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Airbus vs. Boeing

- Das Duell der Flugzeugbauer, und damit stellvertretend die Wirtschafsinteressen der USA und der EU, geht in die nächste Runde. (Foto: pixelio.de/Mike Schwarzenbeck)
Nachdem der Bericht im Streit um die Subventionen für den Flugzeughersteller Airbus in Genf veröffentlicht wurde, sieht sich Boeing im Recht und fordert die Rückzahlung der vier Milliarden Dollar Anschubfinanzierung für das Prestigprojekt A380 seines schärfsten Konkurrenten. Boeing vertritt diese Position, da die EU offiziell von der WTO abgemahnt wurde. Konkret hatte die WTO entschieden, dass die Exportsubventionen der EU-Staaten an Airbus gegen internationales Handelsrecht verstoßen.
Boeing mahnt, Airbus bleibt gelassen
Boeing stellte bei der Interpretation des Berichts klar, dass Airbus Boeing nur durch unlautere Exportsubventionen von der Spitzenposition in der Zivilluftfahrt verdrängen konnte. Dies hätte zu Arbeitsplatzverlusten in den USA geführt und dürfe sich nicht wiederholen. Airbus und die an dem EADS-Konzern beteiligen Länder, die teils namentlich in dem Bericht aufgefordert werden, künftige Exportsubventionen abzustellen, nehmen das Urteil dagegen gelassen.
Stellvertreterkrieg vor der WTO
Airbus verweist ebenfalls auf den WTO-Bericht und erklärt, dass dort in keinem einzigen Wort von Rückzahlung die Rede sei. Ungeachtet dessen treibt Airbus die Finanzierungspläne um den A350 weiter voran, der ebenfalls mit einer Anschubfinanzierung realisiert werde soll. Schließlich sei der A350 nicht Gegenstand der Entscheidung gewesen, tönt es aus dem Airbus-Hauptsitz in Toulouse. Schaut man hinter die Kulissen, wird deutlich, dass es in dem seit sechs Jahren währenden Disput um einen Konflikt zwischen den USA und der EU geht, in dem die USA versuchen, ihre wirtschaftspolitischen Interessen durch das Instrumentarium der WTO durchzusetzen.
Das Gegenverfahren steht noch aus

- EU hat angekündigt, Einspruch gegen das WTO-Urteil einzulegen. (Foto: pixelio.de/Thorben Wengert)
So hat unlängst die EU ein Gegenverfahren angestrengt, das die Subventionierung von Boeing durch die US-Regierung zum Gegenstand hat. Das Urteil hierzu wurde inzwischen drei Mal aufgeschoben, sodass nunmehr mit einem Abschlussbericht im September gerechnet wird. Sogleich hat die EU angekündigt, Einspruch gegen das WTO-Urteil einzulegen. Das schafft Zeit, denn diesseits und jenseits des Atlantiks wird damit gerechnet, dass künftig die Finanzierungspraktiken geändert werden.
Verfahren von Kurzsichtigkeit geprägt
Dabei wird sich noch herausstellen müssen, ob nicht beide Unternehmen, und damit jeweils auch die heimische Wirtschaft beider Akteure, geschwächt aus dem Streit hervorgehen. Beide Flugzeughersteller haben jeweils Produktionsstandorte in den USA und Europa, sodass die Einnahme der Spitzenposition nicht zwangsläufig zu mehr Arbeitsplätzen vor Ort führt. Darüber hinaus sind die Konkurrenten von morgen Länder wie China, die ganz selbstverständlich Anschubfinanzierungen zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft bereitstellen. So jedenfalls ist weder für Boeing noch für Airbus langfristig irgendein Gewinn zu verzeichnen.
[STB]









