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Europäische Kommission warnt vor Sonnenstudios

- EU Verbaucherstudie: erhebliche Mängel bei Sonnenbänken (Foto: tv.berlin.de)
Im Sommer der Strand - im Winter die Sonnenbank. Braune Haut während des ganzen Jahres scheint einer der Trends des 21. Jahrhunderts zu sein. Immer mehr EU-Bürger nutzen die künstliche Sonne und finden den Weg ins Sonnenstudio. Allein in Deutschland, dem europäischen „Sonnenbank-König“, gehen mehr als zehn Millionen Bundesbürger in Sonnenstudios. Eine neue Studie der Europäischen Kommission, zeigt, dass es noch immer erhebliche Mängel in dieser Branche gibt. Dieses Ergebnis liefert eine einjährige EU-Verbraucherstudie an der sich zehn Mitgliedsstaaten beteiligten.
Konzept und Zielsetzung der Studie
Vom September 2008 bis September 2009 nahmen zehn Mitgliedsstaaten, darunter auch Deutschland, an einer Marktstudie teil. Ziel war es, die Sicherheit und Qualität von Sonnenstudios zu überprüfen. Ein Kunde eines Sonnenstudios der EU sollte Beratung durch geschultes Personal, Sicherheitshinweise und Schutzbrillen erwarten können. Zudem müssen Sonnenbänke gekennzeichnet sein und dürfen einen von der EU vorgeschriebenen Grenzwert für UV-Strahlung nicht überschreiten. Zusätzlich ist Minderjährigen, z.B. in Deutschland und Frankreich, das künstliche Bräunen verboten. Eine Verbesserung der Kontrollen und eine strengere Durchsetzung der gültigen Rechtsvorschriften stellte das Hauptziel der Studie dar. Zudem sollte eine stärkere Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten untereinander und eine Kooperation mit der Industrie erfolgen. So werden zukünftig Daten über vorschriftswidrige Produkte ausgetauscht und diese so vom Markt genommen.
Sonnenbänke sind gefährlich

- Besuche im Sonnenstudio erhöhen das Hautkrebsrisiko (Foto: tv.berlin.de)
Allein in Deutschland gibt es jährlich 140.000 Hautkrebsfälle - Tendenz steigend. Ein Zusammenhang zwischen den Erkrankungen und dem künstlichen Sonnenbad ist dabei nicht vom Tisch zu wischen. Einige Studien besagen, dass bei Menschen unter dem 30. Lebensjahr regelmäßige Besuche im Sonnenstudio das Hautkrebsrisiko um 75 Prozent erhöhen. Die Ergebnisse der EU-Verbraucherstudie wirken auch nicht wirklich beruhigend.
Der EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, John Dalli, zeigt sich bestürzt über die Ergebnisse: „Ich bin besorgt darüber, dass ein hoher Prozentsatz von Sonnenbänken und Solarien die Sicherheitsvorschriften nicht einhalten. Hier geht es um ein wichtiges gesundheitspolitisches Anliegen, da sich die Häufigkeit von Hautkrebs alle 15-20 Jahre verdoppelt.“ Jede siebente Sonnenbank überschreitet die Grenzwerte für UV-Strahlung und erhöht somit das Hautkrebsrisiko. Zu dem werden die Kunden nicht genügend beraten und kaum auf die Gefahren hingewiesen. Das in Deutschland eingeführte Benutzungsverbot von Sonnenbänken für Minderjährige wird auch häufig nicht beachtet. So zeigt die Studie vor allem, dass es einen erhebliche Differenz zwischen Theorie und Praxis in diesem Markt gibt.
Aufsichtsbehörden in der Pflicht
Große Kritik wird an den Marktaufsichtsbehörden, die in den Kompetenzbereich der Länder fallen, geübt. John Dalli und der Vizepräsident der Kommission Antonio Tajani (Kommissar für Industrie und Unternehmen) sehen nun die Behörden in der Pflicht. Ein neuer gesetzlicher Rahmen der EU für die Marktaufsicht, der seit Januar 2010 in Kraft ist, soll dabei helfen. Die Anzahl der Kontrollen wird deutlich erhöht werden, um aussagekräftigere Daten zu erheben. Eine stärker koordinierte Auslegung der rechtlichen Anforderungen soll zu besser informierten Verbrauchern führen. Man möchte mit sicheren Sonnenbänken natürlich die Gesundheit der EU-Bürger schützen. Eine erhöhte Sicherheit wird aber auch im Sinne der Industrie sein, versichert Antonio Tajani. So geht er davon aus, dass mehr Vertrauen der Verbraucher in Sonnenbänke auch dem Markt helfen wird.
Zusammenarbeit zwischen Industrie und EU

- Schulungsmaterial und einen Verhaltenskodex für Sonnenstudios (Foro: tv.berlin.de)
Die beunruhigende Ergebnisse dieser Studie führten zur Gründung eines neuen Projektes. So soll es bis Ende 2011 einen weiteren Ausbau der Zusammenarbeit zwischen der Industrie, den Mitgliedsstaaten und der EU geben. Die Industrie hat sich bereit erklärt, Schulungsmaterial und einen Verhaltenskodex für Sonnenstudios zu erarbeiten. Zu dem soll Infomaterial für junge Verbraucher bereitgestellt werden. Bei der Umsetzung dieser Ziele wird die Industrie durch die EU unterstützt. Eine ständige Diskussion zwischen den Mitgliedsstaaten und der Industrie über die Anwendung von Produktionsvorschriften soll zu einer Steigerung der Sicherheit führen. Die Ergebnisse dieses Projektes werden Ende 2011 vorgelegt. Im Jahr 2012 hofft die EU einen wichtigen Schritt zu mehr Sicherheit in Sonnenstudios gemacht zu haben.
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