Donnerstag, 27. Dezember 2011

Von: TB

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Sugar Light | Südamerika | Stevia | Süßstoff | Brasilien | Paraguay | EFSA | Sevia-Pflanze
Stevia, der wunder Zucker kommt nach Deutschland

Sugar Light

Wunderzucker Stevia
Wunderzucker Stevia - Süßer als Zucker, aber ohne Kalorien. (Foto: gänseblümchen / pixelio.de)

Der Mensch nimmt im Durchschnitt täglich 90 Gramm Zucker zu sich. Umgerechnet sind das 364 Kalorien. In vielen Lebensmitteln versteckt sich der Dickmacher und versüßt uns die Speisen. Wer sich bewusst ernähren oder ein paar Pfunden loswerden will, muss meist auf süße Sachen verzichten. Bislang war das zumindest so. Stevia, der neue wunder Zucker ist bis zu 300 mal süßer als herkömmlicher Zucker, hat aber weder Kalorien noch verursacht er Karies. Wissenschaftler hatten den natürlichen Süßstoff lange im Verdacht der Gesundheit zu schaden. Hersteller und Lebensmittelkonzerne hingegen reiben sich die Hände nach dem neuen Produkt. 

Der Süßstoff aus Südamerika

Stevia wird aus der subtropischen Pflanze Stevia rebaudiana gewonnen aus deren Blättern das sogenannte Steviolglykoside gelöst wird. Die Stevia-Pflanze ist jedoch keine Neuentdeckung. Seit über 500 Jahren nutzen die Ureinwohner Paraguays und Brasiliens die Pflanze zum süßen ihrer Speisen und Getränke und verwenden sie als Heilpflanze. In Japan werden die Blätter der Stevia-Pflanze schon seit vierzig Jahren genutzt. Nun kommt der natürliche Süßstoff auch nach Europa. Dort war er bislang verboten, da der Verdacht bestand er würde Krebs erregen. 

Medizinisch unbedenklich

Stevia rebaudiana
Die Stevia rebaudiana wird schon seit 500 Jahren von den Ureinwohner Paraguays und Brasiliens zum süßen ihrer Speisen und als Heilpflanze genutzt. (Foto: commons.wikimedia.org/Ethel Aardvark, CC BY 3.0)

Lange vermuteten Wissenschaftler Stevia würde unfruchtbar machen, Embryonen schädigen und krebserregend sein. In den achtziger Jahren ergab eine Studie der University of Illinois in Chicago bei Experimenten mit Ratten, dass ein Abbauprodukt von Steviosid potentiell krebserregend wirke. Diese Studie wurde allerdings widerlegt und geriet zunehmen in Verruf, als bekannt wurde, dass die chemische Süßstoffindustrie an der Studie mitwirkte. Die Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) bescheinigte die Unbedenklichkeit des Stoffs, solange man eine tägliche Höchstdosis von 11 Milligramm Steviolglykoside  pro Kilogramm Körpergewichts nicht überschreitet. Ab Dezember darf daher die Lebensmittelindustrie Stevia in ihren Produkten verwenden.  

Verwendung

Coca Cola
Die Getränke Industrie setzt große Hoffnungen auf den neuen Zucker. (Foto: commons.wikimedia.org/MykReeve, CC BY-SA 3.0)

Der Geschmack des Süßstoffs ist nicht ganz mit dem des herkömmlichen Zuckers zu vergleichen. Die Süße der Stevia-Pflanze hat einen leichten, Lakritze ähnlichen Nebengeschmack. Durch die chemische Gewinnung des Süßstoffs entsteht zudem eine leichte bittere Note an deren Beseitigung man derzeit noch Arbeit. Dennoch will die Lebensmittelindustrie die Süßstoffe für sämtliche Produkte wie Schokolade, Joghurt, Müsli, Salatsaucen und Süßigkeiten einsetzten. Vor allem die Getränke Industrie setzen große Hoffnungen auf den neuen Zucker. Coca-Cola hält weltweit 30 Patente auf das Produkt und vertreibt bereits jetzt verschieden Getränke in der Schweiz und in Frankreich. Bislang verwendete der Konzern unter anderem die synthetisch hergestellten Süßstoffe Aspartam und Saccharin. Nur zum Backen eignet sich Sevia-Extrakt nicht, da die Konsistenz nicht die Selbe ist. 

Herkunft und Gewinnung

Der romantischen Vorstellung die Blätter würden von den Plantagen der Kleinbauern und indigenen Stämmen kommen, wir jedoch schnell ein Ende bereitet. Stevia ist bereits jetzt ein industriell gefertigtes Massenprodukt. Den neuen Absatzmarkt der EU beschreiten groß Konzerne wie der US-Agrarriese Cargill, Coca-Cola und PepsiCo, die bereits jetzt in den USA Stevia-Produkte herstellen. Die amerikanische Marktforschungsfirma Mintel schätzt, dass in diesem Jahr bereits zwei Milliarden Dollar weltweit mit dem Verkauf von Stevia-Produkten umgesetzt wurde. 

Die Verbraucher dürfen sich also auf den neuen Verkaufsschlager freuen. Wem der Süßstoff hingegen bitter aufstoßen dürfte, ist die Zucker und Süßstoffindustrie. Lebensmittel mit dem neuen Süßungsmittel Stevia können Verbraucher übrigens an der E-Nummer 960 erkennen. 

[TB]

(Teaserbild: Simone Hainz / pixelio.de)