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Piraten verhindern Popkomm
Der größte Branchentreff der Musikindustrie, die Popkomm, ist abgesagt. "Viele Unternehmen können es sich wegen des Diebstahls im Internet nicht mehr leisten, an der Popkomm teilzunehmen", sagte Dieter Gorny, Gründer und Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie, gegenüber der Deutschen Presse Agentur (dpa). Nur die Wirtschaftskrise dafür verantwortlich zu machen wäre falsch. Die Absage sei auch als Protest zu sehen. Die Politik müsse nun endlich handeln, "um den Diebstahl geistigen Eigentums im Netz zu stoppen".
Eklatanter Einbruch bei Fachbesuchern

- Popkomm-Direktorin Katja Gross
Vom 16. bis 18. September sollte sich die weltweite Musikbranche wieder in Berlin treffen. Zu wenig Anmeldungen führten jetzt allerdings dazu, dass die Veranstalter die Reißleine zogen. "Zur Rettung der Marke Popkomm haben wir beschlossen, die Messe ein Jahr auszusetzen", so Popkomm-Direktorin Katja Groß. In diesem Jahr sei auf die Messe ein eklatanter Einbruch von 40 bis 50 Prozent bei den Fachbesuchern hinzugekommen. Die gewohnte Qualität hätte damit nicht garantiert werden können, so die Direktorin.
2010 geht es weiter
Schon im vergangenen Jahr kamen mit 14.000 Fachbesuchern rund 1.500 weniger als noch 2007. Auch die Ausstellerzahl sank um rund 40 auf 843. Nächstes Jahr wolle man laut Gorny allerdings wieder "mit einer neuen und guten Popkomm in Berlin auftauchen". Ein verändertes Gesamtkonzept solle dazu beitragen, dass die Anmeldungen wieder zunehmen.
Diskussion ankurbeln
Dieter Gorny hofft, dass durch die Entscheidung noch einmal die Diskussion angekurbelt wird, "wir brauchen jetzt eine klare Regelung gegen den Daten- und Musikklau im Netz". Wenn man noch länger wartete, würde nicht nur die kulturelle Vielfalt verloren gehen, sondern auch Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen.
[JH]









