, hatten wir vor zweieinhalb Jahren die Idee auch eine Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen zu versuchen, die in Krisengebieten unterwegs sind. Diese Hilfsorganisationen haben in Krisengebieten oder in Gebieten die noch nicht elektrifiziert sind oftmals keinen Zugang zu Elektrizität. Wir haben dann “Ärzte ohne Grenzen“ in Österreich angerufen. Die haben diese Idee sehr begrüßt und haben uns sofort eingeladen. Drei Wochen später haben wir ihnen einen ersten Prototypen auf den Tisch gestellt. Diese Taschen sind jetzt im Südsudan und im Kongo im Einsatz.

Faction Pelican
Das Model SunnyBAG Faction Pelican hat eine Paneelleistung von 3000 mWp. (Foto:sunnybag.at)

The European Circle: Wie sieht es mit weiteren Designmöglichkeiten aus? Gibt es es vielleicht auch eine kleinere Tasche für Frauen? Zurzeit ist die Tasche aufgrund dieser Solarpanele noch relativ groß.

Andreas Troger: Wir haben bereits Modelle speziell für Frauen, die dann etwas femininer designt sind. Wir brauchen allerdings eine gewisse Größe, um die Solarpanele unterzubringen. Daher kann es nicht viel kleiner werden. Aber wir arbeiten mit Designern aus Graz und Deutschland zusammen, die für uns spezielle Editionen zusammenstellen. Das ist alles auf unserer Homepage zu sehen.

The European Circle: Im letzten Jahr haben Sie den Clean Tech Media Award, einen deutschen Umweltpreis, gewonnen?

Stefan Ponsold: Genau. Wir haben und in die Kategorie Nachwuchs angemeldet, weil wir ja auch ein Start-Up sind. Diese Kategorie war kostenfrei und wir hätten uns auch gar nicht leisten können uns in einer anderen Kategorie anzumelden. Wir waren schon total happy als wir unter die Top 10 gekommen sind. Als es dann die Top 3 wurde waren wir noch überraschter. Dann waren wir auf einmal in Hamburg und haben den 1. Platz gemacht. Das war komplett überraschend für uns. Für uns einer der schönsten Momente überhaupt.

The European Circle: Sie sind ein junges Start-Up und alles hat seinen Preis. Was kostet so eine Tasche?

Andreas Troger: Diese Tasche kostet 249,- EUR und ist komplett in Österreich gefertigt worden. Hinter der Herstellung steht ein ökosoziales Projekt. Die Gruppe nennt sich “Heidenspass“. Das sind alles Jugendliche, die wieder in die Arbeitswelt integriert werden und die Recyclingmaterialien wie LKW-Planen, Sicherheitsgurte oder Airbags recyceln und in die Taschen einarbeiten. Die Zielgruppe sind dann Studenten.

The European Circle:  Selbst bei der Produktion steckt ein guter Gedanken dahinter. Vielen Dank für das Interview!