Spanien: In Ceuta kommt es zu Zusammenstößen, als migrantenfeindliche Demonstranten mit der Polizei konfrontiert werden. In der nordafrikanischen Enklave Ceuta in Spanien kam es am 27. August zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten, während die Spannungen wegen der Anwesenheit Tausender Migranten zunahmen. 28.08.2026

Die Polizei versuchte, Demonstranten an den Stränden Trampolín und Benítez auseinanderzutreiben, nachdem während der Unruhen Habseligkeiten und provisorische Unterkünfte, die von Migranten genutzt wurden, in Brand gesteckt worden waren. Vom spanischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlte Aufnahmen zeigten Demonstranten, die Gegenstände in Lagerfeuer warfen, während die Polizei sie zurückdrängte, während Migranten sich hinter eine Polizeikette an einem Pier zurückzogen.

Zuvor hatten Dutzende Demonstranten einen Sitzstreik veranstaltet, um zu verhindern, dass Fahrzeuge des Roten Kreuzes das Gebiet erreichen, um Lebensmittel und Wasser zu verteilen. Vier Hilfslastwagen mussten anhalten, nachdem Demonstranten mehr als zwei Stunden lang die Straße blockierten und „Sie sollten gehen“ und „Raus mit dem Roten Kreuz“ riefen, während sie spanische Flaggen schwenkten. Die Polizei räumte schließlich eine Route frei und die tägliche Verteilung wurde unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wieder aufgenommen. Auch ein zur medizinischen Versorgung entsandter Krankenwagenkonvoi wurde kurzzeitig blockiert.

Die Unruhen folgten einem separaten Vorfall, an dem etwa 70 Migranten und eine Militärpatrouille beteiligt waren. Berichten zufolge geriet in den frühen Morgenstunden des Donnerstags ein Fahrzeug mit vier Soldaten in der Nähe des Strandes in einen „Hinterhalt“, als Menschen auf beiden Seiten der Straße Steine ​​und andere Gegenstände warfen. Ein Soldat wurde verletzt und die Fenster des Fahrzeugs wurden zerbrochen. Die Soldaten zogen sich zu Fuß zurück und forderten Verstärkung. Später traf die Polizei ein und verhaftete zwölf marokkanische Staatsangehörige, als sich die Menge zerstreute.

Die Gewalt verdeutlicht den Druck auf Ceuta, einem Gebiet von nur 18 Quadratkilometern, in dem nach einem Massenzustrom aus Marokko einen Monat zuvor noch Tausende von Migranten leben. Nach Schätzungen der spanischen Regierung liegt die Zahl zwischen 3.500 und 7.000, während die örtlichen Behörden von mehr als 10.000 sprechen. Am 27. August kündigte das spanische Innenministerium Pläne an, zusätzliches Personal zur Identifizierung von Migranten zu entsenden, während die Regierung 25 Millionen Euro für die Betreuung unbegleiteter Minderjähriger bewilligt hat. Madrid hat außerdem ein einheitliches Kommando für Ceuta eingerichtet, da die Kritik an seinem Umgang mit der Krise zunimmt.