Freitag, 06. Juli 2012

Von: Emmely Speidel

Seite ausdrucken
Schließen
Versende diesen Artikel
Send this form
Social bookmarks:
bookmark at mister wongpublish in twitterbookmark at del.icio.usbookmark at digg.combookmark at furl.netbookmark at linksilo.debookmark at reddit.combookmark at spurl.netbookmark at technorati.combookmark at google.combookmark at yahoo.combookmark at facebook.combookmark at stumbleupon.combookmark at propeller.combookmark at newsvine.combookmark at jumptags.com
Keywords:
Piebalgs | Afghanistan | Tokyo | Kindersterblichkeit | EU | Wiederaufbau | EU-Kommisar für Entwicklung
Afghanistan Konferenz

EU sagt weitere Unterstützung zu

Am 08. Juli wird der EU-Kommissar für Entwicklung, Andris Piebalgs, an der Internationalen Afghanistan-Konferenz in Tokyo teilnehmen. Im Rahmen der internationalen Konferenz soll eine Bilanz über den Wiederaufbau des Landes gezogen werden. Darüber hinaus will man vereinbaren, wie die Entwicklungsprioritäten für Afghanistan von 2010 bis 2025 umgesetzt werden sollen.
Andris Piebalg
Der EU-Kommissar für Entwicklung Andris Piebalg sicherte im Vorfeld zu, dass die EU auch wieterhin an der lanfristigen unterstüzung Afghansitans festhalten werde. (Foto: ec.europa.eu, Credit © European Union, 2012)

“Die EU wird Afghanistan weiterhin ein verlässlicher Partner bei der Stabilisierung und Entwicklung des Landes sein“, sicherte EU-Kommissar Piebalgs im Vorfeld der internationalen Afghanistan Konferenz zu. Piebalgs betont, dass es für den Wiederaufbau Afghanistans von zentraler Bedeutung ist, dass das Land die volle Verantwortung übernimmt. Dabei kann sich das Land auf die EU verlassen, so Piebalgs: “Die EU hat die feste Absicht, Afghanistan in diesem Prozess zusammen mit der internationalen Gemeinschaft zur Seite zu stehen und ihre umfangreiche Unterstützung aufrechtzuerhalten“. Der EU-Kommissar kündigte an, auf der Konferenz bestätigen zu wollen, dass die EU weiterhin mindestens den derzeitigen Betrag von 200 Millionen Euro pro Jahr zahlen werde.

Afghanische Regierung in der Pflicht

Gleichzeitig wolle er aber an Afghanistan appellieren, dass es seinen Verpflichtungen in vollem Umfang nachkommen müsse. Dafür muss das Land seine öffentliche Finanzverwaltung sowie seine Wirtschaft reformieren und gleichzeitig der Korruption entgegenzuwirken. Um diese Änderungen zu erreichen müsse die Regierung ihre Glaubwürdigkeit gegenüber der Bevölkerung Afghanistans stärken. Die Regierung, so der Kommissar, stünde außerdem in der Pflicht, ihrer Bevölkerung die soziale Grundversorgung zu sichern.

Langfristige Zukunft Afghanistans im Mittelpunkt

Afghanische Schulkinder
Heute besuchen sieben Millionen Kinder die Schule, von denen 40 Prozent Mädchen sind. Bis vor zehn Jahren waren die Mädchen von der Schulbildung ausgeschlossen.(Foto:commons.wikimedia.org/ Photo by Sgt. Ronald Mitchell, USA, gemeinfrei)

Die Afghanistan-Konferenz in Tokyo ist das dritte internationale Treffen in den letzten zwei Monaten, das sich die langfristige Zukunft Afghanistans zum Thema macht. Im Mittelpunkt der Konferenz in Tokyo stehen die langfristige Strategie der afghanischen Regierung für das Land, die Unterstützung durch die Geber sowie die Ausarbeitung eines Fahrplans zur laufenden Überprüfung der gegenseitigen Verpflichtungen.

Zwei Milliarden Euro gut investiert

Kommissar Piebalgs strebt außerdem an zu betonen, dass Afghanistan mit Hilfe der internationalen Unterstützung echte Fortschritte erzielen konnte. In den letzten zehn Jahren hat die EU insgesamt mehr als zwei Milliarden Euro bereitgestellt. Diese Gelder wurden nicht zuletzt genutzt, um mehr Bürgern den Zugang zur primären Gesundheitsversorgung zu ermöglichen. Während 2002 lediglich 9 Prozent der Bevölkerung Zugang zu dieser hatte, sind es mittlerweile 65 Prozent. Des Weiteren ist die Lebenserwartung der Afghanen gestiegen und auch die Kindersterblichkeitsrate konnte gesenkt werden.

Sicherheitslage noch immer fortschrittshemmend

Die Erfolg gehen weiter: innerhalb von sieben Jahren ist die Zahl der Gesundheitseinrichtungen um 40 Prozent gestiegen, und in drei Viertel dieser Einrichtungen ist mindestens eine Frau im medizinischen Bereich tätig. Vor zehn Jahren ging 1 Million Jungen in die Schule, während Mädchen von Bildung ausgeschlossen waren. Heute besuchen 7 Millionen Kinder die Schule, von denen 40 Prozent Mädchen sind. Doch es gibt immer noch viel zu tun: die instabile Sicherheitslage des Landes hemmt den Fortschritt, und die internationale Gemeinschaft wird sich auch in den nächsten zehn Jahren dafür einsetzen müssen, die nachhaltige Zukunft des Landes zu sichern.

(Teaserbild: commons.wikimedia.org/ Marine Expeditionary Brigade - Afghanistan, gemeinfrei)