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Förderungen gegen die Krise

- Seit April 2009 steigt die weltweite Industrieproduktion wieder an (Foto: Gerd Altmann/pixelio.de)
Der Schrecken der Finanzkrise lässt nach, die weltweite Industrieproduktion steigt seit April 2009 wieder an. Neben übereilt geschnürten Finanzpaketen erweisen sich vor allem Wirtschaftsförderungen als sinnvolle Wiederbelebungsmaßnahmen. Neben den Fördertöpfen der EU stellt jedes Land auch nationale Finanzmittel zur Verfügung.
Der Frühindikator „OECD Composite Leading Indicator“ gibt das industrielle Wachstum der OECD-Länder an. Ende 2007 lag der Index bei 103, Anfang 2009 war der Tiefpunkt mit 92,4 erreicht . Bis September dieses Jahres erholte er sich jedoch wieder auf 99,2. Ein Großteil dieser Entwicklung ist auf Wirtschaftsförderungen zurückzuführen, mit denen Investitionen und damit Arbeitsplätze ermöglicht werden.
Aufschwung durch Wachstum
Laut des Monatsberichts des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) für November 2009 sind „die Produktionskapazitäten stark unterausgelastet, ein Anziehen der Investitionen steht noch aus“. Der Schlüssel zu einem langfristigen Aufschwung liegt im Wachstum der Industrien. Ziel der Maßnahmen sind vor allem KMUs (kleine und mittlere Unternehmen), da diese im Vergleich zu Global-Player-Unternehmen in der Masse ein weitaus niedrigeres Investitionsrisiko darstellen. Die Kriterien bei der Vergabe sind dabei so gewählt, dass hauptsächlich „funktionierende“ Unternehmen gefördert werden, die lediglich wegen der Finanzkrise in wirtschaftliche Bedrängnis geraten sind.
Globaldarlehen

- Der ehemalige Bundesminister für Wirtschaft und amtierende Verteidigungsminister, Karl-Theodor zu Guttenberg (Foto: CDU/CSU-Fraktion/Armin Linnartz)
Globaldarlehen sind gebündelte Geldpakete, die an Partnerbanken im europäischen Ausland vergeben werden, damit diese den heimischen KMUs Kredite gewähren können. Die Kredite sind nicht nur ein flexibles und langfristiges Finanzierungsmittel, auch der Zinsvorteil für die Partnerbanken wird in Form von zinsgünstigen Krediten an die Unternehmen weitergeleitet. „Globaldarlehen verbessern die Kreditversorgung deutscher Unternehmen. Sie eröffnen Banken flexible Gestaltungsspielräume und sind vergleichsweise schlank in der Abwicklung“, so der ehemalige Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg.
Europäische Förderprogramme
Der EU-Haushalt betrug im Jahr 2008 um die 125 Milliarden Euro. Der Großteil davon wird in die Landwirtschaft (44 %) und in den Ausbau der Infrastruktur investiert (42 %). Der Großteil der europäischen Förderzahlungen bleibt jedoch unsichtbar, da nicht die Unternehmen die Zahlungen direkt erhalten, sondern der darüberstehende Staat. In Deutschland also der Bund und die Länder bis hinunter zu den Kommunen. Diese entscheiden aufgrund ihrer jeweiligen Richtlinien, welches Unternehmen in welcher Höhe EU-Förderungen erhalten soll. Neben dem Ausbau der wirtschaftlichen Infrastruktur werden auch Projekte in- und ausländischer Investoren unterstützt. Einzelne Unternehmen werden hingegen nur dann direkt gefördert, wenn die Projekte international positive Effekte nach sich ziehen und einem breiten Spektrum an Unternehmen in einer Branche zugute kommen.
Die europäische Investitionsbank (EIB)

- EIB-Gebäude in Luxemburg (Foto: ec.europa.eu, Credit © European Union, 2010)
Ihr Hauptziel lautet, den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt sowie die wirtschaftliche Integration in Europa zu stärken. Deswegen werden von der EIB hauptsächlich wirtschaftlich schwächere Regionen gefördert, darunter vor allem der Aufbau einer Struktur, auf deren Basis wirtschaftliche Beziehungen entstehen können. Zu den ebenfalls bevorzugt förderungswürdigen Institutionen zählen jene KMUs, die besonders mit der Finanzkrise zu kämpfen haben. Laut Angaben der EIB sollen dafür bis zum Jahr 2011 30 Milliarden Euro investiert werden (davon wird die Hälfte bereits Ende 2009 vergeben sein).
Förderungen des deutschen Bundes
Traditionell ist für Förderprogramme in Deutschland die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Bankengruppe zuständig. Ende Oktober 2009 hat sie sich zusammen mit der Deutschen Bank auf ein Globaldarlehen in der Höhe von einer Milliarde Euro geeinigt. Die Summe ist deshalb beachtlich, da man in letzter Zeit aufgrund riskanter Anlagen in isländischen Banken im November 2008 einen Großteil der dort angelegten 288 Millionen Euro verloren hat. Nutznießer des aktuellen Globaldarlehens sind letztlich die KMUs, die durch Kredite aus dem Darlehen unterstützt werden sollen.
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