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  • Der Kommunismus war ein Fehlschlag
  • Freitag, 03. September 2010

    Von: PB

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    Was war der Kommunismus?

    Der Kommunismus war ein Fehlschlag

    (Foto: v-r.de)

    Und heute glauben viele, man könne es damit ja noch einmal versuchen - die Anhänger der SED-Nachfolgepartei “Die Linke” beispielsweise. Was aber war der Kommunismus? Die kommunistischen Bewegungen und die sich darauf berufenden Staatsgründungen, ihre ursprüngliche Dynamik und ihr rascher Zerfall stellen sich als eines der schwierigsten Kapitel des 20. Jahrhunderts dar. Gerd Koenen versteht den Kommunismus als eine der großen Tendenzen dieses Zeitalters und versucht ihn in diesem Sinne zu „historisieren". Wie und warum waren Kommunisten in der Lage, inmitten ihres epochalen Scheiterns dennoch ihrer Welt und Zeit einen so prägenden, menschenverachtenden Stempel aufzudrücken? Wie bilanziert sich ihr historisches Wirken nicht zuletzt aus der Perspektive der postkommunistischen Entwicklungen und der kapitalistischen Weltkrise 2009? Für Koenen steht fest: Der Kommunismus ist mausetot und kommt nie wieder.

    Marx begeistert immernoch

    Doch so einfach ist es wohl nicht. Heute wird Karl Marx wieder aus dem Staub der Geschichte geholt und seine Theorien von 1848 begeistern erneut junge Menschen. Sie sehen Parallelen zwischen der Zeit des Kapitalismus vor 170 Jahren und der heutigen globalisierten Welt. Die Frage muss allerdings gestellt werden: Stimmen diese Vergleiche? Und kann man daraus eine neue Existenzberechtigung für die alten Ideen ziehen? Koenen sagt: Nein, das geht nicht. Koenen stellt den Niedergang des Kommunismus der Kapitalismuskrise im Zeitalter der Globalisierung gegenüber. Koenen sieht die Nazi-Ideologie und den Stalinismus enger miteinander verbunden als mit demokratischen Strukturen. Beide Systeme waren totalitäre Mörderregime, die sich nur in der Grundfarbe unterschieden. Warum sie trotzdem so viele Menschen in ihren Bann zogen, das ist Koenen eine Überlegung wert. Und das Beste an diesem Buch ist die Tatsache, dass Koenen den „Kommunismus“ nicht historisch von den Quellen aufarbeitet, also von Marx bis Stalin, Lenin und Mao, sondern so beschriebt, wie er wirklich war: Nämlich diktatorisch, mörderisch, wahnsinnig, unmenschlich. Das ist die Erkenntnis, die heute viele nicht wahrhaben wollen, und die besonders jenen hinter die Ohren geschrieben gehört, die glauben, man könne es ja noch einmal mit diesem Wahnsinn versuchen. Und wer so sehr auf „Massendemokratie“ oder „Basis“ schwört und hier ein wichtiges Element im „Kommunismus“ sieht, sollte sich vergegenwärtigen, dass “die Massen” hinter der roten Fahne nur deswegen hermarschierten, weil sie es mussten und bei Widerspruch ermordet worden wären. Denn „Kommunismus“ in der erlebten Form - und einen anderen kennt die Welt nicht - von 1917 bis heute ist immer ein System der Elite gewesen. Der Partei, repräsentiert durch einen kultisch überhöhten Führer, hatten alle zu folgen, denn: „Die Partei, die Partei, die hat immer Recht..“ hieß das Lied, das beispielsweise in der DDR alle singen mussten. Die Frage also „Was war er Kommunismus wirklich?“ wird wohltuend klar und im Sinne einer quellengestützten kritischen Geschichtsbetrachtung beantwortet: Ein Terror- und Mörderregime. Nichts anderes.

    [PB]

    Gerd Koenen: Was war der Kommunismus?
    Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, 2010, ISBN-10 3525323018
    143 Seiten, 12,90 EURO