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Euro unter Druck

- Gerät der Euro-Rettungsschirm bald an seine Grenzen? (Foto: pixelio.de/Lilo Kapp)
Damit ist es amtlich. Irland wird als erstes europäisches Land unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen und insgesamt 85 Milliarden Euro aus dem 750 Milliarden schweren EU-Gesamtpaket erhalten. Deutschland wird sich mit 6,1 Milliarden Euro an der Rettung Irlands beteiligen. Finanzminister Schäuble betonte, dass es sich dabei nicht um eine Überweisung an Irland handele, sondern vielmehr Garantien über diese Summen abgegeben wurden, damit Irland sich an den Finanzmärkten mit frischem Kapital versorgen kann.
Faule Kredite zwangen Irland in die Knie
Irland, einst Musterknabe der Eurozone, glänzte mit beeindruckenden Wachstumszahlen und einer niedrigen Arbeitslosenquote. Man nahm eigentlich an, dass dieses robuste Land, das nur 4,5 Millionen Einwohner hat, kein Pleitekandidat sein wird. Nach Ausbruch der Finanzmarktkrise hat sich das Parlament dazu verpflichtet, die faulen Kredite des irischen Finanzsektors zu übernehmen. Damit hatte sich der irische Staat überhoben, konnte die Ankündigung jedoch auch nicht mehr zurückziehen, weil die Märkte sonst mit gnadenlosem Misstrauen auf diese Nachricht reagiert hätten und folglich der gesamte Bankenmarkt zusammengebrochen wäre.
Spekulanten sind am Werk
Es scheint so, als hätte sich die Finanzmarktkrise wie ein Virus von unten nach oben immer weiter ausgebreitet. Zunächst erhielten Privatpersonen und kleine Unternehmen keine Kreditlinie mehr. Heute, rund zweieinhalb Jahre später, erhalten selbst gestandene Volkswirtschaften nur unter erschwerten Bedingungen und mit Hilfe anderer Staaten frisches Kapital. Internationale Spekulanten heizen die Gerüchte um die Instabilität des Euro weiter an um den Eurokurs zu ihren Gunsten zu beeinflussen.
Im Fokus der Ratingagenturen
Die Sorge Europas wächst, denn die Ratingagenturen sehen sich immer wieder veranlasst die Bonität eines Euro-Staates herabzustufen oder zumindest den Gedanken, dies eventuell tun zu wollen, laut auszusprechen. Dabei hat bereits die öffentliche Ankündigung mitunter entscheidenden Einfluss auf die Finanzmärkte. Unlängst wurde der Begriff der PIIGS-Staaten geprägt. PIIGS steht dabei für die Anfangsbuchstaben der Länder Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien – gleichzeitig ist es aber auch fast identisch mit dem englischen Wort „Pigs“, das übersetzt Schweine bedeutet.
Das Pleitekarussell dreht sich weiter
Neuste Erfindung im Pleitestaaten-ABC ist das Wort PIBS, das nun für Portugal, Italien, Belgien und Spanien steht. Schließlich sind Griechenland und Irland bereits umgefallen. Den Mitgliedern der Euro-Zone wird es mulmig, wenn sie daran denken, dass es als nächstes Spanien oder Italien treffen könnte. Diese Volkswirtschaften haben ein wesentlich höheres Gewicht und würden den Rettungsschirm zum Bersten bringen. Zumindest für Italien würden die 750 Milliarden Euro nicht mehr ausreichen, über die der Rettungsschirm verfügt. Schon werden Stimmen laut, die die Verdoppelung, auf dann 1,5 Billionen Euro, fordern.
[STB]









