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Künftig IBAN anstelle der Kontonummer

- Die Europäische Kommission hat beschlossen den Zahlungsverkehr schon ab 2013 von Kontononummer auf IBAN umzustellen. Deutschland (Foto: Andreas Morlok / pixelio.de)
Die Entwicklung lässt sich nicht aufhalten; die Europäische Kommission will es so: Spätestens im Jahr 2016 werden auch die Deutschen auf ihre vertrauten Bankkontonummern und die dazu gehörende Bankleitzahl verzichten müssen. An ihre Stelle tritt ein 22 Stellen (Anschläge) umfassender Bandwurm, die international schon geläufige IBAN. Das ist die Abkürzung für International Bank Account Number. Eigentlich wird dieser Identifizierungscode nach dem Willen der EU-Kommission innerhalb der Union schon im kommenden Jahr 2013 rechtskräftig. Aber die Bundesregierung hat Aufschub durchgesetzt.
Übergangsfrist in Deutschland
Das heißt, Bankkunden in Deutschland sollen und werden für eine Übergangszeit weiterhin ihre vertrauten Kontonummern und Bankleitzahlen nutzen können, obwohl es die EU-Kommission eigentlich nicht mehr zulässt. Auch das Elektronische Lastschriftverfahren (ELV), mit dem Kunden oft im Einzelhandel bezahlen, soll für eine Übergangszeit weiter genutzt werden dürfen. Dies sieht der von der Bundesregierung vorgelegte Entwurf eines Gesetzes mit der umständlichen Bezeichnung “Festlegung der technischen Vorschriften und der Geschäftsanforderungen für Überweisungen und Lastschriften“ vor. Banken sollen nach diesem Gesetz den Verbrauchern eine Konvertierungsmöglichkeit anbieten dürfen, damit sie weiterhin die inländischen Kontonummern und Bankleitzahlen verwenden können. Mit anderen Worten: Bis zum 1. Januar 2016 soll den Verbrauchern in Deutschland ohne zusätzliche Gebühren erlaubt sein, “inländische Zahlungen weiterhin nach dem vertrauten Muster unter Verwendung der bisherigen Kontokennung vorzunehmen“. Allerdings wird es sich hierbei um freiwillige Angebote der Banken handeln.
Kostenersparnis in Millionenhöhe?

- Bundesverband deutscher Banken. (Foto: commons.wikimedia.org/ Bundesverband deutscher Banken e.V., CC by 3.0)
IBAN ist bislang schon bei Transfers ins Ausland notwendig. Die Nummer enthält den Hinweis auf das jeweilige Land (für Deutschland das DE) und setzt sich in der Folge fortlaufend aus einer zweistelligen Prüfziffer, der bisherigen Bankleitzahl und der Kontonummer zusammen. Transaktionen, meint die EU-Kommission, sollen mit der Neuregelung schneller, billiger und sicherer werden. Die EU erwartet für Banken und Verbraucher eine Kostenersparnis in beträchtlicher Höhe, weil Überweisungsgebühren wegfielen. Dadurch könnten nach EU-Angaben Firmen, Banken und private Verbraucher innerhalb von sechs Jahren mehr als 120 Milliarden Euro sparen. Ein Vorteil ist jedenfalls sicher: Unternehmer und Verbraucher können im Zuge der Vereinheitlichung ihren gesamten Euro-Zahlungsverkehr über ein Konto bei einer beliebigen Bank innerhalb der Europäischen Union abwickeln.
Ältere Menschen werden leicht überfordert
Andererseits fürchten vor allem die Verbraucherschutzverbände, dass vor allem ältere Menschen mit den langen Zahlenkombinationen überfordert werden könnten. Sie warnen vor einem Chaos im Zuge der Umstellung. Weil man sich bei längeren Kontonummern leichter vertue, steige das Risiko der falschen Überweisungen. Für Rückbuchungen aber würden die Kunden zur Kasse gebeten. Dagegen versucht der Bundesverband Deutscher Banken, zu beruhigen: Die IBAN sei kein Schreckgespenst, wie vielfach propagiert, sondern ermögliche vielmehr “ein schnelles, günstiges und zuverlässiges Zahlungssystem“. Trotzdem kursiert nach wie vor das Wort von „IBAN, der Schreckliche“.









