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Brandt war auch ein Europa-Politiker

- (Foto: dietz-verlag.de)
Willy Brandt steht durch seine Formel “Wandel durch Annäherung” für die Aussöhnung mit dem Osten. Für seine umstrittene „Ostpolitik“ wurde er als “Verräter” von der damaligen CDU-Opposition und dem rechtslastigen Vertriebenenverband auf das Heftigste angefeindet - aber international mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Für seine Europapolitik gewann er Beachtung - mehr aber auch nicht. Dabei war Willy Brandt ebenso ein West– wie ein Ostpolitiker. Denn der erste außenpolitische Erfolg der Regierung Brandt/Scheel war im November 1969 der Beschluss der Haager Gipfelkonferenz, Verhandlungen mit Großbritannien über den Beitritt des Landes zur EU zu eröffnen. Der Europagedanke stand in Brandts politischen Konzeptionen seit dem norwegisch/schwedischen Exil (1933-45) an prominenter Stelle. Ein geeintes Europa war aber für Willy Brandt eine Herzensangelegenheit. In diesem Band untersuchen Historiker aus sieben Ländern seine prägende Rolle bei der Einigung Europas.
Ein aktives Deutschland – so hieß das große Thema von Willy Brandts Europapolitik. Verständigung und Zusammenarbeit mussten im Westen beginnen, so Brandts Überzeugung. Im Osten haben wir nur Erfolg, wenn wir im Westen auf Amerika bauen, so sein Credo. Oder anders gesagt: „Europa ist wichtig, Amerika ist wichtiger.“
[PB]
Andreas Wilkens (Hg.): Wir sind auf dem richtigen Weg. Willy Brandt und die europäische Einigung, 511 Seiten, 38,00 Euro, ISBN 978-3-8012-0392-4

