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112 funktioniert Europaweit

- Im Notfall helfen Krankenwagen, Feuerwehr und Polizei EU-weit mit der Notfallrufnummer 112 (commons.wikimedia.org/ Philipp Lensing, CC by-sa 3.0)
Im Notfall muss es schnell gehen: Bei einem Verkehrsunfall im Vatikan, einem Brand in Belgien oder bei einem Einbruch in Estland können Sekunden entscheidend sein. Polizei, Krankenwagen oder Feuerwehr müssen so schnell wie möglich informiert werden, damit sie ihren Einsatz beginnen können. Doch wie erreicht man sie, wenn man nicht in seinem Heimatland unterwegs ist? In Deutschland weiß jedes Kind, dass es 110 für die Polizei und 112 für Krankenwagen und Feuerwehr anrufen muss. Doch nur 18 Prozent der Deutschen wissen, dass sie mit der 112 auch im europäischen Ausland Hilfe holen können. Mit der 112 funktioniert der Notruf EU-weit. Anrufe können jeder Zeit in der jeweiligen örtlichen Landessprache und auf Englisch beantwortet werden. Um den EU-Bürger darauf aufmerksam zu machen, hat die Verwaltung der Europäischen Union den 11. Februar (11.2.) zum “112-Tag” ernannt – und versucht mit der Kampagne “Ein Europa - eine Nummer” die 112 bekannter zu machen. Dafür setzt sie Werbefilme, Flyer und Informationsstände ein. Seit 2009 existiert die europaweite 112-Nummer.
Überall kostenfrei
Die Notfallnummer ist in allen 27 Staaten der EU kostenfrei. Und nicht nur dort: Auch in Andorra, Färöer-Inseln, Island, Kroatien, Liechtenstein, Norwegen, San Marino, Schweiz, Türkei und Vatikan erreicht man über die 112 Feuerwehr, Krankenwagen und Polizei. Die Nummer hat im Telefonnetz immer Vorrang, sodass der Anrufer sofort mit der örtlich zuständige Notfallzentrale verbunden wird. Die 112 funktioniert in allen Mobilfunknetzen, also auch dort, wo der “eigene” Anbieter nicht verfügbar ist. Einzige Voraussetzung ist, dass eine Sim-Card im Mobiltelefon eingelegt ist. Vor dieser Regelung kam es zu häufigen vorsätzlichen Fehlanrufen, beziehungsweise Scherzanrufen.
Idee 1991 geboren
Immer mehr Europäer agieren grenzüberschreitend und können jederzeit in eine Situation kommen, in der sie schnell einen Rettungswagen oder die Polizei kontaktieren müssen. Im Jahr 1991 brauchte man noch über 40 Notrufnummern in Europa. Auch an gehörlose Menschen wurde gedacht. Sie können via SMS, Fax oder E-Mail die Notrufzentrale kontaktieren. Allen anderen Menschen empfehlen die Notfallzentralen die 112 anzurufen, da durch einen Anruf besser geklärt werden kann, ob ein Notfall vorliegt, beziehungsweise welche Maßnahmen am sinnvollsten ergriffen werden können, um zu helfen.
Nur im Notfall
Wer absichtlich einen unbegründeten Notfall absendet, macht sich strafbar. Schadensersatzforderung in Höhe der Einsatzkosten kommen auf den Anrufer zu. Die Einsatzkräfte können zudem nicht bei realen Fällen eingesetzt werden, was zu Todesfällen führen kann. Das sollte jedoch niemanden abschrecken, im Notfall die 112 zu wählen. Leichtes Unwohlsein ist allerdings ein Fall für den Hausarzt und nicht für den Rettungsarzt. Auch für Fragen, beispielsweise über die Verkehrslage, ist die 112 nicht geeignet.
Fünf Regeln
Bei einem Anruf der 112 gibt es fünf Regeln, die der Anrufer beachten sollte, die der Einsatzzentrale helfen, schnell und präzise Hilfe zu schicken: 1. Wo ist etwas passiert? 2. Was ist passiert? 3. Wie viele Verletzte gibt es? 4. Welche Art von Verletzungen liegen vor? Und 5. Auf Rückfragen warten.
Die genaue Ortsangabe hilft Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften keine Zeit bei der Suche nach dem Einsatzort zu verlieren. Die Beschreibung des Vorfalls hilft der Zentrale, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, beispielsweise ob es sich um einen Fall für die Feuerwehr oder einen Krankenwagen handelt. Die Anzahl der Verletzten ist wichtig, damit genug Rettungswagen entsendet werden können. Die Beschreibung der Verletzungen, beispielsweise ob es sich um Verbrennungen handelt oder ob der Verletzte bei Bewusstsein ist, ist bedeutsam, da gegebenenfalls ein Notarzt alarmiert wird.
Nicht Auflegen
Nach der Durchsage des Notfalls sollte man das Telefon nicht aus der Hand legen, da die Notfall-Zentrale eventuell weitere Informationen benötigt. Wer aus Versehen die 112 gewählt hat, sollte ebenfalls nicht auflegen. Das richtige Verhalten ist, dass man der Notfallstelle mitteilt, dass der Anruf aus Versehen geschehen ist. Wenn ein Anrufer sofort auflegt, schickt die Zentrale möglicherweise jemanden los, falls durch Rufnummernerkennung eine Adresse herausgefunden werden kann. Wer panikartig aufgelegt hat, sollte direkt noch einmal die 112 anrufen, um seinen Faux-Pas zu erläutern.
[MK]









