Mittlerweile gibt es Wölfe in fast allen EU-Ländern und ihre Zahl ist von 11.000 im Jahr 2012 auf über 20.000 im Jahr 2023 gestiegen. In Italien, Bulgarien, Rumänien und Spanien gibt es Populationen von mehr als 2.000.
Ein Wolf hat in einem Hamburger Einkaufsviertel eine Frau gebissen, bevor sie aus einem See in der zweitgrößten Stadt Deutschlands gerettet wurde. Es handelte sich vermutlich um den ersten Angriff dieser Art seit der Rückkehr der Wölfe ins Land im Jahr 1998, teilten die Behörden mit.
Wie die Feuerwehr mitteilte, wurde die 65-Jährige nach der ungewöhnlichen Begegnung am Montagabend nahe dem Altonaer Bahnhof westlich der Innenstadt in ein Hamburger Krankenhaus eingeliefert.
Die Tageszeitung Bild sagte, sie habe Gesichtsverletzungen erlitten, die Polizei machte jedoch keine Angaben dazu, wo sie gebissen wurde, und gab auch keine Erklärung dazu, was zu dem Angriff geführt hatte.
Später am Montagabend lokalisierten Beamte den Wolf an der Binnenalster in der Hamburger Innenstadt, nachdem sie durch Anrufe darauf aufmerksam gemacht worden waren, dass das Tier dort und an anderen Orten gesichtet worden sei, teilte die Polizei mit.
Lokale Medien berichteten, dass es mit einer Schlinge aus dem Wasser gezogen und in ein Gehege am Rande der Stadt gebracht wurde.
Beamte gehen davon aus, dass es sich bei dem beteiligten Wolf um denselben Wolf handelte, der am Wochenende in Blankenese, einem Vorort der Stadt, gesichtet wurde.
Experten gehen davon aus, dass es sich bei dem Tier um einen jungen Wolf handelt, der sein eigenes Revier sucht und versehentlich in die Stadt gelangt.
Die Hamburger Landesregierung wies darauf hin, dass Wölfe grundsätzlich den Kontakt zu Menschen und Hunden meiden und die ungewöhnliche städtische Umgebung sehr belastend sei.
Das Bundesamt für Naturschutz in Deutschland sagte, es sei der erste bekannt gewordene Angriff eines Menschen auf einen Menschen durch einen wilden Wolf seit dem Wiederauftauchen der Tiere nach 150 Jahren Abwesenheit vor fast 30 Jahren, berichtete die Nachrichtenagentur dpa.
Allerdings bereiten Wolfsangriffe auf Nutztiere in Europa den Landwirten seit Jahren zunehmend Sorge. Letztes Jahr stimmte das Europäische Parlament dafür, den Status von Wölfen von „streng geschützt“ in „geschützt“ zu ändern.
Mittlerweile gibt es Wölfe in fast allen EU-Ländern und ihre Zahl ist von 11.000 im Jahr 2012 auf über 20.000 im Jahr 2023 gestiegen. In Italien, Bulgarien, Rumänien und Spanien gibt es Populationen von mehr als 2.000.
Letzte Woche hat der Deutsche Bundestag einem Gesetz endgültig zugestimmt, das es einfacher macht, Wölfe zu erschießen, die Nutztiere töten oder verletzen.