Wasser als Weltverbesserer

- (Foto: worldwaterweek.org)
Wer sich mit Wasser abseits des eigenen Badezimmers beschäftigt, der weiß vermutlich, dass WWW nicht nur für World Wide Web stehen kann. WWW steht auch für Weltwasserwoche. Ab Sonntag findet diese zum 19. Mal statt – dort nämlich, wo Wasser im Überfluss vorhanden ist, in Stockholm. Seit 1991 gibt es die Fachtagung, organisiert wird sie vom Stockholm International Water Institute (SIWI).
Wasser als kleinster gemeinsamer Nenner
Das SIWI versteht sich selbst als Plattform für den Wissensaustausch zwischen Forschung, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft – freilich auf dem Gebiet des Wassers. So soll auch die kommende Woche dazu dienen, Menschen aus verschiedenen Branchen an einem Tisch zu versammeln, deren kleinster gemeinsamer Nenner das kühle Nass ist. Für das Institut ist Wasser jedenfalls nicht nur ein Getränk, sondern vielmehr ein Hauptfaktor in der Beseitigung von Armut und Krankheit. Wasser als Weltverbesserer sozusagen.
Wasser für Ökonomie und Gesundheit
Wie der letztjährige UN-Bericht zur Wasserentwicklung zeigt, lohnt sich die Investition in Wassermanagement nicht nur moralisch, sondern auch finanziell. In Afrika etwa trägt der schlechte Wasserzustand seinen Teil zur hohen Krankheits- und Sterblichkeitsrate bei. Diese wiederum hat über die menschliche Tragödie hinaus auch Auswirkungen auf die Wirtschaft. Für jeden US-Dollar, der in die Wasserversorgung investiert wird, so der UN-Bericht weiter, können neben mehr Lebensqualität für die Bevölkerung zwischen vier und zwölf Dollar gewonnen werden.

- Seit 2009 findet die Weltwasserwoche unter dem Motto „Responding to Global Changes“ statt (Foto: worldwaterweek.org)
Thema Wasserqualität
Der Themenschwerpunkt der Weltwasserwoche lautet seit letztem Jahr „Responding to Global Changes“, wie kann man auf weltweite Veränderungen reagieren? Ab Sonntag wird die zweite WWW zu diesem Themenschwerpunkt stattfinden, diesmal unter dem Motto „The Water Quality Challenge – Prevention, Wise Use and Abatement“. Nicht umsonst ist die Wasserqualität von besonderem Interesse – ist doch nur weniger als ein Prozent allen Süßwassers auf der Welt für Menschen überhaupt nutzbar. Fast 900 Millionen Menschen weltweit sind angewiesen auf Wasser aus Teichen, Flüssen und Kanälen.
Belohnungen
Neben Seminaren und Workshops stehen auch Preisverleihungen auf dem Programm der WWW. Fünf verschiedene Preise werden an diejenigen verliehen, die die Wassersituation auf der Welt etwa durch Forschung verbessert haben. Der wohl prestigeträchtigste Preis, der Stockholm Water Prize, geht in diesem Jahr an die US-amerikanische Universitätsprofessorin Dr. Rita Colwell, die erforscht hat, wie Infektionskrankheiten vorgebeugt werden kann, die im Wasser übertragen werden.
„Unsere Wasserressourcen – grün und blau – sehen einer erschreckenden Zukunft entgegen. Der Preis dafür, nichts zu tun, ist sehr hoch“, heißt es auf der Homepage des SIWI. Aktiv werden will man in diesem Jahr einmal mehr – damit auch diejenigen, die sich abseits ihres Badezimmers nicht mit Wasser beschäftigen, dieses auch in Zukunft ohne Sorgen nützen können.
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