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Merkel und Sarkozy in der Bringschuld

- Frankreichs Präsident Sarkozy gilt zusammen mit Angela Merkel als Hoffnungsträger bei der Überwindung der Euro-Krise. Der britische Premierminister Cameron fordert eine derweil eine Aufstockung des EU-Rettungsschirms. (Fotoquelle: ec.europa.eu, Credit © European Union, 2011)
Wie geht es weiter mit der EU-Schuldenkrise? Laut Großbritanniens Premierminister David Cameron bleiben der Europäischen Union nur noch wenige Wochen um ein wirtschaftliches Desaster zu verhindern. Die britische Regierung hält sich jedoch mit eigenen Anstrengungen zur Eindämmung der Krise zurück. Cameron fordert stattdessen eine Aufstockung des EU-Rettungsschirms auf mindestens 1,5 Billionen Euro und erwartet eine zeitnahe Lösung der Europäischen Union.
Die Hoffnungen ruhen nun auf Angela Merkel und Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy. Bei einem Treffen in Berlin kündigten sie an, bis Ende des Monats ein Maßnahmenpaket zur Rekapitalisierung der Banken und Überwindung der Euro-Schuldenkrise zu erarbeiten. Details gab man jedoch nicht bekannt - auch um die Börsen nicht zu beunruhigen. Spätestens während des G20-Gipfels im November in Cannes wolle man der Welt eine Lösung präsentieren, so Sarkozy am Sonntag in Berlin.
Barroso fehlt eine Vision
Ohne ein umfassendes Maßnahmenpaket der EU-Länder könnte sich die Krise weiter zuspitzen. Darüber, wie eine Lösung des Problems aussehen könnte, gibt es bisher jedoch keine genaueren Informationen. EU-Kommissionspräsident Barroso sagte gegenüber der “Wirtschaftswoche”: “Vieles in der Politik geschieht in der Art des Durchwurstelns, aber die Wirtschaft und die Märkte brauchen Orientierung und Klarheit.” Weiter kritisierte er: “Als vor gut 20 Jahren der Ostblock zusammenbrach, entwickelte Bundeskanzler Helmut Kohl eine Vision, wie sich die Dinge entwickeln könnten. So etwas fehlt jetzt völlig.”
Erstes Opfer der Euro-Krise
- Die belgisch-französische Bank Dexia ist das erste Opfer der Euro-Krise. Das Geldinstitut soll Staatsgarantien im Wert von 90 Milliarden Euro erhalten. (Foto:commons.wikimedia.org/Spone, CC by-sa 3.0)
Nun beklagt Belgien ein erstes Krisen-Opfer unter den Banken. Belgiens Ministerpräsident Yves Leterme gab bekannt, dass die Dexia-Bank verstaatlicht wird. Das Geldinstitut werde Staatsgarantien im Wert von 90 Milliarden Euro von Frankreich, Belgien und Luxemburg erhalten, wobei Belgien 60,5 Prozent der Summe aufbringen wird. Dexia ist damit das erste Opfer der Euro-Krise. Die belgisch-französische Bank hat allerdings nicht erst seit ihrem Engagement in Griechenland und anderen verschuldeten Euro-Staaten mit Problemen zu kämpfen. Bereits 2008 wurde sie von den drei heutigen Unterstützerländern mit sechs Milliarden Euro unterstützt.
Dexia-Rettung als Test
Laut dem belgischen Finanzminister Didier Reynders wolle man die Bank jedoch nicht für immer behalten. Die Staatsverschuldung Belgiens bleibe zudem, trotz der Banken-Rettung, unter 100 Prozent der Wirtschaftsleistung. Für viele Investoren gilt der Fall Dexia als Test, ob es den europäischen Staaten gelingt, das ganz große wirtschaftliche Desaster zu verhindern.
Geschlossene Einheit
Während des Treffens von Merkel und Sarkozy gab es also keine neuen Erkenntnisse, wie die EU-Krise gelöst werden soll. Stattdessen präsentierten sich Frankreich und Deutschland als Einheit im Kampf gegen die Krise. Beide Länder betonten, man sei sich der Verpflichtung bewusst und entschlossen, alles Nötige zu tun, um die Rekapitalisierung der Banken sicherzustellen.
[TBO]









