Mittwoch, 09. Dezember 2009

Von: Rafael Michalzuk

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Keywords:
Green Economy | Berliner Wirtschaftskonferenz | Nachhaltigkeit | Agenda 21 | CSR
Green Economy, Green Berlin

3. Berliner Wirtschaftskonferenz 2009

Auch die deutsche Hauptstadt Berlin steuerte dieses Jahr erneut ihren Beitrag zu dem internationalen Konzept einer nachhaltigen Wirtschaft bei. Für den Standort Berlin ist die „grüne Wirtschaft“ bereits ein Motor für Wachstum, Innovation und Beschäftigung.

Berlins Rotes Rathaus ganz in grün (Foto: Green Economy)

Nach Angaben der Veranstalter umfasse dieser Bereich in Berlin bereits mindestens 500 Unternehmen und rund 42.000 Mitarbeiter, was einen Beschäftigungsanteil von rund 5,1 Prozent am Gesamtarbeitsmarkt ausmacht. Im Vergleich mit den Wirtschaftsmetropolen Hamburg (3,7%) und München (2,4%) nimmt Berlin damit einen Spitzenplatz ein. Der Präsident der UVB (Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V.), Burkhard Ischler, erklärte: „Die Berliner Industrie hat alle Chancen für eine internationale Green Leadership.“

Nachhaltigkeitspolitik für alle

Die Berliner Wirtschaftskonferenz als wichtiges Forum für den Austausch zwischen Wirtschaft und Politik bietet die Chance, die Nachhaltigkeitspolitik stärker in den Vordergrund zu rücken. Es bietet sich die Gelegenheit, die politisch-administrativen Entscheidungen auf lokaler und regionaler Ebene so zu gestalten, dass möglichst viele etwas davon haben, wie die Teilnehmer der Green Economy wiederholt betonten.

Klimafreundliche Zukunftsstrategien

Die 3. Berliner Wirtschaftskonferenz im Roten Rathaus (Foto: tv.berlin)

Wirtschaftssenator Harald Wolf (von der SED-Nachfolge-Partei "Die Linke") brachte den Nutzen der „grünen Wirtschaft“ auf den Punkt: „Damit bringen wir Berlin als Standort klimafreundlicher Zukunftsstrategien weiter nach vorn. Zugleich entstehen hochqualifizierte Arbeitplätze in Industrie, Handwerk und Dienstleistungen.“ Green-Tech-Unternehmen werden als bedeutende Möglichkeit gesehen, die Berliner „Industrielücke“ mit neuen innovativen Ansätzen aufzufüllen.

Neue Technologien in der Industrie

Der IHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer wies darauf hin, dass Green Economy auch bedeute, neue Techniken in der Industrie anzuwenden. Auf der Konferenz seien zahlreiche herausragende Beispiele für mehr Energie- und Materialeffizienz präsentiert worden. Die Großen der Berliner Industrie stellten bereits im Vorfeld der Wirtschaftskonferenz ihre umweltfreundlichen Techniken vor: Komponenten und Systeme für Elektro- und Hybridantriebe des Automobilzulieferers Continental,  neue Kompressoren der  MAN Turbo AG sowie Photovoltaiklösungen der Jonas & Redmann Photovoltaics Production Solutions GmbH.

Das grüne Image Berlins

(Foto: Green Economy)

Eine Vielzahl an kleinen umweltfreundlichen Unternehmen bestimmt das ökologische Bild als "grüne Hauptstadt". Neben zahlreichen ökofreundlichen Restaurants, Übernachtungsmöglichkeiten und Ökomärkten wie der mittlerweile gar zur Touristenattraktion gewordene Kollwitzmarkt, tauchen auch ausgefallene Ideen auf. Die Kulau GmbH ist ein CO2 neutrales Unternehmen, dass alle seine Produkte aus 100 Prozent Kokosnuss und somit als reine Naturprodukte herstellt.

4 x Fachforum

In vier Fachforen wurden während der „Green Economy“ die wichtigsten Faktoren und Ansätze für den Berliner Standort von ausgewiesen Experten, Unternehmern und Politikern unter den folgenden Fragestellungen diskutiert:

  • Wachstumsmarkt Energietechnik: Welche Lösungen liefert die Industrie?
  • Intelligente Mobilität und Logistik: Kompetenzen, die morgen bewegen
  • Nachhaltiges Bauen und Sanieren: Gebäude mit Zukunft
  • Ressourceneffizienz: Innovationen in der Wirtschaft.

Lokale Agenda 21

Einen ebenfalls nachhaltigen Ansatz bietet die Berliner Lokale Agenda 21. Sie ist ein Handlungsprogramm, das die Kommunen in Richtung Nachhaltigkeit entwickeln soll. Als Vorbild für dieses kommunale Handlungsprogramm gilt das von der UNO 1992 verabschiedete globale Programm, die Agenda 21. Unter dem Dach von Berlin 21 e.V. arbeiten verschiedene Interessengruppen gemeinsam für eine nachhaltige Entwicklung der Stadtregion.

Innovative Projektansätze und Lernprozesse

(Foto: Michaela Schöllhorn/pixelio.de)

Die lokale Initiative Berlin 21 versucht, innovative  Projekte und Kooperationen für ein zukunftsfähiges Berlin zu entwickeln, indem sie

  • Akteure aus unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft zu zentralen Themen ins Gespräch bringt
  • Kooperationen schmiedet quer zu Zuständigkeitsbereichen und Bezirksgrenzen
  • Themen und Aktivitäten öffentlichkeits- und medienwirksam kommuniziert
  • für die Ziele und Ideen der nachhaltigen Entwicklung in Berlin wirbt.

Corporate Social Responsibility

Ein weiterer Gesichtspunkt der Green Economy und der grünen Hauptstadt ist der Bereich der Unternehmerischen Gesellschaftsverantwortung (Corporate Social Responsibility CSR). Dieser Begriff umschreibt den freiwilligen Beitrag der Wirtschaft zu einer nachhaltigen Entwicklung. Immer mehr Unternehmen sehen die Notwendigkeit, sich durch ihr soziales Engagement für eine nachhaltige Zukunft einzusetzen und sich nicht bloß mit grünen Feigenblättern zu schmücken.

[RM]