Mittwoch, 31.März 2010

Von: SB

Seite ausdrucken
Social bookmarks:
bookmark at mister wongpublish in twitterbookmark at del.icio.usbookmark at digg.combookmark at furl.netbookmark at linksilo.debookmark at reddit.combookmark at spurl.netbookmark at technorati.combookmark at google.combookmark at yahoo.combookmark at facebook.combookmark at stumbleupon.combookmark at propeller.combookmark at newsvine.combookmark at jumptags.com
Keywords:
Terror | St. Petersburg | Anschlag | Todesstrafe | Attentat | Russland | Moskau | Metro
Nach den Anschlägen von Moskau

Terrorangst auch in St. Petersburg

Zu den Anschlägen in der russischen Hauptstadt Moskau berichtet unser European Circle-Korrespondent Sebastian Bauer direkt aus St. Petersburg.
Anschläge in Moskau
Zwei Metrostationen wurden am Montagabend in St. Petersburg vorübergehend geschlossen (Foto: Martin Kummer/pixelio.de)

Nach den Anschlägen in Moskau wurden Montagabend auch in St. Petersburg, der zweitgrößten Stadt Russlands, zwei Metrostationen vorübergehend geschlossen. Ein Unbekannter habe von Bomben in den Stationen Nevski Prospekt und Ploschad Wostannija gesprochen, sagte ein Sprecher der Polizei gegenüber der Nachrichtenagentur RIA Novosti. Bei der Durchsuchung dieser Stationen wurde jedoch nichts gefunden.

"Natürlich habe ich Angst"

Die Stimmung in der U-Bahn ist trotzdem bedrückend: Kaum jemand spricht, viele sehen verängstigt aus. Die Studentin Julia Abdulina hat aus den Nachrichten von den Anschlägen in Moskau erfahren: "Es war schrecklich, in den Gesichtern der Menschen konnte man richtig Angst und Panik erkennen. Dass dann auch noch zwei Stationen hier in St. Petersburg geschlossen wurden, hat die Sache für mich nicht besser gemacht. Natürlich habe ich Angst, aber ich muss mit der U-Bahn fahren, um zur Universität zu kommen." Im Gespräch mit The European Circle versicherte ein Mitarbeiter der St. Petersburger Metro, dass man alles unternehme, um für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen. „Gerade nach den gestrigen Terrordrohungen sind wir natürlich besonders wachsam. Dass nichts passiert, kann man aber nie garantieren – leider!“ Die Polizei vor Ort war zu keinem Statement bereit, verwies lediglich auf die Pressestelle.

Attentate in Moskau

Am Montag ereignete sich in Moskau der schwerste Terroranschlag seit mehr als sechs Jahren. Bei den Attentaten auf die U-Bahn-Stationen Lubjanka und Park Kultury starben rund 40 Menschen, mehr als 100 wurden verletzt. Wie die "St. Petersburg Times" berichten, wurden nach dem Anschlag Dutzende Augenzeugen mit Nervenzusammenbrüchen und Herzinfarkten in Krankenhäuser eingeliefert.

Ziele strategisch ausgewählt

Anschläge in Moskau
Nach den Anschlägen in Moskau will die russische Regierung nun die Todesstrafe wieder einführen. (Foto: Jerzy Sawluk/pixelio.de)

Nach Informationen der Moscow Times geschah die Auswahl der attackierten Metrostationen keineswegs zufällig. Direkt über der Station Lubjanka befindet sich das Hauptquartier des russischen Geheimdienstes FSB. Alexander Torshin, Sprecher des Föderationsrates, deutet die Anschläge als Racheakt. "Die Anschläge auf die Moskauer U-Bahn scheinen eine Antwort zu sein auf Versuche, Rebellen aus dem Nordkaukasus auszuschalten", sagte er gegenüber dem Informationsdienst Interfax.

Todesstrafe für Terroristen?

Bisher wurden Terroristen in Russland mit langjährigen Haftstrafen belangt. Als Reaktion auf die Anschläge in Moskau will die russische Regierung nun aber die Todesstrafe wieder einführen. Das bestätigte Anatolij Lyskow, Vorsitzender des Rechtsausschusses des Föderationsrates, gegenüber RIA Novosti. Derzeit gilt in Russland ein Moratorium für die Todesstrafe, was heißt, dass bereits verhängte Urteile momentan nicht vollstreckt werden. Mit der Wiedereinführung wolle man Terroristen zeigen, was sie ab sofort erwarte. Außerdem wolle man ihnen das Begnadigungsrecht absprechen, das Terroristen derzeit noch zustehe.

[SB]