Freitag, 29. Juni 2012

Von: Emmely Speidel

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Humanitäre Hilfe | Syrien-Konflikt | Eurobarometer | Kristalina Georgieva | Katastrophenschutz
Humanitäre Hilfe

Neun von zehn Europäern sagen Ja

Kristalina Georgieva
Die EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, Kristalina Georgieva, ist stolz auf das Engagement der Europäer. (Foto: ec.europa.eu, Credit © European Union, 2012 )

51 Menschen, darunter Frauen und Kinder, sollen heute morgen in der Vorstadt Duma von Regierungstruppen getötet worden sein, berichten syrische Oppositionsaktivisten. Wir schreiben den 29. Juni 2012 – seit mehr als 1,5 Jahren dauern die Unruhen in Syrien mittlerweile an. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen sind seit Beginn der Proteste bis Mitte April 2012 11.000 Menschen getötet worden. Die Lage ist prekär: der Mangel an Nahrungsmitteln und Kraftstoff betrifft die gesamte Zivilbevölkerung. Mehr als 87.000 Syrier sind bereits geflüchtet. Vergangene Woche stockte die Europäischen Kommission ihre humanitäre Hilfe um 10 Millionen Euro auf – und die EU-Bürger stehen voll dahinter.

88 Prozent befürworten humanitäre Hilfe

Es gibt sie doch. Die guten Nachrichten in Zeiten der gegenwärtigen Finanzkrise. Neun von zehn Europäern, das entspricht 88 Prozent, sind der Meinung, dass die Europäische Union weiterhin humanitäre Hilfe leisten solle – der knappen öffentlichen Haushaltsmittel zutrotz. Die zuständige EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, Kristalina Georgieva, ist stolz. „Selbst in schwierigen Zeiten befürworten die Bürgerinnen und Bürger der EU unsere Hilfe für Menschen, die ohne eigenes Verschulden in Not geraten sind; und diese Unterstützung hat in den letzten zwei Jahren sogar zugenommen“, so Georgieva.

Anstieg von neun Prozentpunkten

Im Vergleich zum Vorjahr ist damit die Zustimmung der humanitären Hilfeleistung um neun Prozentpunkte angestiegen. Darüber hinaus zeigt die Umfrage von Eurobarometer, dass 82 Prozent der Befragten der Aussage zustimmen, dass ein von der EU koordinierter Katastrophenschutz wirksamer ist als der einzelner Länder. “Wir sind verpflichtet, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um engagiert, professionell und wirksam Hilfe zu leisten und Schutz zu bieten“, so die zuständige EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, Kristalina Georgieva . Die EU als Ganzes, also im Rahmen der Europäischen Kommission und den Mitgliedsstaaten, ist weltweit der größte Geber von humanitärer Hilfe. Die Kommission stellt Mittel für humanitäre Hilfseinsätze auf der gesamten Welt. Ihre wichtigste Aufgabe beim Katastrophenschutz liegt daher in der Koordinierung der Hilfe.

Angst vor Öl- und Nuklearkatastrophen

Im Rahmen der Umfrage wurden die Teilnehmer, insgesamt 26.751 EU-Bürger, auch zu ihren Ängsten im Hinblick auf mögliche Katastrophen befragt. Der Großteil, 75 Prozent, fürchtet sich vor von Menschen verursachte Katastrophen wie beispielsweise Öl- und Nuklearunfälle. 64 Prozent fühlen sich, der Umfrage nach, am stärksten von Terroranschlägen und 59 Prozent von bewaffneten Konflikten bedroht.

Ausreichend informiert?

Insgesamt 68 Prozent der Befragten gaben an, dass die EU humanitäre Hilfe finanziert – allerdings gab nur ein knappes Drittel an, sich über die humanitären Hilfseinsätze der EU gut informiert zu fühlen.

(Teaserbild: ec.europa.eu, Credit © European Union, 1991)