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Lebenskreise als Familien der Zukunft
Die Familie muss sich neu erfinden, "kleine Lebenskreise" müssen gestärkt werden: So lautet der Befund der Expertenkommission "Familie und demographischer Wandel" in ihrem Bericht "Starke Familie – Solidarität, Subsidiarität und kleine Lebenskreise".
Lebenskreise boomen

- In den kleinen Lebenskreisen kümmert man sich gemeinsam um die Erziehung der Kinder (Foto: Matthias Balzer/pixelio.de)
Laut dem Bericht der Robert Bosch Stiftung leben immer mehr Familien in sogenannten "kleinen Lebenskreisen" – vor allem alleinerziehende Mütter und Väter. Der Vorteil dieser modernen Art des Zusammenlebens: Während ein alleinerziehender Elternteil zur Arbeit muss, kümmert sich ein anderer Erwachsener um dessen Kind und bringt es z.B. zur Schule. Wenn der Vater oder die Mutter am Abend ins Kino oder ins Theater gehen wollen, bringt wiederum ein Anderer den Nachwuchs ins Bett. Dadurch wird das Alleinerziehen deutlich erleichtert, ohne aber zusätzliche Kosten zu verursachen, wie sie mit dem Einstellen eines Kindermädchens oder dem Bezahlen eines Babysitters verbunden wären.
Problem mit staatlichen Unterstützungen
Modelle wie diese gibt es auch für andere Bereiche wie etwa in der Altenpflege. Wenn sich aber Freunde oder Nachbarn um alte Personen kümmern, ist die Situation nicht so einfach, als wenn dies Familienangehörige täten. Noch komplizierter wird es, wenn pflegebedürftige Senioren Wohngemeinschaften gründen, um mit einem Pfleger auszukommen. Die meisten Gesetze orientieren sich nämlich an „klassischen“ Familienformen. Für sogenannte „Demenz-WGs“ ist es also ungleich schwieriger, diverse Unterstützungen vom Staat zu bekommen, obwohl ein solches Zusammenleben sinnvoll erscheint.
Zu wenig Eigenverantwortung

- Auch die Politiker sollten sich Gedanken über dieses Modell machen (Foto: ec.europa.eu)
Auf die Unterstützung des Staates ist es auch zurückzuführen, dass die Familien in den letzten Jahrzehnten immer mehr Eigenverantwortung – und damit auch Freiheit – eingebüßt haben. In der Studie heißt es, „die Familie wurde durch die umfassende Sozialpolitik konditioniert, gewissermaßen dazu erzogen, weniger in der Ausübung ihrer Eigenverantwortung als in der staatlichen Förderung ihre Sicherheit zu sehen.” Deshalb müsse sich der Sozialstaat neu definieren „und auf den vormundschaftlichen Anspruch einer umfassenden Sozialpolitik verzichten.”
Haushalte der Zukunft als Arbeitgeber
Die Privathaushalte werden sich in Zukunft verändern. Sie würden zunehmend aus ihrer Leistungsempfänger-Identität herauswachsen und eigenständige, eigenverantwortliche Aufgaben übernehmen, heißt es in der Studie. Privathaushalte würden ihren Status als Wohn- und Konsumgemeinschaft aufgeben und auch als Arbeitgeber auftreten. Das ist zwar auch jetzt schon bisweilen der Fall, aber ein großer Teil aller Handwerker, Babysitter und Pflegekräfte wird illegal beschäftigt. Wenn man es durch dementsprechende Gesetze und Regelungen hinbekäme, diese Leute legal zu beschäftigen, würden dadurch gleichzeitig auch viele Teilzeitarbeitsplätze geschaffen und eine Jobmaschine von noch gar nicht absehbarer Wirtschaftskraft angeworfen werden.
[SB]
Weiterführende Links
Robert Bosch Stiftung
Bericht: Starke Familie – Solidarität, Subsidiarität und kleine Lebenskreise









