Seite ausdrucken
Neues System für alte Probleme

- Mit dem neuen RAPEX System soll der Verbraucherschutz innerhalb in der EU enorm verbessert werden. (Fotoquelle: pixelio.de/Schmuttel )
Krebserregendes Benzol in Gummistiefeln für Damen, Stromschlaggefahr bei LED Glühbirnen oder nicht funktionstüchtige Rauchmelder: immer wieder bringen Unternehmen mangelhafte Produkte in den Handel. Das Alarmsystem der EU, Rapid Exchange of Information System (RAPEX), soll die Verbraucher über die Landesgrenzen hinweg über gesundheitsschädliche oder anderweitig gefährliche Produkte informieren.
Schneller Austausch über gefährliche Verbrauchsgüter
RAPEX ist ein Schnellwarnsystem der EU, das seit 2003 einen verbesserten Verbraucherschutz gewährleisten soll. Mit der Hilfe des Programms können die Marktüberwachungsbehörden der 27 EU-Mitgliedstaaten und die EU-Kommission Informationen über gefährliche Verbrauchsgüter austauschen und veröffentlichen; ausgenommen sind Lebensmittel und Medikamente. Auch Liechtenstein, Island und Norwegen nutzen das Programm. Über verschiedene Produkte, wie beispielsweise Kleidung, Kinderspielzeug oder Elektrogeräte, können Warnhinweise ausgetauscht werden - wenn diese zum Beispiel gesundheitsschädliche Bestandteile enthalten oder technische Mängel aufweisen. RAPEX setzt die EU-Bürger außerdem über Maßnahmen wie Rückhol- oder Rückrufaktionen in Kenntis. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Maßnahmen von einer einzelstaatlichen Behörde ausgerufen wurden oder ob es sich um einen freiwilligen Schritt der Hersteller und Händler handelt. Die Generaldirektion Gesundheit und Verbraucher der EU-Kommission veröffentlicht dann einmal wöchentlich einen Bericht über aktuelle RAPEX-Warnungen sowie Rückrüfaktionen.
RAPEX Jahresbericht

- Besonders Spielzeug aus China ist mit Schadenstoffen belastet. (Fotoquelle: pixelio.de/ Helene Souza)
Einmal im Jahr wird ein RAPEX-Bericht vorgestellt, der die wichtigsten Entwicklungen des Vorjahres skizziert. Im Jahr 2010 wurden 2.244 unsichere Produkte von Kontrolleuren gemeldet, damit stieg die Zahl der Meldungen im Vergleich zu 2009 um 13 Prozent an. Die Zunahme der Meldungen wurde als gutes Zeichen interpretiert: so sei die steigende Anzahl auf ein größeres Bewusstsein und eine erhöhte Aufmerksamkeit der Behörden und Unternehmen zurückzuführen. Am häufigsten schlugen die europäischen Prüfer bei Textilprodukten Alarm - hier drohten gefährliche Hautreizungen. Auch Kinderspielzeug und Elektroartikel wurden oftmals beanstandet.
Rückgang von 20 Prozent
Am 08. Mai stellte der EU-Verbraucherschutzkommissar John Dalli den RAPEX-Jahresbericht für 2011 in Brüssel vor. Die Zahl der Meldungen nahm seit der Einführung 2003 erstmals ab. Während 2010 noch 2244 Produkte gemeldet wurden, sank die Zahl 2010 auf 1.803 Meldungen.
Der Rückgang von 20 Prozent erstreckt sich hauptsächlich über das erste Quartal des Jahres und wird auf Budgetkürzungen und die begrenzten Ressourcen in nationalen Behörden zurückgeführt. Am häufigsten (27 Prozent) wurden 2011 Warnungen zu Bekleidung, Textilien und Modeartikeln veröffentlicht. Auf dem zweiten Platz landete Spielzeug. Die meisten gemeldeten Risiken waren Verletzungen, chemische Risiken sowie Strangulierungsgefahr.
insgesamt 54 Prozent aller gemeldeten Produkte wurden in China hergestellt – das ist zwar immer noch mehr als die Hälfte der gemeldeten Produkte, im Vergleich zum Vorjahr ist jedoch ein Rückgang von 4 Prozent zu verzeichnen.









