Und der Islam ist doch das Problem

- (Foto: piper-verlag.de)
Sie ist wohl die bekannteste Islamkritikerin der Welt – nicht nur durch die an sie gerichtete Morddrohung, die an die Leiche des niederländischen Filmemachers Theo van Gogh geheftet war. Sondern vor allem durch ihre beeindruckende Autobiografie „Mein Leben, meine Freiheit“, in der sie ihren Weg von der gläubigen Muslima zur säkularen Staatsbürgerin schilderte. Nun liegt ihr nächstes autobiografisches Buch vor, dessen Mittelteil sich bei der Lektüre als argumentativ starker politischer Essay gegen den Islam herausstellt.
Der Islam ist eine gewalttätige Lebensweise
Ayaan Hirsi Ali richtet sich dabei vor allem an die Europäer und Amerikaner, die zunehmend mit muslimischen Migranten und den daraus entstehenden Problemen konfrontiert sind. Denn ihrer Meinung nach liegen die Ursachen für hohe Schulabbrecherquoten, noch höhere Kriminalitätsraten und niedrige Beteiligung am Erwerbsleben in der Religion selbst. Der Islam ist „nicht nur ein Glaube, er ist eine Lebensweise, eine gewalttätige Lebensweise“, urteilt die Somali aus eigener Erfahrung. Die Aufnahmegesellschaften müssen endlich verstehen, dass Traditionen wie Genital-Verstümmelung, Zwangsheirat und Ehrenmorde zwar oft vor-islamischen Stammestraditionen entspringen, dass sie aber längst Teil der muslimischen Lebensweise, Kultur und auch Theologie geworden sind.
Keine Staatsbürger
Ferner sind muslimische Migranten laut Ayaan Hirsi Ali nur gegenüber ihrer Blutslinie, ihrer Familie bzw. ihrem Stamm loyal. Moderne Staatsbürgerschaft mit individueller Verantwortung liegt ihnen nicht nur fern, sie widerspricht sogar dem Prinzip der Unterwerfung im Islam. Sozialhilfe und die Möglichkeit von Krediten führen bei den meisten Migranten aus islamischen Ländern daher nur zu Verschwendung, Verschuldung und Geldtransfers in die Heimatländer.
Der Mythos vom gemäßigten Islam
Ein weiteres Fehlurteil westlicher Gutmenschen sei, dass es einen gemäßigten Islam gebe. Die Autorin erklärt hierbei nicht nur, dass alle Versuche, den Koran zu reformieren und ihn als weniger gewalttätig erscheinen zu lassen, scheitern, weil keiner der Reformatoren die gewalttätigen Aussagen ganz streichen will. Sie macht vor allem deutlich, dass auch scheinbar gemäßigte Muslime niemals die Göttlichkeit und Verbindlichkeit des Korans anzweifeln – selbst wenn sie dessen Gebote nicht immer befolgen. Hierin unterscheiden sie sich also nicht von islamischen Fundamentalisten.
Die westliche Kultur ist besser!
Wie auch schon bei ihrer Autobiografie, dürfte Ayaan Hirsi Ali von Kritikern vorgeworfen bekommen, dass sie nicht von ihren persönlichen Erfahrungen auf die Allgemeinheit schließen könne. Doch Studien, die die Behauptungen der Autorin bestätigen, erscheinen mittlerweile fast täglich. Außerdem geht es Ayaan Hirsi Ali vor allem darum, dass die Westler endlich beginnen, selbst zu denken: Einerseits, um die eigenen Freiheiten endlich wertschätzen zu können. Und andererseits, um endlich zu verstehen, wo die Ursachen für die Probleme mit muslimischen Migranten liegen. Wer sich dies beides klarmache, müsse dann auch offen die Unterschiede benennen.
[FS]
Ayaan Hirsi Ali: Ich bin eine Nomadin. Mein Leben für die Freiheit der Frauen, München/Zürich: Piper Verlag, 2010, ISBN-13: 9783492053754, 19,95 Euro
