Mittwoch, 12. Oktober 2008


Seite ausdrucken
Social bookmarks:
bookmark at mister wongpublish in twitterbookmark at del.icio.usbookmark at digg.combookmark at furl.netbookmark at linksilo.debookmark at reddit.combookmark at spurl.netbookmark at technorati.combookmark at google.combookmark at yahoo.combookmark at facebook.combookmark at stumbleupon.combookmark at propeller.combookmark at newsvine.combookmark at jumptags.com
Keywords:
Wirtschaftskrise

Pecunia non olet

vom Peter Hördochmal
Alles dreht sich ums Geld (Quelle: Andrea Damm/pixelio.de)

... Geld stinkt nicht - das wussten schon die alten Römer. Dieses Bekenntnis, so könnte man meinen, haben sich heutige Bankenmanager auf das Banner geschrieben, das sie vor sich hertragen. 

Bis in die höchsten Vorstandsetagen hat sich dieser Leitspruch eingegraben, denn dort handeln die Topmanager nach dem Motto: ”Gewinne maximieren - koste es, was es wolle".

Zweigstellen und Abteilungen werden geschlossen, Mitarbeiter zu Tausenden entlassen, Tafelsilber fahrlässig verhökert - und das alles nur, um riesige Gewinne auszuweisen.

Sie nennen sich Unternehmer und sind doch nur schäbige, dem schnellen Geld verpflichtete, zu Unrecht höchstbezahlte Manager. In den Chefetagen der verglasten Paläste hocken gierige Zocker, denen das Wohl des Unternehmens völlig gleichgültig ist. In bestimmten Zusammenhängen werden sie auch treffend "Heuschrecken" genannt. Diese fallen bekanntlich die über die gutbestellten Felder her und fressen alles kahl, um anschließend mit vollgeschlagenem Bauch weiterzuziehen. Und die Politik steht staunend dabei, was unter den von ihnen gesetzten Rahmenbedingungen geschieht.

So tönten die Politiker den Raffern in der freien Wirtschaft nachäffend: "Weg mit den Staatsbetrieben und öffentlich geführten Anstalten, denn das Heil liegt in der Privatisierung!" Höhnisch folgt daraus der Spruch: "Die Gewinne privatisieren - die Verluste sozialisieren." So geschehen in der Berliner Affäre um den Banker und Politiker Landowsky und bei der bevorstehenden “Rettung” der Banken. Erst die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), dann Hypo Real Estate und bald die Deutsche Bank? Sie alle schreien plötzlich nach dem Staat, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

In den USA werden Banken, die aus eigener Verantwortungslosigkeit "in Not" geraten sind, in Staatsbanken umgewandelt. Auch in Europa folgt alles der Devise: “Staatliche Kontrolle und Führung muss wieder her.” Die das fordern sind die Manager und Politiker, wobei es fast immer auch die gleichen Personen sind, die heute so und gestern noch mit ihrem neoliberalen Geschwätz das Gegenteil gefordert haben. 

Politiker sitzen auch in den Aufsichtsräten dieser Einrichtungen, und ihnen wird attestiert, dass sie vom Geschäft und den Regeln meist nichts oder nur wenig verstehen. Dies wird deutlich in einem Ausspruch von einem, der in der Branche als Topmanager gilt, dem Chef der Deutschen Bank. Josef Ackermann sagte in einem kürzlich anhängigen Justizverfahren: “Das Deutsche Aktiengesetz kenne ich nicht!” Was soll man dazu noch sagen und wem noch vertrauen?

Der Staat: Als Retter soll er eingreifen, indem er frisches Geld druckt, bei den Banken einsteigt und hoffentlich im Gegenzug Anteile erwirbt, die er später gewinnbringend wieder zum Wohle des Staates verkaufen kann. Es wird also darauf ankommen, kompetent die Felder der Wirtschaft und der Finanzen zu analysieren und herauszufinden, wo Zukunft und Innovation stattfinden können. Es dürfen aber nicht wieder nur Lobbyisten, Funktionäre und altgediente Parteimitglieder bedient werden; dann besteht gute Aussicht für eine allen dienende Rettung!