Freitag, 20. Juli 2012

Von: Emmely Speidel

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Kulturhauptstadt | Androulla Vassiliou | Europäische Kommission | Guimarães | Maribor
Kultur­haupt­stadt

“Wiege Europas“

Guimarães
Blick Richtung Süden über die Stadt Guimarães, eine der diesjährigen "Kulturhauptstädte Europas". (Foto:commons.wikimedia.org/ Nuno Tavares, CC BY-SA 3.0)

Guimarães liegt im Norden Portugals. Die Stadt, die 52.000 Einwohner zählt, war die erste Hauptstadt des Landes und wird deswegen auch “Wiege der Nation“ genannt. Seit Anfang des Jahres ließe sich die Stadt ebenfalls “Wiege Europas“ taufen – denn Guimarães ist neben der slowenischen Stadt Maribor die Kulturhauptstadt Europas.

46 “Kulturhauptstädte Europas“

Seit der Einrichtung der Kulturhauptstadt Europas im Jahr 1985 haben 46 Städte an der Initiative teilgenommen. Die Europäische Kommission hat heute einen Vorschlag angenommen, um auch zukünftig kulturelle Zentren in Europa zu schaffen. Die derzeitige Initiative läuft 2019 aus. Damit sich die Städte ausreichend vorbereiten können, wird das Bewerbungsverfahren für den Titel immer sechs Jahre im Voraus eingeleitet – dementsprechend müssen Parlament und Rat die Neuauflage der Initiative im Jahr 2013 annehmen. In dem neuen Vorschlag wird für den Zeitraum bis 2033 festgelegt, in welcher Reihenfolge die Länder Städte ins Rennen um den Titel schicken dürfen.

Kultureller, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Nutzen

Aus Evaluierungen und Konsultation geht deutlich hervor, dass die Initiative “Kulturhauptstadt Europas“ den betreffenden Städten und Regionen einen vielfältigen Nutzen bringt. Die Wirkung ist nicht nur kultureller, sondern auch gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Natur.

Auch Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, glaubt an die Wirkungskraft der Veranstaltung. “Die Initiative 'Kulturhauptstädte Europas‛ ist eine der öffentlichkeitswirksamsten und erfolgreichsten Initiativen der Europäischen Union. Sie hat nicht nur dazu beigetragen, den fantastischen Reichtum und die enorme Vielfalt der europäischen Kulturen herauszustellen, sondern auch eine wahre Metamorphose der Städte bewirkt, was sowohl den Einwohnern als auch den Touristen zugute gekommen ist. Der Wettbewerb um den Titel innerhalb der Mitgliedstaaten ist heute härter als je zuvor – daran zeigt sich, wie nachhaltig und attraktiv die Initiative ist“, so Vassiliou.

Als besonders ergiebig hat sich die Initiative bisher erwiesen, wenn die Veranstaltung in eine langfristige kulturpolitische Entwicklungsstrategie eingebunden wurde.

Umfassendere Leitlinien

Androulla Vassiliou
Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, hält die Initative für eine der wirksamsten der EU. (Foto: ec.europa.eu, Credit © European Union, 2012)

Die Kommission will die bisher geltenden Strukturen des Projekts beibehalten. So soll die Veranstaltung auch in Zukunft nach nach dem Rotationsprinzip in den einzelnen Mitgliedstaaten ausgerichtet werden.

Zukünftig sollen die Kandidatenstädte umfassendere Leitlinien an die Hand bekommen, um die Auswahl und das Monitoring der teilnehmenden Städte zu erleichtern.

Der Vorschlag zielt außerdem auf die Hebelwirkung der Initiative zugunsten eines nachhaltigen Wachstums und der langfristigen Stadtentwicklung ab.

Entscheidung Ende 2013

Neben den beiden Mitgliedstaaten, aus denen in einem bestimmten Jahr jeweils eine Kulturhauptstadt Europas ernannt wird, sollen alle drei Jahre auch Kandidatenländer oder potenzielle Kandidatenländer eine Kulturhauptstadt Europas stellen können. Der Vorschlag wird nun im Europäischen Parlament und im Rat erörtert. Die endgültige Entscheidung über die künftigen Modalitäten soll bis Ende 2013 fallen.