Montag, 23. Juli 2012

Von: Redaktion

Seite ausdrucken
Schließen
Versende diesen Artikel
Send this form
Social bookmarks:
bookmark at mister wongpublish in twitterbookmark at del.icio.usbookmark at digg.combookmark at furl.netbookmark at linksilo.debookmark at reddit.combookmark at spurl.netbookmark at technorati.combookmark at google.combookmark at yahoo.combookmark at facebook.combookmark at stumbleupon.combookmark at propeller.combookmark at newsvine.combookmark at jumptags.com
Keywords:
Lebensmittelsicherheit | RASFF | Europäische Kommission | Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel | John Dalli
Schnellwarnsystem

Lebensmittelrisiken abwenden

John Dalli
Der EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, John Dalli, hält das System für ein wichtiges Instrument um das Vetrauen der Verbraucher zu stärken. (Foto: ec.europa.eu, Credit © European Union, 2012)

Dank des Schnellwarnsystems für Lebens- und Futtermittel (RASFF) können viele Lebensmittelrisiken abgewendet oder abgemildert werden – das bestätigt ein Bericht, den die Europäische Kommission vergangenen Freitag (20. Juli) veröffentlichte.

“Die Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU genießen das weltweit höchste Lebensmittelsicherheitsniveau“, sagte John Dalli, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik. Dalli erachtet das RASFF als wichtiges Instrument, um dieses Niveau zu gewährleisten.

Das Vertrauen der Verbraucher stärken

Das RASFF spielt eine entscheidende Rolle dabei, die Sicherheit “vom Erzeuger bis zum Verbraucher“ herzustellen: sobald ein Lebensmittelrisiko festgestellt wird, löst das System umgehend Abwehrmaßnahmen aus. “Das Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel ist ein wichtiges Instrument; es ermöglicht die Identifizierung von Risiken und ihre Beseitigung vom EU-Markt. Das RASFF stärkt das Vertrauen der Verbraucher in unser Sicherheitssystem für Lebens- und Futtermittel“, kommentierte John Dalli den jüngst veröffentlichen Bericht zu RASFF.

Alle Nutzer werden über das System schnellstmöglich über schwerwiegende Risiken informiert, sodass sie auf Gefahren für die Lebensmittelsicherheit koordiniert reagieren und so die Gesundheit der EU-Bürger schützen können.

9200 Verstöße im Jahr 2011

Im Jahr 2011 wurden über das RASF knapp 9200 Verstöße gegen das EU-Lebensmittelrecht gemeldet, wobei es in rund 620 Fällen um schwerwiegende Risiken ging. In den meisten Fällen handelte es sich um Folgemeldungen (knapp 5300), circa 3800 Meldungen betrafen neue Fälle. Von den neuen Meldungen betrafen 3139 Lebensmittel, 361 Futtermittel und 312 Lebensmittelkontaktmaterialien.

Die häufigsten Probleme waren Aflatoxine in Futtermitteln, getrockneten Früchten und Nüssen sowie die Freisetzung chemischer Stoffe aus Küchenutensilien aus China.

Der Auffassung der Kommission zufolge habe das System im vergangenen Jahr außerdem geholfen, auf eine Reihe schwerwiegender Lebensmittelkrisen – wie E.coli (Ehec) sowie die Verseuchung von Lebensmitteln durch die Reaktorkatastrophe in Fukushima - zu reagieren und deren Folgen zu mildern.

E.-coli-Krise

Sprossen
Im Kampf gegen Ehec, das durch Sprossen ausgelöst wurde, hat sich das RASFF als wirkungsvolles Instrument erwiesen. (Foto: sigrid rossmann / pixelio.de)

Die E.-coli-Krise war, mit über 50 Todesfällen, eine der schlimmsten Gesundheitsgefährdungen durch Lebensmittel in der Geschichte der EU.

Eine Gruppe von Spezialisten war rund um die Uhr im Einsatz, um den Ursprung des Ausbruchs zu ermitteln und den raschen Austausch von Informationen zu gewährleisten. Damit wollte man weitreichende gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen der Krise mildern.

Aus den Erfahrungen mit E.Coli resultiert die Einsicht dass eine gezieltere Fortbildung zu Ermittlungen bei Lebensmittelkrisen und zum Umgang mit konkreten Risiken von Nöten sei. Diese Forderung wurde in dem Freitag veröffentlichten Bericht festgeschrieben. Darüber hinaus sollen zukünftig spezifischere Bestimmungen für die Erzeugung von Saatgut und Sprossen ausgearbeitet werden.

Reaktorkatastrophe von Fukushima

Auch nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima im März 2011 erwies sich das RASFF als wirksames Instrument, um eine wirksame Kommunikation mit den Mitgliedsstaaten über die Entwicklung der Situation, die erforderlichen Maßnahmen und die Ergebnisse der Kontrollen herzustellen.

Nach dem Austritt von Radioaktivität aus dem Kernkraftwerk Daiichi in Fukushima forderte die Kommission die EU-Mitgliedstaaten über das RASFF auf, die Radioaktivität in Lebens- und Futtermitteln aus Japan zu messen. Als Vorsichtsmaßnahme verabschiedete die Kommission Bestimmungen, wonach die japanischen Behörden alle Lebens- und Futtermittel aus der betroffenen Zone einer Prüfung vor der Ausfuhr unterziehen mussten; zusätzlich wurden Stichproben am EU-Eingangsort durchgeführt. Die Maßnahmen gelten auch 2012 weiter und werden regelmäßig überprüft.

Die Europäische Kommission hat sich vorgenommen in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsstaaten an einem weiteren Ausbau der Berichtssysteme zu arbeiten. Die einzelnen EU-Länder sollen zukünftig ihre eigenen Behörden und Ressourcen gezielter für Probenahmen und Prüfungen einsetzen können.


(Teaserbild: Gerd Altmann / pixelio.de)