Dienstag, 26. Januar 2010
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Web 2.0 | Social Media | EU | Soziale Netzwerke | Blogs | Twitter
Social Media in Europa

Wie viel Web 2.0 steckt in der EU?

Posten, twittern, bloggen, adden, sharen - neue Vokabeln sind zu Schlüsselwörtern der Internetkommunikation geworden. Soziale Netzwerke (social communities) bevölkern den europäischen Kontinent. Doch wie viel Web 2.0 steckt in der EU?

(Foto:pixelio.de)

Der Vater des Schlagworts “Web 2.0” selbst war es, Tim O´Reilly, der die charakteristischen Merkmale der neuen Internet-Realität auf den Punkt gebracht hat, indem er Web 1.0 und Web 2.0 einander gegenüberstellte: Demnach sei das Internet mehr und mehr eine Plattform, die auf der verstärkten Nutzereinbindung in Netzwerken beruht. Durch eine zusätzlichen Ebene an Informationen und Services, z.B. RSS-Feeds (Internet-Abonnementdienste) und Blogging, können sich die Nutzer verstärkt an der Internetgemeinschaft beteiligen und die „kollektive Intelligenz“ nutzen. In dem Artikel: „What is Web 2.0?“ stellt O´Reilly die „alten“ und „neuen“ Interaktionsformen des Internets ausführlich einander gegenüber.  

Politik digital

Seitdem der US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama, nun bereits Herr des Weißen Hauses und stolzer Träger des Friedensnobelpreises, in Videoclips, Twitternachrichten und Blogposts den modernen Wahlkampf auf allen Kanälen des Internets vorantrieb, ging auch bei den Politikern des „alten Kontinents“ der Trend zur Digitalisierung der Politik. Weltweit Karriere machte das neue Kommunikatonstool Twitter, das Nutzern weltweit erlaubt, in 140 Zeichen eine hausgemachte Wahlbotschaft „zu zwitschern“. Zudem wurde der Begriff „Iran“ von den Anhängern (followers) des Microblogging-Dienstes - im Zusammenhang mit der Protestbewegung gegen das autoritäre Regime und den Präsidenten Ahmedinadschad - zum am häufigsten geposteten Wort 2009 gekürt.

Europa in 140 Zeichen - Twitter meets EU

Auch die EU erkannte das Potential der neuen Kommunikationsmöglichkeiten und nutzte zunehmend Onlinekanäle im Vorfeld der Europawahlen 2009. Sogar der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, hatte in einer Videobotschaft alle Bürger dazu aufgerufen, an der Europawahl teilzunehmen und so ihre Stimme hören zu lassen – jedoch ohne erkennbaren Erfolg. Ein Jahresrückblick in 140 Zeichen belehrt uns, dass die neuen Internetnetzwerke bisher nur ein Land der ungenutzten Möglichkeiten blieben: „Bürger @EU #dialog - Wir wollen mehr Dialog in der EU - mehr Partizipation und Transparenz (Studie: Wähler wollen kommunizieren)“ – könnte ein Tweet lauten. Auch die Bundestagswahlen des Superwahljahres 2009 bestätigen: Nach wie vor gibt es noch Nachholbedarf bei den Politikern. 

EU-Studie: Einfluss von Social Media

(Foto:pixelio.de)

Die neueste Studie der Europäischen Kommission ”The Impact of Social Computing on the EU Information Society and Economy” von November 2009 zum Thema Social Media hingegen liefert die folgenden Nutzungsdaten des Web 2.0 für das Jahr 2008:

Im Hinblick auf die dynamische Entwicklung des letzten Jahres kann man mit Sicherheit sogar von einer Verdoppelung der Zahlen ausgehen. Die imposanten Daten lassen uns erwartungsvoll auf den Amtsantritt der neuen EU-Kommissarin für die „Digital Agenda“, Neelie Kroes, im Januar 2010 warten.

Die europäische Blogosphäre

Unterdessen wächst und wächst die europäische Blogosphäre, das bloggingportal.eu verzeichnet derzeit allein über 500 professionelle politische Blogs zum Thema EU. Natürlich umfasst dies nicht die Unmenge an Bloggern in ganz Europa, die tagtäglich zum Alltagsleben in der europäischen Gemeinschaft aus ihrer lokalen Perspektive posten und ihre Meinungen mit „realen“ und „virtuellen“ Freunden teilen. Auf dem Open Europe Blog sowie bei Twitter, Facebook und Co. wird sogar im Minutentakt die Politik sowie Gerichtssprechung aus Brüssel, Strassburg und Luxemburg verfolgt und kritisch aus der Sicht des EU-Bürgers bzw. EU-Bloggers hinterfragt.

Social Media Week in Berlin

(Foto:pixelio.de)

Im Zeitraum vom 1. bis zum 5. Februar 2010 ermöglicht die Social Media Week allen Newcomern und Oldtimern des Web 2.0 einen Einblick in das Geschehen der neuen Internetanwendungen. Simultan werden, dem globalen Zeitalter gemäß, Workshops, Disskussionspanele, Vorträge und Partys an 6 Standorten weltweit veranstaltet: in Berlin, Sao Paolo, London, New York, San Francisco und Toronto. Ein kurzer Einblick scheint sich im digitalen Zeitalter also sowohl für Laie als auch Profi zu lohnen. Und wie es in Zeiten des Web 2.0 so schön heißt: Die Verbreitung des Beitrags ist wie immer ausdrücklich erwünscht. 

[RM]

Weiterführende Links:

www.openeuropeblog.blogspot.com

citizen-europe.blogspot.com

socialmediaweek.org