Eine neue freiwillige Charta soll Startups und KMU dabei helfen, ihre Produkte in Europas hochmodernen Labors und Pilotanlagen zu testen und so die Zeit zu verkürzen, die benötigt wird, um Innovationen auf den Markt zu bringen.
Die Europäische Kommission hat am Mittwoch eine neue Charta verabschiedet, die es Unternehmen „einfacher und schneller“ machen soll, Europas „Weltklasse-Forschungs- und Innovationseinrichtungen“ zu nutzen, heißt es in einer Erklärung.
Start-ups und kleine Unternehmen können jetzt direkter auf die besten Forschungseinrichtungen Europas zugreifen und so die Zeit verkürzen, die benötigt wird, um eine Idee in ein echtes Produkt umzusetzen.
Ekaterina Zaharieva, die EU-Kommissarin für Startups, Forschung und Innovation, sagte, dass „innovative Unternehmen in Europa modernste Infrastrukturen benötigen, um Ideen zu entwickeln und zu testen und ihre Innovationen schneller auf den Markt zu bringen.“
Die Charta kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die EU weiterhin betont, wie wichtig es ist, die Wettbewerbsfähigkeit des Blocks im Vergleich zu führenden globalen Akteuren wie den USA und China zu steigern.
„Ich lade Forschungs- und Technologieinfrastrukturen ein, die Charta zu unterstützen und sich für ihre Grundsätze einzusetzen“, fuhr Zaharieva fort.
Warum es für kleinere Unternehmen wichtig ist
Unternehmen haben oft Schwierigkeiten herauszufinden, welche Dienste Forschungsinfrastrukturen anbieten oder wie viel der Zugang kosten wird, ein Problem, das laut der Kommission kleinere Unternehmen am härtesten trifft. Größere Unternehmen verfügen tendenziell über mehr Ressourcen, um komplexe oder undurchsichtige Vereinbarungen zu bewältigen.
Zu den sechs Grundsätzen der Charta gehören eine erhöhte Sichtbarkeit und Verfügbarkeit von Dienstleistungen, Transparenz und Qualitätsstandards, vereinfachte Verträge, ein sicherer Umgang mit geistigem Eigentum, maßgeschneiderte Unterstützung für Unternehmen und eine engere Zusammenarbeit zwischen Infrastrukturen beim Datenaustausch.
Forschungs- und Technologieinfrastrukturen können die Charta nun offiziell über ein Online-Formular unterstützen.
Die Kommission sagte, sie werde die Einführung mit Webinaren, Veranstaltungen und einem gemeinsamen Repository unterstützen, in dem Organisationen Beispiele für bewährte Verfahren einreichen können.
Teil einer umfassenderen EU-Offensive
Die Charta ist Teil der EU-Startup- und Scaleup-Strategie, die darauf abzielt, den Block zum weltweit führenden Ziel für die Gründung und das Wachstum technologieorientierter Unternehmen zu machen.
Es ergänzt auch die umfassendere Strategie der EU für Forschungs- und Technologieinfrastrukturen und steht neben einer bestehenden Europäischen Charta für den Zugang zu Forschungsinfrastrukturen.