Lebensmittelinflation in ganz Europa: Bei welchen Produkten kam es im Jahr 2025 zu den größten Preissteigerungen?

The European Circle Business untersucht genauer, wie sich die Lebensmittelpreise im Jahr 2025 in ganz Europa verändert haben, und enthüllt die Produkte, die die höchste Inflation verzeichneten.

Die Lebensmittelpreise in der EU sind im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 % gestiegen. Bei einigen Produkten war die Inflation viel höher und erreichte laut Eurostat 10 % für bestimmte Artikel.

Welche Länder verzeichneten im Jahr 2025 die höchste Nahrungsmittelinflation? Bei welchen Lebensmitteln kam es zu den größten Preissteigerungen? Und gab es Produkte, bei denen die Preise gefallen sind?

Die Preise in der Türkei explodieren

Die Türkei war ein klarer Ausreißer, wenn es um die Lebensmittelinflation geht: Die Preise stiegen bis 2025 um satte 32,8 %, was die umfassenderen Inflationsprobleme der Türkei unterstreicht. Der nächsthöhere Anstieg fiel mit 7,6 % im Kosovo weitaus geringer aus.

Innerhalb der EU verzeichnete Rumänien mit 6,7 % die höchste Nahrungsmittelinflation. Die Lebensmittelinflation blieb im Jahr 2025 in Teilen Ost- und Südosteuropas hoch. In Rumänien, Bulgarien, den baltischen Staaten und auf dem Balkan lagen die Inflationsraten überwiegend zwischen 4 % und 7 % und lagen damit deutlich über dem EU-Durchschnitt.

Die Schweiz war das einzige Land, in dem die Lebensmittelpreise um 1,1 % sanken. In Zypern blieben die Preise unverändert.

Unter den „Big Four“ der EU verzeichnete Frankreich mit 0,7 % die niedrigste Quote. Dies war auch die drittniedrigste Nahrungsmittelinflation unter 36 europäischen Ländern.

Die Inflation betrug in Deutschland und Spanien 2,1 %, während Italien mit 2,5 % die höchste Rate unter den führenden EU-Volkswirtschaften aufweist.

Zweistellige Inflation bei Schokolade, gefrorenem Obst, Rind- und Kalbfleisch

Von den 64 von Eurostat erfassten gängigen Lebensmitteln sanken die Preise für acht Produkte und blieben für eines unverändert. Alle anderen verzeichneten im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 unterschiedlich starke Preissteigerungen.

Drei Nahrungsmittel verzeichneten eine zweistellige Inflation. Am stärksten stiegen die Schokoladenpreise mit einem Plus von 17,8 %, gefolgt von gefrorenem Obst mit 13 % und Rind- und Kalbfleisch mit einem Plus von 10 %.

Über die ersten drei hinaus verzeichneten auch mehrere andere Lebensmittel deutliche Preissteigerungen.

Die Eierpreise stiegen um 8,4 %, gefolgt von Butter mit 8,3 % und Lamm- und Ziegenpreisen mit 7,2 %. Zucker, Marmelade und Honig stiegen um 6,8 %, während frische Vollmilch um 5,7 % zulegte.

Produkte aus Wurzelgemüse stiegen um 5,5 %, frisches oder gekühltes Obst um 5,4 % und Obst verzeichnete insgesamt einen Zuwachs von 5,3 %. Speiseöle und konserviertes Obst legten jeweils um 4,7 % zu. Die Preise für Geflügel stiegen um 4,4 %, während Trockenfrüchte und Nüsse um 4,2 % zulegten.

Bei welchen Lebensmitteln gab es Preisrückgänge?

Bei einigen Produkten hingegen sanken die Preise. Den größten Rückgang verzeichnete Olivenöl mit 22,9 %. Die Preise waren in den letzten Jahren stark gestiegen, so dass sich dieser Trend im Jahr 2025 deutlich umkehren wird.

Zucker folgte mit einem Rückgang von 11 %. Auch Öle und Fette gingen um 5,4 % zurück, während Kartoffeln um 5,2 % zurückgingen.

Top-Produkte zur Nahrungsmittelinflation nach Ländern

Die jährlichen Preisänderungen für Lebensmittel waren von Land zu Land unterschiedlich. Die folgende Grafik zeigt, wie sich die sechs größten Lebensmittelpreiserhöhungen in der EU auf dem gesamten Kontinent unterscheiden. Alle stiegen innerhalb der EU um mehr als 7 %.

In drei Ländern stiegen die Schokoladenpreise um mehr als 30 %: Polen (33 %), Litauen (32 %) und Estland (32 %). Albanien verzeichnete lediglich einen Anstieg um 1 %.

Bei Tiefkühlkost lag die jährliche Inflationsrate zwischen 2 % in Island und 32 % in Estland. Daten für dieses Produkt waren nicht für alle überwachten Länder verfügbar.

Die Inflation bei Rind- und Kalbfleisch stieg in einigen Ländern um über 20 %, doppelt so viel wie der EU-Durchschnitt von 10 %. Die Niederlande (23 %), Kroatien (22 %) und Lettland (21 %) verzeichneten die höchsten Zuwächse in dieser wichtigen Lebensmittelkategorie.

Die Preise für Rind- und Kalbfleisch blieben in der Schweiz unverändert. Frankreich (5 %) und Italien (6 %) verzeichneten die geringsten Zuwächse.

Eier, ein weit verbreitetes Produkt, verzeichneten in fünf Ländern Preissteigerungen von 20 % oder mehr. Den größten Anstieg verzeichnete Kosovo mit 30 %, gefolgt von Tschechien mit 29 %, der Slowakei mit 27 %, Portugal mit 21 % und Ungarn mit 20 %.

Die Inflation der Eierpreise ist in ganz Europa sehr unterschiedlich. In mehreren Ländern fielen die Preissteigerungen sehr gering aus, während in einigen Ländern die Preise sogar sanken.

In zwölf Ländern erreichte die Butterinflation zweistellige Werte. Sowohl im Kosovo als auch in Schweden lag sie über 20 %.

Bei Lamm und Ziege lag der EU-Durchschnitt bei 7 %, sechs Länder verzeichneten jedoch Steigerungen über 10 %. Unter den EU-Mitgliedstaaten verzeichnete Polen mit 14 % den höchsten Anstieg, gefolgt von Portugal und Irland mit 13 %. Schweden verzeichnete einen Anstieg von 11 %, während Spanien bei 10 % lag.