Dienstag, 12 Januar 2010
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Energie-Label | EU | Klimaschutz | Energieeffizienz
EU-Label

Die heile Welt der Energieeffizienz-Kennzeichnung

Haben Sie sich auch schon immer gefragt, was Tür, Fenster, Gefrierschrank und Leuchtmittel gemeinsam haben? Während informeller Verhandlungen zwischen Europäischem Parlament, Rat und der Kommission kamen die EU-Vertreter zu dem Schluss, dass alle „energieverbrauchs-relevanten“ Produkte mit einer gemeinsamen Energieskala bis „A+++“ bewertet werden sollen. Somit werden nun alle Produkte, von der Tür bis zur Spülmaschine, die den Energieverbrauch beeinflussen, in Zukunft mit dem gemeinsamen EU-Label etikettiert.

Das Energie-Label

(Foto: pixelio.de)

Seit der Einführung des Energie-Labels im Jahr 1992 durch eine europaweite Richtlinie legte die Energieeffizienz-Kennzeichnung bis heute einen beträchtlichen Weg im Namen des Verbraucherschutzes zurück. 1998 wurde die Kennzeichnung mit dem EU-Label für die „weiße Ware“, also Kühlschrank, Waschmaschine und Co. verbindlich. Das Label soll in schlichter grafischer Form Auskunft darüber geben, wie energieeffizient ein Gerät arbeitet. Mittlerweile stellen die Energie-Label einen bedeutenden Bestandteil der europäischen Energieeffizienz-Politik dar.

Beitrag zum Klimaschutz

Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) nennt vier Gründe für die Relevanz des EU-Labels. Das Energie-Label:  

  • hilft Verbrauchern bei der Entscheidung für energiesparende Geräte,
  • erleichtert Händlern die Kundenberatung,
  • vergrößert durch die Bevorzugung der „A-Klasse“ den Absatz von mehr hochwertigen, umweltfreundlichen Produkten und
  • trägt auf diese Weise zur Ressourcenschonung und zum Klimaschutz bei.

Energieeffizienz-Skala

Die Einteilung nach Energieeffizienzklassen erfolgte bisher nach Vorbild des angelsächsischen Schulnotensystems in Wertungsklassen von A bis G, wobei A die beste Klasse (niedriger Verbrauch) darstellte und G die schlechteste (hoher Verbrauch). Die Bewertungsskala verliert mit dem technischen Fortschritt zunehmend an Vergleichspotential, denn auf der Skala von A bis G, befinden sich die Geräte mehrheitlich bereits bei A oder noch darüber in den Zusatzkategorien A+ und A++, die im Jahr 2003 nur als zwischenzeitliche Lösungen eingeführt wurden.

Gut für den Verbraucher, gut für die Umwelt?

S&D-Abgeordneter im Europäischen Parlament Bernd Lange (Foto: europarl.europa.eu)

„Gut für den Verbraucher, gut für die Umwelt“, so kommentierte Bernd Lange, SPD-Abgeordneter im Europäischen Parlament, die politische Einigung über die so genannte Energiekennzeichnungsrichtlinie. Im Vergleich mit den Vorschlägen vom Mai 2009 wurde einer zunehmenden Verbraucherverwirrung durch das Eco-Label in den Trilog-Verhandlungen vom November 2009 nun teilweise entgegengewirkt; von einem wirklichen Umbruch ist hierbei allerdings nicht zu sprechen. Begründeterweise wurde der Vorschlag die Klassen A+ und A++ durch A-20%, A-40% und A-60% zu ersetzen, fallen gelassen. Der relative Bezug der Energieeinsparung zur Klasse A hätte für den Verbraucher noch mehr Verwirrung gestiftet.

Weiter keine Transparenz, nur eine zwischenzeitliche Lösung

Seit mehreren Jahren verweist die Stiftung Warentest auf das „veraltete Label“. Demzufolge spiegele die „Einstufung in die verschiedenen Energieeffizienzklassen […] heute noch den Stand der Technik bei Einführung des Labels im Jahr 1998 wieder.“ Die Kritik richtet sich hierbei an der Verwirrung bei der Kaufentscheidung, für den Otto-Normal-Verbraucher erwecke die Bezeichnung als Klasse A demnach den Anschein, die kostengünstigste Energieklasse zu sein, obwohl die Klasse A++ es im Vergleich dazu erlaubt, sogar um ein Drittel mehr Strom und Geld einzusparen.
 

Die Verhandlungsergebnisse

(Foto: pixelio.de)

Wichtigstes Resultat der Trilog-Verhandlungen vom November 2009 verbleibt, dass zukünftig auch Produkte, die selbst keine Energie verbrauchen, aber den Energieverbrauch beeinflussen, ebenfalls mit dem Energielabel gekennzeichnet werden. Dies spiegelt sich in der allgemeinen Tendenz zur Kennzeichnung vom Energieverbrauch in Haus und Hof wieder (siehe auch "Nachhaltiges Wohnen"). Darüber hinaus soll die Überprüfung der Richtlinie, anders als zuvor festgelegt, bereits vor 2014 vorgenommen werden.  Zudem wird die Angabe der Energieeffizienzklasse in Werbung und Broschüren nun Pflicht für alle Produkte, sobald energiebezogene Angaben gemacht werden oder der Produktpreis genannt wird.

Der tägliche Beitrag zum Klimaschutz: Prognosen und Fakten

Ersten Berechnungen zufolge könnte auf diesem Wege ein wichtiger Beitrag zu dem gesamteuropäischen Ziel einer Steigerung der Energieeffizienz bis 2010 sogar um 20 Prozent geleistet werden. Der Kauf eines energieeffizienteren Kühlschranks erlaube immerhin eine Energieeinsparung von bis zu 40 Prozent. Das europäische Ecolabel ist ein brisant an Bedeutung gewinnendes grünes Markenzeichen. Produzenten aus der Europäischen Union und dem Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR – Norwegen, Island, Liechtenstein) profitieren seit Jahren schon von dem Nutzen des Ecolabels. Seit 1992 wurden bereits über 750 Unternehmen mit dem Ecolabel für ihre Produkte ausgezeichnet.

[RM]

Weiterführende Links:

www.eu-label.de

www.greenlabelspurchase.net

www.stromeffizienz.de